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KISS - Music from "The Elder" PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
27.09.2010

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Nachdem Dynasty ein großer Erfolg war, machte man mit dem gleichen Produzenten weiter. Leider erwies sich Unmasked als ziemlicher Flop. Nicht nur, dass die meisten Songs eher zur Sparte „Filler“ gehörten, der schlappe Pop-Rock Sound passte einfach nicht zu Kiss. Es war das erste Mal in der Geschichte der Band, dass sie während einer Tour nur ein einziges Konzert in den USA spielten und sich sonst in Europa und Japan aufhielten, wo sich Dynasty und Unmasked wesentlich besser verakuften.
So verkündete Gene Simmons, dass das nächste Album wieder ein richtiger Hard Rock Kracher werden würde, das härteste Album von Kiss und natürlich auch das beste. Was dann raus kam, war Music from „The Elder“. Es ist weder hart noch gut und zeigt eine Band in der Identitätskrise. Simmons und Stanley wollten plötzlich auf anspruchsvoll machen und holten Bob Ezrin, der zuvor Pink Floyds Megahit The Wall machte. Dass Ezrin zuvor das sehr gute Destroyer Album mit Kiss machten und man lieber in diese Richtung hätte gehen sollen, kam wohl niemanden in den Sinn. Auch einen Personalwechsel gab es. Nachdem Peter Criss schon bei Unmasked nicht mitspielen durfte, wurde er rausgeworfen (Das sagt Simmons) oder er verließ selbst die Band (behauptet er). Wie auch immer, ersetzt wurde er von Eric Carr, der bis zu seinem Tod der Band treu blieb.

Die Basis von The Elder ist eine extrem einfallslose „Gut gegen Böse“-Fantasygeschichte, die aber reichlich wirr umgesetzt wurde. Es geht um den Council of the Elders in einer Fantasywelt, die gegen das Böse kämpfen und einen neuen Helden brauchen, den sie in Form eines kleinen Jungen finden, der erstmal trainiert werden muss. Dass der Mentor den einfallsreichen Namen Morpheus trägt, unterstreicht nur, dass Kiss besser die Finger von solchen Geschichten lassen sollte.
Der etwas merkwürdig anmutende Albumtitel deutet es schon an: Simmons und Stanley dachten damals tatsächlich, dass sie ein Mega –Erfolgsalbum produzieren mit einer Handlung die so genial ist, dass man sie verfilmen müsste. So ist das Album der Soundtrack zu einem Film, der zum Glück nie entstanden ist (Ein Trashfilm von Kiss (Kiss meets the Phantom of the Park) ist ja auch wirklich genug).
Mittlerweile gibt es das Album als Remaster mit der ursprünglich geplanten Songfolge. Die Erstauflage hat einige Songs vertauscht, so dass die Handlung direkt noch weniger Sinn ergibt.

Los geht es mit dem Intro Fanfare, das so kitschig-quietschig ist, das man sofort weiter skippt. Es mag nur eine Minute lang sein, aber es ist unerträglich. Die nachfolgenden vier Songs kann man als schlechte Mischung aus richtig miesen Yes/Genesis/Pink Floyd Versatzstücken bezeichnen. Vor allem Odyssey ist so schlecht, das ich mir lieber noch Hot in the Shade und Dynasty auf Dauerrotation gebe als nochmal dieses „Lied“.
Danach folgt mit Dark Light wieder mal ein Song von Ace Frehley (An dem aber auch Lou Reed mitgeschrieben hat), das ist ganz nett, klingt etwas kitschig aber ist bis dato der Höhepunkt. Ace Frehley war von dem Album ja so angepisst, das er die Band direkt nach den Aufnahmen verließ. Auch die danach folgende Ballade A World without Heroes ist nett. Danach gibt es rockige Gitarren…es wird doch nicht etwa aufwärts gehen mit dem Album? Drei gute Songs in Folge? Ja, auch The Oath kann überzeugen, es klingt zumindest ein bisschen nach klassischem Kiss. Leider folgen danach mit Mr. Blackwell und Escape from the Island zwei Songs die zwar nicht wirklich schlecht sind, aber eher auf B-Seiten Niveau schweben. Gene Simmons und Paul Stanley teilen sich nochmal den Gesang bei I, das ist auch noch mal ein ganz netter Song. Als Abschluss gibt es Finale, das mit Gesprächsfetzen den Hörer nochmal drauf hinweist, dass man sich hier an einem Konzeptalbum versucht hat.

Music from „The Elder“ ist so schlecht wie der generelle Ruf es vermuten lässt. Musikalisch recht einfallslos, zeigt es auch, dass Kiss einfach bei dem bleiben sollten, was sie können: Hard Rock mit simplen Texten. Auch wenn es hier 3-4 nette Songs gibt, ist der Rest einfach eine Zumutung.

Bewertung
3,5/10
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