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Skid Row ist heutzutage schon fast wieder in Vergessenheit geraten. Nachdem die ersten beiden Alben große Erfolge waren, enttäuschte Subhuman Race und Sebastian Bach wurde rausgeworfen. Heutzutage existiert die Band zwar noch und nimmt Alben auf, das alles aber schon fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Damals, 1989, sah das ganz anders aus. Die Band existierte seit 1986, fand aber erst 1987 mit Sebastian Bach den passenden Sängern und konnte durch Hilfe von Jon Bon Jovi einen Plattendeal abschließen. Das erste Album klingt zum Glück kein Stück nach Bon Jovi, obwohl die damals zumindest noch halbwegs erträglich waren. Stattdessen haben wir eine sleazige Glamband, die sich stark an Mötley Crüe und Guns n’ Roses orientiert (Sebastian Bach ist ja auch einer der besten Freunde von Axl).
Vom Album erwartet man also die altbekannten Songs über rebellische Jugend, Drogen, Parties, Spaß und was so zum „schönen“ Leben gehört. Insgesamt 11 Songs finden sich auf der Scheibe, unterteilt in harte Mitgrölsongs und die typischen Balladen, wobei diese erstaunlich kitschfrei rüberkommen, wie das tolle 18 and Life zeigt. Das ist auch weniger eine Liebesschnulze, als mehr das Lied über einen Jugendlichen, der sein Leben versaut, weil er lebenslang hinter Gitter kommt. I remember you kommt schon etwas schnulziger daher, als Verschnaufpause zwischen den härteren Makin’ a Mess und Midnight, Tornado ist er aber sehr willkommen. Wirklich klasse sind eben die anderen Songs, die schön hart, schnell und laut klingen. Die Bandgründer Rachel Bolan und Dave Sabo haben praktisch alle Songs geschrieben und zeigen, dass sie einen Sinn für starke Riffs haben. Das fängt schon bei den beiden ersten Titeln Big Guns und Sweet Little Sister an und hört beim genialen Youth gone Wild auf. Hier kann vor allem auch Sebastian Bach mit seiner Stimme überzeugen, ein guter Sänger ist er nicht, aber im Sleaze brauchts eben mehr einen Sänger, dem man anhört, dass er hinter den Texten steht. Gut produziert ist das Album auch. Empfehlenswert natürlich für Sleazefans, die Dr. Feelgood und Appetite for Destruction morgens zum Gebet aufsagen, aber auch alle anderen Rockfans können wohl bedenkenlos zugreifen, es ist richtig stark.
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