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Reunions von Bands sind manchmal ja richtig nett und neben einer Tour kommt auch zumeist ein Album dabei raus. Manchmal entsteht ein tolles Album wie etwa Perfect Strangers von Deep Purple, manchmal geht es aber auch mehr oder weniger daneben. Von 1979 bis in die 90er gab es bei Kiss Besetzungswechsel, Musiker wurden in den Credits genannt obwohl sie gar nicht auf dem Album spielten und mehr oder weniger totale Erfolglosigkeit. In den 90ern war gerade die Unplugged-Welle angesagt und Kiss traten so auch bei MTV mit Akustikgitarren auf. Während der Show gab es eine kleine Reunion mit Ace Frehley und Peter Criss. Aus der Show entstanden Verhandlungen und schon bald wurde eine komplette Reuniontour angekündigt. 1998 folgte dann mit Psycho Circus das neue Album. Als Produzent wollte man Bob Ezrin, der aber keine Zeit hatte. Peter Criss wollte Eddie Kramer, aber auf den „Catman“ hat eh noch nie jemand gehört. Schlussendlich fand sich Bruce Fairbairn, der zuvor Bands wie Loverboy, Bon Jovie, AC/DC und Aerosmith produzierte. Man kann froh sein, das er Kiss nicht seine Trademark Horn Section aufdrückte. Stattdessen war auch er wieder ein Produzent, der fand dass Peter Criss einfach kein guter Schlagzeuger ist und so begann der Zerfall von Kiss im Studio. Peter Criss trommelt nur auf Into the Void. Ansonsten wird Kevin Valentine eingesetzt, was man hört, da er eben einen anderen Stil hat. Auch Ace Frehley darf nur auf zwei Songs Gitarre spielen, eines davon war nur ein Bonustrack. Tommy Thayer und Bruce Kulick wurden dafür mal wieder geholt. Bob Ezrin hatte zwar keine Zeit (ich vermute eher, dass er keine Lust hatte) zur Produktion, spielt aber auf Into the Void die Fender Rhodes. Das ganze Album und die Aufnahmen litten unter der Zerrissenheit der Band, denn auch Paul Stanley und Gene Simmons waren zu der Zeit nicht so gut aufeinander zu sprechen. Zehn Lieder und 44 Minuten Spielzeit umfasst der Psycho Circus. Der Titeltrack ist auch gleich der Anfang und das ist der beste Song auf dieser Scheibe. Ein ganz klassischer Kiss Song. Bei Within dagegen weiß ich schon gar nicht, was ich da denken soll. Im Hintergrund eine monotrone Stimme, darüber der etwas interessantere Chorus und die Gitarre kreischt lustig vor sich hin. Grauselig, dass es aber noch schlechter geht, wird auf dem Album noch bewiesen. Bei I Finally found my Way darf Peter Criss singen und herausgekommen ist eine Kitschballade in einfallslosester Beth Manier. Die absolute Lachnummer ist dann aber Dreamin‘. Hier wurde einfach Alice Coopers I’m Eighteen genommen, ein neuer Text drüber geklatscht und fertig. Paul Stanley und Tommy Thayer beharrten darauf, dass sie den Song geschrieben hätten und fanden sich schnell vor Gericht wieder. Etwas besser sind da schon I pledge Allegiance to the State of Rock & Roll und Into the Void. Das sind wieder gute Rocksongs. Ebenfalls ganz in Ordnung ist You wanted the Best, wo Paul, Gene, Ace und Peter gemeinsam singen. Der Rest ist dagegen wieder bester Füllstoff. Weder Raise your Glasses noch Journey of 1000 Years und We are One können wirklich überzeugen. So bleiben am Ende drei gute Songs und der Rest ist Schrott. Der Bonustrack von Ace Frehley mit dem Titel In your Face ist sogar noch besser als die anderen Songs. Psycho Circus ist ein Album das im Prinzip niemand braucht.
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