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So langsam scheint es bei Toto an der Tagesordnung zu sein, ein Album zu veröffentlichen und dann mit einem Livealbum und einer DVD nachzulegen. So also auch nach ihrem tollen Falling in Between. Die Tour war ja eher etwas enttäuschend. Während die Band musikalisch immer noch große Weltklasse ist und auch Ersatzbassist Leland Sklar ganz gut ins Bandgefüge passt, merkt man vor allem Bobby Kimball an, dass er schon etwas älter ist.
Nun also das Album, das sogar als 2 CD Set kommt, das gab es seit Absolutely Live (und das war von der Laufzeit her praktisch nur eine Disc) nicht mehr. Mit 19 Songs und 3 Solos verpackt in einer Laufzeit von einer Stunde und knapp 52 Minuten gibt es hier viel Toto. Wobei man sich auch hier wieder fragt, warum die Kommentare und kleinen Geschichtchen, die Luke so gern zwischen den Songs erzählt oder die Bandintro fehlen, Zeit wäre ja noch mehr als genug auf den CDs vorhanden gewesen. Natürlich bedeutet die große Zahl an Songs, dass so manches wieder nur angespielt wird oder in einem Solo mündet. Wie zum Beispiel Hydra. Da wird nur das Intro gespielt und das so lang, dass Simon Phillips sein Solo machen kann. Hier stört dann das Geklimper schon fast ein wenig. Schöne Momente gibt es aber trotzdem. Das Publikum singt bei I’ll be over you mit, Rosanna wird anfangs in einer sehr interessanten Neuinterpretation gespielt und es wurden viele Songs ausgegraben, die man schon länger nicht mehr gehört hat, wie Drag him to the Roof oder Isolation. Von der Songauswahl her gibt es jedenfalls keine Kritik. Auch die Spielfreude ist noch vorhanden und die Solos sind auch sehr stark.
Aber ganz ohne Kritik geht es dann doch nicht. Zwar ist der Sound schön druckvoll und man hat alle Instrumente gut im Klangbild platziert und selbst das Publikum nicht vergessen, aber irgendwie hat man den Eindruck, dass alles ziemlich am Lautheitslimit läuft. Und dann kommt der Gesang und da lässt das Album kräftig Federn. Wie oben schon gesagt: Kimball ist mittlerweile fast 60, seine Stimme weit entfernt von dem, was sie mal vor 25-30 Jahren war und das hat man gehört. Im Prinzip würde es niemanden stören, es ist ein Livealbum und als solches soll es verdammt noch mal Fehler haben, es soll zeigen, dass auch Toto nur Menschen und keine Götter sind, also darf das alles ruhig nicht perfekt klingen, denn ansonsten könnte ich ja gleich die Studioalben hören. Aber wo minimale Überarbeitungen, wie sie bei jedem Livealbum üblich sind, zwar nervig sind aber nicht sonderlich stören, hat man es bei diesem Album übertrieben und Kimballs Stimme per Auto-Tune nahezu entstellt. Es klingt sehr künstlich, digital, unrealistisch und das zerstört das ansonsten gute Bild des Albums. Leider trifft es auch die anderen Musiker und eine Höhenfrequenzanpassung bei Tony Spinner, der auch so schon eine sehr hohe Stimme hat, ist absolut überflüssig. Sicher, nahezu alle Livealben werden bearbeitet, aber Toto war eigentlich eine Band, die so was nicht nötig hat und immer drauf geachtet hat, dass alles so natürlich wie möglich aufgenommen wird. Immerhin haben sie 1999 auch auf eine DVD- Veröffentlichung verzichtet, weil die Aufnahmen schlecht waren und sie zu viel im Studio nachbessern hätten müssen. Warum also jetzt der plötzliche Sinneswandel und warum hat man so unfähige Leute mit der Produktion des Albums beauftragt?
Wenn man also ein Livealbum von Toto will, sollte man sich Livefields oder Live in Amsterdam kaufen. Die klingen wesentlich mehr nach Livealbum.
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