|
Ist euch mal aufgefallen, wie viele Alben es gibt, die Down to Earth heißen? Fast schon unglaublich. Im Falle von Rainbow macht der Titel allerdings Sinn. Zwischen Ende 1978 und Anfang 1979 gab es bei Rainbow den alljährlichen Frühjahrsputz: Alte Musiker raus, neue rein. Überraschenderweise traf es dabei auch zum ersten Mal den Sänger. Es gab wohl Ärger und so ging Ronnie James Dio oder er wurde gegangen, so genau weiß das ja niemand. Alle anderen Musiker bis auf Cozy Powell flogen auch und Blackmore war mal wieder mit der Rekrutierung beschäftigt. Als Sänger kam Graham Bonnet, der zuvor einige Soloplatten aufnahm, als Bassist kam Ex-Deep Purple Kollege Roger Glover und ans Keyboard wurde Don „Ich spielte schon bei jeder Band auf diesem Planeten mit“ Airey. Für das Songwriting sahen sich bis auf zwei Ausnahmen Blackmore und Glover verantwortlich. Preisfrage: Wonach könnte dieses Album also klingen?
Genau: Deep Purple. An sich verwunderlich, verließ Blackmore 1975 Deep Purple ja unter anderem deshalb, weil er mal einen anderen Sound machen wollte. Aber 1979 wollte Blackmore dann wohl doch wieder mehr Airplay im Radio und das geht eben nur mit eingängigen Hard Rock Hits. Wie beispielsweise die zwei größten Hits Since you’ve been gone und All Night long. Beide sind recht nette Hard Rock Nummern, die auch heute noch im Radio laufen. Das Album, das mit einer recht kurzen Laufzeit von ca. 37 Minuten aufwartet, bietet noch sechs weiter Lieder. Eyes of the World klingt ein wenig nach klassischem Rainbow, teilweise auch zu sehr, das Schlagzeugspiel erinnert schon etwas arg nach Stargazer. Der Rest könnte, wenn man eine Hammond einbaut, auch von Deep Purple kommen. No Time to lose, Danger Zone und Lost in Hollywood sind flotte Hard Rock Nummern, während Makin’ Love die obligatorische Ballade ist, auch hier wieder recht interessant: Nach dem Intro erinnert das sehr frappierend an das Outro von Perfect Strangers. Auch bei Love’s no Friend könnte man von Recycling sprechen, es erinnert ein wenig an Mistreated.
Das ist eben Rainbow „Down to Earth, the Magic is gone“. Leider eben auch die Magie, welche die Songs der vorherigen drei Alben so besonders machten. Hier hat man Songs bei denen man einfach hört, dass sie auf charttauglich getrimmt sind wie eben die beiden Singles und der Rest klingt eben etwas arg uninspiriert. An sich gibt es nur drei Stücke die mich wirklich überzeugen können: Lost in Hollywood, Eyes of the World und Since you’ve been gone. Alles andere ist eher langweilig.
Im Forum kommentieren |