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Es ist schon erstaunlich, was innerhalb von drei Jahren mit einer Band so passieren kann. In den ersten drei Jahren ihrer Karriere erlebten Kiss einen holprigen Start und den kometenhaften Aufstieg zu einer großen Band. Danach kam Dynasty, dann Unmasked und The Elder und die Band war am Boden. Man wollte schon gar nicht mehr auf Tour gehen, da man nicht mal mehr kleinste Hallen ausverkaufen konnte. Dazu kamen noch Probleme zwischen den Musikern selbst. Peter Criss war ja schon um 1979 aus der Band, auch wenn er bei Unmasked noch bei den Credits aufgeführt wird und bei Creatures of the Night erlebte man nun das gleiche mit Ace Frehley. Er ist zwar auf dem Cover und hat auch im ersten Musikvideo mitgespielt, hat aber keine einzige Note für das Album aufgenommen. Stattdessen hat man eine Wagenladung an Gitarristen ins Studio gekarrt: Vinnie Vincent (Der danach zum festangestellten Gitarristen wurde und sich Ankh Warrior nannte), Bob Kulick, Robben Ford, Adam Mitchell und Steve Farris greifen in die Saiten. Als wäre das noch nicht genug, hat man auch Jimmy Haslip Bass auf dem Song Danger spielen lassen. Auch bei den Songwritern hat man sich Hilfe geholt. Selbst Bryan Adams hat bei einem Song mitgespielt. Dagegen zeigt man sich beim Gesang konventionell: Es ist das erste Kiss-Album auf dem lediglich Paul Stanley und Gene Simmons singen. Normalerweise sagt man ja, dass viele Köche den Brei verderben und Creatures of the Night hatte, wie man sieht, viele Köche. Herausgekommen ist aber eines der besten Alben der Band und tatsächlich auch eines der härtesten. Schon der unglaubliche Drumsound zeigt, wo es lang geht. Wahnsinn wie hier Eric Carr rumtrommelt und trotz 80er klingt das auch noch richtig gut. Mit dem Titeltrack zeigen Kiss auch direkt, das sie es nun wieder ernst meinen. Kein Disco, kein Orchester und keine Experimente, sondern einfach nur straighter Hard Rock, der schon mal Richtung Heavy Metal driftet. Von den 9 Songs auf dem Album, mit einer Spielzeit von knapp 39 Minuten, ist keiner ein wirklicher Ausfall. Creatures of the Night, Saint and Sinner, Rock and Roll Hell, I Love it Loud, Danger, Killer und War Machine sind die harten Songs, die überzeugen können. Neben dem Titelsongs vor allem Rock and Roll Hell und I Love it Loud, wo ich erstmal dachte, dass die Vinyl defekt wäre, da mittendrin ein Fade-Out passiert. Das ist allerdings nur ein netter Einfall wie etwa bei Helter Skelter von den Beatles. Mit I Still Love You wird dann noch eine obligatorische Ballade gebracht, die aber ebenfalls verdammt heavy ausfiel. Lediglich das von Simmons gesungene Keep me Comin‘ kann mich nicht 100%ig überzeugen. Creatures of the Night ist ein starkes Stück Hard Rock und eines der besten Alben von Kiss überhaupt.
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