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Um den Jahreswechsel 1998/1999 herum tat sich bei den Wrestlingspielen einiges. Acclaim verlor die Rechte an der WWF die zu THQ wanderten, die ihrerseits dafür den Lizenzvertrag mit der WCW nicht verlängerten. THQ setzte bei den Entwicklern weiter auf die Kombination aus Aki und Asmik.
Das erste Produkt, das dann erschien, war Wrestlemania 2000 und das Monate bevor dieser Event überhaupt stattfand, nämlich im November 1999. Interessant auf dem Cover ist dabei zu sehen, dass man mit Big Show, Mick Foley, The Rock und Triple H alle 4 Wrestler, die bei diesem Event im Main Event standen, präsentiert.
Das Roster war auf dem damaligen Stand und bot 42 Wrestler, 6 Diven und 7 freispielbare Wrestler, unter ihnen auch Shawn Michaels, der damals aufgrund einer schweren Rückenverletzung im temporären Ruhestand war. Von Steve Austin über den Undertaker, Chris Jericho und Kane hin bis zu den Undercardern wie Mideon und Scott Taylor wird alles geboten, was damals Rang und Namen hatte. Bei den Matcharten hat man sich gegenüber WCW/nWo Revenge ein wenig weiter entwickelt aber Single Match, Tag-Team, Triple Thread, Steel Cage, der Royal Rumble und King of the Ring sind nicht all zu viel. Zusätzlich kann man noch First Blood. Hardcore, Last Man Standing oder Submission Regeln aktivieren. Aber vor allem die damals sehr neue und sehr populäre Hell in the Cell vermisst man wie auch 4 Way Dance, Battle Royale oder Triple Tag-Team. Bei den Arenen wird auch gespart. Raw, Heat und die 5 Haupt PPVs von Wrestlemania über Summerslam zur Survivor Series. Die In your House Events fehlen leider komplett.
Dafür kriegt man eine Ladung Spielmodi entgegen geworfen. Exhibition, man kann ein King of the Ring Turnier organisieren, einen eigenen PPV entwerfen oder die Road to Wrestlemania antreten. Das ist eine Art Karrieremodus, wo man sich nach oben kämpfen muss, das Ziel ist im Main Event von Wrestlemania zu stehen und bis dahin alle anderen Titel zu gewinnen. Im Exhibtion Modus hat man die Möglichkeit, eigene Titel zu entwerfen. Natürlich nicht mit einem schicken Beltdesigner wie beim aktuellen Smackdown Titel, hier ist genauso wie beim älteren WCW vs. the World, dass man einfach nur einen Namen erfindet. Trotzdem ein nettes Feature.
Einen Editor für die Wrestler gibt es auch, hier kann man die vorhandenen editieren, sie klonen um sie neu zu entwerfen oder komplett eigene Kämpfer erstellen. Für die damalige Zeit ist das schon recht umfangreich, man kann auch genau vorgeben, wie sich ein Wrestler bei Verletzungen verhalten soll und wer seine Freunde und Feinde sind.
Das Gameplay hat sich dagegen kaum weiter entwickelt, aber das war ja schon bei den vorigen Titeln klasse. Grapples in 2 Schwierigkeitsstufen, Schläge, Tritte werden in Verbindung mit einer Richtungstaste ausgeführt. Waffen kann man sich aus dem Publikum holen und jenes muss man mit rumgepose unterhalten. Die einzige größere Änderung, ist das man nun Grapples aus dem Lauf heraus aktivieren kann. Das schöne an dem Gameplay ist, dass alles recht flüssig wirkt und Kontermanöver sehr realistisch sind. Auch kann man eben nicht sofort von 0 auf 100 starten und die besten Manöver zeigen. Man muss seinen Gegner mit schnellen Aktionen schwächen und erst dann kann man in den zerstörerischen Teil übergehen.
Wenden wir uns also dem Seasonmodus und der allgemeinen KI des ganzen Spiels zu, denn hier kann man meckern. Der Seasonmodus ist an sich recht wirr aufgebaut. Man wählt seinen Wrestler und einen Partner für mögliche Tagmatches. Tatsächlich verbringt man die meiste Zeit auch damit ein Tag Team Match nach dem anderen zu machen. Erst später kommen dann mal Single Matches. Dabei fällt auf, das man Wochenlang gegen die immer gleichen Gegner antritt und das eben nur bei Raw und Heat. Aufgrund der Tatsache, das die In your House PPVs fehlen, freut man sich schon gerade zu, wenn endlich mal wieder ein PPV kommt. Zwischensequenzen oder irgendetwas Besonderes gibt es nicht.
Die KI ist reichlich merkwürdig. Das schöne ist, dass sie nicht so leicht zu besiegen ist. Matches von 10 oder mehr Minuten Länge sind keine Seltenheit was die Angelegenheit durchaus spannend macht. Allerdings kann ich ein gutes negatives Beispiel bringen: Ich spielte mit Shawn Michaels und Chris Jericho, kämpfte gegen Mideon und Viscera, zwei eigentlich unterlegene Wrestler. Der Kampf entschied sich aber erst nach fast 15 Minuten. Eine Woche später hab ich ein Match gegen die Tag-Team Champions Hardy Boys und fertige sie in nicht mal 5 Minuten ab. Im Folgenden eroberte ich den European Titel, musste ihn gegen D’Lo Brown verteidigen, der es schaffte alle meine Moves zu blocken oder auszukontern. Das ganze ist dem Spielspaß sehr abträglich, da man doch stark den Eindruck erhält, die CPU cheatet um ihr Leben. Auffällig wird das, wenn man die japanische Version des Spiels, Virtual Pro Wrestling 2 ansieht, wo die KI um einiges fairer und besser agiert. Es scheint also, dass hier irgendwas schief gegangen ist.
Technisch fällt als erstes die Musik auf. Die Menümusik klingt grausam schlecht, was sich bei den Entrance Themes der Wrestler fortsetzt. Die ertönen in einer sehr schlechten Qualität, sogar viel zu schlecht für eine Cartridge. Auch die Soundeffekte sind nichts besonderes und ein Kommentator fehlt völlig. Die Einzüge der Wrestler wirken auch sehr lächerlich. Man hat hier im Hintergrund den Titan Tron, wo die Einzugsvideos ablaufen. Videos sind auf dem N64 aber nicht möglich, so sieht man Standbilder. Allerdings in einer sehr schlechten Qualität und auf Vollbild hochgezoomt. So große Pixel sieht man sonst wohl nirgendwo. Hinzu kommen kleinere Performanceeinbrüche, vor allem beim Käfig Match und der Käfig ist aus der Nähe betrachtet auch keine Schönheit. Die Wrestler sehen dafür recht gut aus, kantig und eckig wie man es von Aki gewohnt ist aber man kann erkennen wer im Ring steht.
Insgesamt ist WWF Wrestlemania 2000 eine kleine Enttäuschung. Das Gameplay ist gewohnt gut, man hat mehr Optionen als bei WCW/nWo Revenge aber die cheatende KI nervt ganz gewaltig und hätte so wirklich nicht sein müssen. Hinzu kommen die technischen Punkte, denn die Einzüge sind wirklich schrecklich. So ist das Spiel für den Multiplayer empfehlenswert, aber aus heutiger Sicht kann man eben entweder zu Virtual Pro Wrestling 2 oder dem offiziellen Nachfolger WWF No Mercy raten.
Publisher: THQ Developer: Aki, Asmik Ace Erscheinungsjahr: 1999 Erschienen für: N64, Game Boy Color Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 4/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 8/10 | | Multiplayer | 8,5/10 |
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