Home arrow Musik arrow Warrant - Dog eat Dog 22 Februar 2012  
Kingdom of Desire
HomeForumImpressum
Spiele
Bücher
Filme
Hardware
Musik
Konzerte
Artikel
Wrestling
 
Warrant - Dog eat Dog PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
16.04.2011

Image 

Es wäre ein Understatement zu sagen, das die Band Warrant sehr unzufrieden mit ihrem Plattenlabel war. Aber da muss man sagen, welche Rock/Metalband war nicht unzufrieden mit Sony/Columbia? Es gibt genug Geschichten. Warrant wurden von Columbia ziemlich ordentlich benutzt, ob das nun die von CBS neu produzierte Version von Heaven war oder die Geschichte rund um Cherry Pie. Das die Band das nicht lang mitmachen würde, war eigentlich klar.
Nach dem großen Cherry Pie Erfolg war man gespannt, was nun folgt von der Band aus Kalifornien.
Im Sommer 1992 erschien ihr drittes Album und das war auch der Anfang vom Ende. Was damals natürlich niemand wusste, auch wenn die düsteren Wolken schon zu sehen war, der Grunge war da und die Rockwelt lag im Sterben. Dog Eat Dog hieß dieses dritte Album, benannt nach dem gleichnamigen Ted Nugent Song (Nachdem sich auch die längst in Vergessenheit geratene Punkband der 90er danach benannte, die nannten ihre erste EP dann Warrant)

47 Minuten dauert das mit 12 Songs ausgestattete Album und schon der erste Song Machine Gun macht deutlich, dass sich die Band sehr weit von Cherry Pie und Heaven entfernt hat. Was man hier hört sind eben die Warrant, die man von den anderen Albumtracks her kennt, nur um einiges härterer, düsterer und mitunter auch progressiver um diesen Begriff zu nutzen. Deutlich wird dies etwa bei April 2031, wo eine verdammt düstere Zukunftsvision einer Welt beschrieben wird, die durch die Menschen und Atomkriege zerstört wurde. Das hier ein Kinderchor zum Einsatz kommt, lässt schon aufhorchen, sowas hätte man der Band wohl nicht zugerechnet. Noch deutlicher wird es bei dem Stück Bitter Pill, ein mehrstimmiger Chor und das allein wäre ja schon was besonderes, aber dann singen die auch noch auf deutsch „Liebe kann eine bittere Pille sein“, währe andere Chorsänger davon reden „Ich will ein Bier, ich will besoffen sein“, das ist schon sehr extravagant (Noch schräger wird das ganze, wenn man nachliest, das der „Chor“ aus praktisch allen Angestellten des Studios bis hin zum Putzmann bestand aber das verleiht dem Song auch wieder Authentizität und es klingt einfach witzig, wenn Amerikaner versuchen deutsch zu reden). Das die Band eben auch mehr kann als nur über saufen, ficken und party zu singen, wird neben diesen Stücken auch mit Andy Warhol was right bewiesen, wo es thematisch um Persönlichkeitsstörung geht, dargestellt durch Jani Lane im Wechselgesang mit einem Kind. Das die Band ihre „Wurzeln“ aber nicht ganz vergessen hat, wird auch durch Songs wie Hollywood (So Far, so good), Hole in the Wall (Wo es um Voyeurismus geht), All the Bridges are Burning (Drogensucht) oder Bonfire gezeigt. So ganz kommen sie eben doch nicht von ihren Glam Metal Wurzeln los und diese Songs rocken einfach richtig gut daher auch wenn die Themen mitunter recht ernst sind. Es ist aber schön zu sehen, das trotz aller Düsterniss und Chorgehabe die Band nicht vergessen hat, wie man einfach mal einen guten Chorus mit einem guten Riff verbindet.
Am Ende gibt es dann mit Inside Out noch einen guten harten Rocksong und mit Sad Theresa eine rockigere Ballade.

Was für einen miesen Ruf die Band hatte, wird auch im Booklet verdeutlicht, wo der Produzent des Albums, Michael Wagener, ein Statement abgegeben hat, das nur die im Booklet gelisteten Musiker an diesem Album beteiligt waren. Warum hat Warrant so einen verdammt miesen Ruf? Wegen zweier Songs die nur auf Druck von Sony/Columbia enstanden sind? Schon beim Cherry Pie Album hat man gehört, das diese Band so einiges kann und mit diesem Album haben sie eine Vielseitigkeit bewiesen die niemand dieser Band zutrauen würde. Vor allem Sänger Jani Lane tut sich hier positiv hervor, da er auch sämtliche Songs geschrieben hat.

Wer Glam Metal mag, wird auch Warrant mögen und dieses Album besitzen. Dog Eat Dog empfehle ich aber auch allen, die bislang eher verächtlich auf den Namen Warrant geblickt haben. Es ist eben ein tolles Album.

Bewertung
9/10
Im Forum kommentieren
 
< Zurück   Weiter >
Top of Page