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WWF No Mercy PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
19.12.2010

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Das N64 kritisiere ich gern für die mangelnde Spieleauswahl, es gibt zu wenig gute Spiele und manche Genres wurden gar nicht erst berücksichtigt. Ein Genre, wo die Konsole allerdings glänzt ist das der Wrestlingspiele. Vornehmlich dank AKI und Asmik die in gemeinsamer Arbeit einige der besten Spiele dieses Genres veröffentlichten. Das letztes auf Nintendos gefloppter Konsole war Ende 2000 WWF No Mercy. Ursprünglich sollte noch ein Nachfolger namens WWF Backlash erscheinen aber Nintendo stellte den Support für die Konsole ein und so sah man keinen Sinn mehr.

Im November 2000, als das Spiel erschien befand sich das Wrestling noch im großen Boom, auch wenn die World Wrestling Federation den „Monday Night War“ schon lang für sich entschieden hat und der Konkurrent WCW schon fast tot war.

Das Spiel bietet recht viele Optionen und Möglichkeiten, das fängt schon bei der Anzahl der Wrestler an. Hat man alle geheimen Wrestler wie Andre the Giant oder Shawn Michaels freigeschaltet kommt man auf ungefähr 70 Kämpfer. Praktisch alle Wrestler aus der WWF von damals sind dabei wie Steve Austin, Rock, Triple H, Undertaker aber auch Midcarder wie Val Venis, Bull Buchanan oder der British Bulldog wurden berücksichtigt. Auch Frauen dürfen kämpfen von Trish Stratus über Lita zu Tori und selbst Mae Young und Fabolous Moolah sind dabei. Auch mit Ringrichtern wie Earl Hebner, Managern wie Paul Bearer oder dem Ringsprecher Howard Finkel darf man in den Ring. Das der gesamte McMahon Clan auch nicht fehlt ist klar. Natürlich darf auch ein Create-a-Wrestler Modus nicht fehlen. Dieser wurde im Vergleich zu den vorherigen Spielen wie WWF Wrestlemania 2000 enom verbessert. Man kann jedes Detail vom Namen über das Gewicht festlegen, kann bestimmen welche Wrestler man als Feinde hat und auch bei der Kleidung wurde dem Spieler mehr Möglichkeit gegeben. Das tolle ist, das jeder Wrestler im Spiel 4 Slots für Kleidungen hat. So hat man bei den vorgegebenen Wrestlern etwa den Undertaker als Biker, aber auch als Ministry Undertaker in seinem allerersten Outfit von Anfang der 90er. Bei den selbsterstellten bedeutet dies, das man entweder auch 4 Outfits für einen Wrestler erstellt – oder 4 Wrestler in einem Slot abspeichert. Statt ursprünglich 18 Plätzen für selbsterstellte Wrestlern hat man so direkt 72. Der einzige Nachteil ist, dass alle 4 Wrestler dann das gleiche Moveset haben, aber da muss man dann eben ähnliche Wrestler zusammenfassen. Die Entwickler haben dies auch gemacht, so findet man bei Taka Michinoku wenn man weiterklickt seinen Tag-Team Partner Funaki.

Auch bei den Spielmodi wird einiges geboten. Einzelmatches kann man bestreiten, Tag-Team, Triple-Threat, Handicap Match (allerdings nur 1 gegen 2), Cage Match, Ladder Match, Iron Match, Guest Referee und Battle Royal bzw. Royal Rumble mit 4 bis 40 Teilnehmern. Das King of the Ring Turnier kann man bestreiten oder man erstellt einen eigenen PPV mit 1-15 Matches. Man kann jederzeit noch verschiedene Parameter einstellen wie Hardcore, No-DQ, Zeitlimits und andere Kleinigkeiten. Leider fehlt ein 4 Way Dance und dass Hell in a Cell Match wäre auch ganz nett gewesen.
Strikt auf Einzelspieler festgelegt sind die Spielmodis Championship und Survival. Bei letzterem bestreitet man ein endloses Gauntlet Match, es gilt so viele Wrestler wie möglich zu besiegen, ähnlich wie das Sloberknocker Match das es einige Jahre bei der WWE Smackdown Reihe gab.


