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Slash - Slash PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
24.06.2010

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Nachdem es musikalisch nach der Trennung von Scott Weiland bei Vlevet Revolver nicht vorwärts geht, macht Slash es Duff McKagan nach, der ja seine alte Band Loaded für ein neues Album ausgrub, anders als nun aber etwa Slash’s Snakepit zu reaktivieren, karrte Slash eine Ladung Musiker an und nahm mit ihnen ein Album auf. Slash and Friends könnte man also sagen.
Die Besetzungsliste vereint übliche Verdächtige und unerwartete Überraschungen: Bei den Instrumenten hat man Josh Freese, der ja auch schon mal bei Guns n‘ Roses war,  als Schlagzeuger, am Bass Chris Chaney den man von Jane’s Addiction kennt und Lenny Castro, der bei hunderten Musikalben involviert war. Da Slash nicht so gut singen kann, wurden vor allem Sänger geholt, jeder Song wurde von einem anderen interpretiert, lediglich Myles Kennedy von Alter Bridge darf zweimal ran.

Los geht es direkt mit einem tollen Song: Ghost, gesunden von Ian Astbury (The Cult), dessen Stimme sehr gut zu diesem Stück passt. Es gibt auch direkt die Stilrichtung des Albums vor: Keine Überraschungen sondern eben guter Hard Rock, mal ein bisschen härter, mal ein bisschen mehr Blues aber immer genau das, was man von Slash erwartet. Es ist wohl auch ganz gut, dass hier nicht experimentiert wird, denn das ging bei Slash schon öfter in die Hose, man denke an Slash’s Snakepit. Bei Song Nummer zwei darf dann Ozzy Osbourne ran, den man ja niemandem vorstellen muss. Crucify the Dead ist ein Song über Guns n‘ Roses, wobei Ozzy den Text schrieb und wie er erklärt, geht es darum, was er Axl sagen würde. Es ist natürlich eine recht böse Abrechnung. Im Gegensatz zu seinen letzten Studioalben klingt Ozzy hier wieder richtig gut. Bei Song drei wird es dann ungewöhnlich, denn einerseits klingt Beautiful Dangerous so als würde er direkt aus einem Stripclub stammen und Fergie ist ja doch etwas ungewöhnlich. Kennt man sie sonst von der Hoppercombo Black Eyed Peas beweist sie hier, dass sie stimmlich doch einiges drauf hat. Schade, dass sie ihr Talent bei so einer Truppe vergeudet.
Myles Kennedy hat nebenbei die besten Songs der Scheibe mit dem tollen Back from Cali, das mit einem leichten Southern Feel aufwarten kann. Ebenfalls in die südstaatliche Richtung und eine Überraschung ist I Hold On mit Kid Rock, den ich nicht mag, der mir hier aber gut gefällt. Generell muss man sagen, dass Slash es perfekt verstanden hat, Sängern Songs zu geben die zeigen, was die können. So etwa auch M. Shadows, dessen Band Avenged Sevenfold ich eher verdammt lächerlich finde. Hier singt er aber bei Nothing to Say einen sehr starken, harten Song ein. Andrew Stockdale von Wolfmother ist auch dabei und da er mit seiner Band schon kräftig bei Led Zeppelin klaut, klingt auch By the Sword so ein bisschen nach der englischen Rocklegende.
Lemmy darf natürlich bei diesem Sammelsurium an Musikern nicht fehlen, wobei Doctor Alibi dann fast etwas belanglos dahinrockt. Definitiv einer der schwächeren Songs der Scheibe neben Gotten, bei dem Adam Levine (Maroon 5) rumjault, ich finde das unerträglich. Die anderen Songs sind alle recht gut, bleiben aber erst nach mehrmaligen hören wirklich hängen.
Etwa We’re all gonna Die mit Iggy Pop, Promise mit Chris Cornell und Saint is a Sinner too mit Rocco de Luca. Dafür überzeugt aber nochmal der einzige Instrumentalsong des Albums: Watch This. Hier spielen Slash, Duff McKagan und Dave Grohl. 

Neben den 14 Songs des Albums mit etwa einer Stunde Spielzeit gibt es weltweit noch unterschiedlichste Fassungen mit Bonustracks. Mein Album kam aus Singapur und enthielt gleich drei  weitere Songs und ich muss mich schon wundern, warum da einige nur als Bonustracks verschwendet wurden. So ist Baby can’t drive mit Alice Cooper und Nicole Scherzinger (Schon unglaublich, was Slash alles für Leute ins Studio zerrte) sowie Flea am Bass und Steven Adler am Schlagzeug,  ein richtig starker Rocksong. Ebenfalls gefallen hat mir Sahara mit Koshi Inaba (von der in Japan enorm erfolgreichen Band B’z) und der wird natürlich auf japanisch vorgetragen. Für das letzte Bonuslied würde ich aber am liebsten Slash mit seiner Les Paul verprügeln, denn hier darf man sich eine furchtbar schreckliche Vergewaltigung von Paradise City anhören, wo wieder Fergie dabei ist, aber auch Cypress Hill. Paradise City als Hopperstück mit E-Gitarre? Grausam!

Insgesamt ist Slash ein überraschend gutes Album geglückt, heißt es doch sonst, dass viele Köche eher den Brei verderben, sorgen die Sänger hier für Abwechslung. Trotz einiger schwächerer Stücke macht mir das Album Spaß und ich kann es jedem empfehlen der guten Hard Rock mag oder einfach Slash mag.

Bewertung
8,5/10
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