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Weihnachtsmusik ist ja meist schrecklich kitschig und öde. Auf Dauer nerven die alten Interpretationen und von Weihnachtspop der Sorte Last Christmas will ich ja gar nicht erst reden. Umso schöner, wenn sich ein Gitarrist wie Steve Vai aufmacht, um den Weihnachtsbaum zu rocken. Sicher, Weihnachtsalben von Rockbands gab es schon häufiger, aber Merry Axemas ist dann eben doch anders.
Das liegt schon mal einerseits daran, dass Steve Vai eine große Zahl genialer Gitarristen um sich geschart hat: Jeff Beck, Steve Morse (Kansas, Deep Purple), Alex Lifeson (Rush), Joe Satriani, Joe Perry (Aerosmith), Richie Sambora (Bon Jovi), Eric Johnson, Kenny Wayne Shepherd, Tomoyasu Hotei und das Brian Setzer Orchestra. Andererseits eben auch daran, dass die Songs zumeist neu interpretiert und strikt als Instrumentals präsentiert werden. Insgesamt 11 Songs, jeder Gitarrist kann sich also auf einem austoben und darunter gibt es natürlich zahlreiche Klassiker wie Amazing Grace, Jingle Bells, Rudolph the red-nosed reindeer oder Joy to the World aber auch eher unbekannte Stücke wie Blue Christmas. Stilistisch geht es meist recht blueslastig zu, Vai und Satriani shreddern ein wenig und Jingle Bells vom Brian Setzer Orchestra kommt sehr swinglastig daher. Es ist also keine Hardrocksache oder übertrieben laut, sondern dürfte tatsächlich familienkompatibel sein, solang die Weihnachtsfeier nicht im Ghetto stattfindet. Wirklich gelungen sind alle Nummern, wirklich genial ist aber Jeff Becks Darbietung von Amazing Grace. Gelungen produziert ist das Album auch noch. Will man also Weihnachtsmusik ein wenig anders genießen, führt wohl kaum ein Weg an dieser CD vorbei.
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