Championship ist dann der Storymodus. Man wählt einen Titel (Women’s, Hardcore, Light Heavyweight, Tag-Team, European, Intercontinental, World Heavyweight) wählt seinen Wrestler und es geht los. Bei den Storylines die durch kurze Szenen erzählt werden, spielt man Fehden aus der WWF nach. Etwa beim World Heavyweight Titel die Fehde zwischen Mankind und Triple H, während man beim Women’s Titel hauptsächlich mit Stephanie McMahon Ärger hat. Beim Hardcore Titel dagegen wird die 24/7 Storyline geboten.
Jede Titelstoryline ist unterschiedlich lang und verläuft unterschiedlich, je nachdem, ob man ein Match gewinnt oder verliert – um eine Championship mit 100% abzuschließen, ist also mehrfaches spielen pflicht und man ist manchmal gezwungen, Matches zu verlieren. Insgesamt ist der Modus ganz in Ordnung, recht dämlich ist aber das die Storytexte immer die gleichen sind und es wirkt merkwürdig, wenn Shawn Michaels Sprüche ablässt die The Rock gehören oder mein Hulk Hogan CAW plötzlich wie Steve Austin daher redet. Ein kleiner Kritikpunkt der natürlich damit zusammenhängt, dass auf der Cartridge nicht mehr Platz vorhanden war.
Im Championship Modus verdient man Geld, durch das man in der Smackdown Mall neue Gegenstände kaufen kann. Neue Kleidung, neue Moves, neue Waffen (die sehr absurd sind, wer wollte seinen Gegner nicht schon immer mal mit einem großen Stück Käse oder eine Bazooka attackieren?)  gibt es hier ebenso zu kaufen wie ein paar versteckte Wrestler und Arenen.
Arenen gibt es im Spiel 10, von Raw is War und Smackdown zu einigen PPVs wie Wrestlemania, Royal Rumble, Backlash oder No Mercy. Das nicht alle PPV Arenen dabei sind, liegt wohl auch wieder am Speicher. Dafür gibt es aber noch einige kleine Backstageareale durch die man sich kämpfen kann.

Die Cartridge ist auch mal wieder das größte Problem. Man hört es direkt an der Musik, dass die Entwickler hier sehr limitiert waren. Es gibt nur einige Fragmente der Entrance Themes und die Menümusik loopt auch nach wenigen Sekunden. Auch ist die Musik wie schon bei den Vorgängern in einer furchtbaren Qualität. Sprachausgabe darf man natürlich gar nicht erst erwarten.
Dass auch grafisch alles recht durchschnittlich ist, versteht sich von selbst. N64-typisch darf man sich mit matschigen Texturen herumschlagen und alles ist recht undetailliert. Hinzu kommt noch der AKI typische Grafikstil, das bedeutet das die Arme mal wieder nicht richtig an den Körpern dran sind, das es Clippingfehler gibt und einen recht amateurhaften Eindruck macht. Das ist allerdings Nebensache, da zumindest die Animationen fabelhaft aussehen und absolut flüssig sind. Vor allem die Konteranimationen, wenn etwa eine Clotheline in eine Armbar gekontert wird laufen sehr flüssig ab. Das Publikum besteht auch nur aus pixeligen 2D Bitmaps die ungefähr 3 sich ständig wiederholende Animationsstufen haben.

Genauso typisch für den Entwickler ist das tolle Gameplay. Kein Button-mashing wie bei Acclaim, kein Arcadegekloppe wie bei WWE Smackdown sondern eine vernünftige Simulation, die Wert auf Realismus legt und schon fast an Fire Pro Wrestling herankommt. Das Gamepad ist komplett belegt mit Schlägen, Grapples und allem, was man braucht, der Analogstick wird für Taunts benutzt, man kann sich Waffen aus dem Publikum besorgen oder den Gegner durch den Kommentatorentisch werfen. Toll ist auch, dass das Spiel sogar registriert, wenn man seinen Gegner etwa per Bodyslam auf eine am Boden liegende Waffe, etwa einen Stuhl wirft. Er nimmt direkt mehr Schaden.
Allerdings muss man sagen, dass Anfänger wohl erstmal ihre Probleme mit WWF No Mercy haben werden.  Denn wie schon gesagt, läuft das Match fast wie bei Fire Pro Wrestling ab und so muss man erstmal mit schnellen Schlägen und kurzen Aktionen den Gegner bearbeiten ehe man zu härteren Aktionen wie Powerbomb oder Top-Rope Moves gehen kann. Das zu erlernen, zumal Schläge und Tritte in den 2 Varianten durch antippen bzw. drücken der jeweiligen Taste ausgeführt werden, verlangt schon etwas Übung. Genauso verlangt das System mit dem Finisher Übung. Es gilt durch viele Aktionen und gekonntes posieren seinen Spirit Meter aufzufüllen und zum blinken zu bringen. Dann muss man einen Taunt machen und dann kann man im Grapple durch bewegen des Analog-Sticks einen Finisher ausführen. Das ist recht kompliziert, zumal der Spirit Meter auch gern mal um die Hälfte fällt sobald man auch nur einen kleinen Konter einstecken musste.
Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf das Royal Rumble Match, denn das hat man richtig in den Sand gesetzt. Es ist schon schwer genug, Wrestler über das Seil zu werfen, mit normalen Moves geht das gar nicht erst. Auch ist es extrem nervig, das, sobald ein neuer Wrestler dazu kommt, die Kamera zum Eingang zoomt und zeigt wie der Kämpfer zum Ring rennt. Alles, was im Ring zu dem Moment passierte, wird unterbrochen. Ob man nun gerade dabei war, einen Gegner über das Seil zu befördern, eine Aktion zu zeigen oder sonst was, es wird schlichtweg unterbrochen und alle Wrestler stehen blöd guckend im Ring rum. Auch das Cage Match ist nicht ganz frei von Kritik, während man hier schön den Gegner bearbeiten und auch gegen den Käfig werfen darf, hat sich ein fieser Bug eingeschlichen, der nie beseitigt wurde: Kämpft man gegen die CPU hat man das Match quasi verloren, sobald dieses anfängt auf den Käfig zu klettern. Man kann rütteln und schlagen wie man will, die CPU fällt niemals herunter sondern klettert munter weiter hoch und gewinnt das Match. Das ist mehr als schade, da gerade das Käfigmatch sonst eben spaßig ist und im Multiplayer das  zeigen kann. Einzelspieler sollten es dagegen umgehen (Im Championship Mode ist man beim WWE Heavyweight Titel zu einem solchen Match gezwungen, da der Gegner aber Shawn McMahon heißt und somit eher Fallobst ist, sollte man kein Problem haben)

Aber man muss sagen, das man wohl selten so tolle und realistische Matches sehen wird, wie bei diesem Spiel (Außer natürlich bei Fire Pro Wrestling), die CPU spielt gut mit und attackiert recht intelligent. Selbst wenn man ein Match von der CPU simulieren wird, kommt meist ein gut anzusehender Kampf heraus – wobei die teilweise auch schon mal bis zu 90 Minuten dauern können. Ein 40 Mann Royal Rumble kann sogar 3 Stunden in Anspruch nehmen. Im Einzelspielermodus sind die Matchzeiten nicht ganz so lang aber doch wesentlich länger als bei den meisten anderen Titeln aus diesem Genre.

WWF No Mercy ist insgesamt gesehen ein sehr gutes Spiel. Auch wenn der technische Bereich sehr schwach ist und es einige kleinere schwächen hat, wird man nur bei wenigen anderen Titeln ein so geniales Gameplay finden können. Vor allem im Multiplayer entfaltet das Spiel seine ganze Genialität. Es ist schade, das sich AKI danach von den Wrestlingspielen zurück zog und man heute mit dem WWE Smackdown Müll von Yuke’s leben muss. Für Wrestlingfans deshalb auch heute noch ein Pflichttitel.

Publisher: THQ
Developer: AKI/Asmik
Erscheinungsjahr: 2000
Erschienen für:  N64
Anzahl Spieler: 1-4
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik6,5/10  Spielspass
Sound6/10
8,5/10
Gameplay 9/10
Multiplayer 9,5/10

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