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Viele kennen sicher noch den Spielhallenklassiker MERCS, der auch auf einigen Konsolen und Computern konvertiert wurde. Shock Troopers setzt auf das gleiche Spielprinzip, erweitert es aber um einige gelungene Ideen.
Bei der Handlung gibt man sich natürlich konventionell: Eine Terroristentruppe (Bloody Scorpions) hat einen Wissenschaftler samt Tochter gekidnappt, weil sie an dessen experimentelle Droge Agent-301 ran wollen. Das darf natürlich nicht sein und so macht sich eine Söldnertruppe auf zur Rettung.
Anders als bei den meisten Spielen, hat man hier nicht nur die Wahl zwischen zwei sondern gleich zwischen acht Charakteren. Die unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Sekundärwaffe. Von Handgranate über Napalm zu einem explodierenden Boomerang, wird ein abwechslungsreiches Arsenal geboten. Diese Waffen unterscheiden sich auch in Schaden und Reichweite. Ein sehr interessantes Feature lässt den Spieler auch wählen, ob er nur mit einem Charakter loszieht oder gleich drei auswählt und zwischen diesen im Spielverlauf frei wechseln kann. Spielt man mit einem Charakter, hat man mehr Lebensenergie, spielt man mit drei hat man mehr Sekundärwaffen im Gespäck. Letzteres lohnt sich aber definitiv mehr, da man so einfacher gegen die riesigen Levelendbosse bestehen kann.
Danach folgt die Wahl der Route. Mountain, Jungle und Valley sind wohl selbsterklärende Bezeichnungen. Hat man die Hälfte des Spiels erreicht, darf man sich noch mal entscheiden, ob man nun auf seiner Anfangs gewählten Route bleibt oder zu einer anderen wechselt. So wird auch gleich dafür gesorgt, das man Shock Troopers ein zweites oder drittes Mal durchspielen kann und dabei völlig neue Landschaften zu sehen bekommt.
Landschaftstechnisch unterscheidet sich das alles sehr, ohne allerdings revolutionäres zu bieten. Durch den Dschungel oder eine Berglandschaft kämpft man sich ja in jedem 2. Run and Gun Game. Bei der Valley Route ist man am Anfang auf Booten unterwegs, nach einer kurzen Tour durchs Wasser landet man auf und in einem riesigen U-Boot. Vor allem aber die Mountain Stage erinnert sehr an MERCs, auch hier kämpft man am Rand einer Klippe gegen einen großen Hubschrauber. Meist geht das Spiel von unten nach oben, ab und zu auch von rechts nach links oder isometrisch von links unten nach rechts oben. Die Gegner greifen meist in 5er Packs aus allen Richtungen an. Sie kommen von vorne und von hinten oder kommen einfach vom Himmel angeflogen. Auch bei diesem Spiel beseitigt man mal wieder hunderte Gegner. Bei den Gegnern trifft man in erster Linie auf viele Soldaten, die unterschiedlich stark bewaffnet sind. Stationäre Geschütze, Raketen- und Lasertürme nerven auch noch rum und dann kommen noch die Levelendbosse, die meist große Fahrzeuge wie Panzer oder Hubschrauber sind.
Zum Glück hat man dafür ein reichhaltiges Waffenarsenal. Die Standard MG kommt natürlich mit unendlicher Munition daher. Daneben kann man noch andere einsammeln wie etwa einen schicken Flammenwerfer oder eine Gattling, die dann aber meist nur 100 Schuss haben. Nähert man sich einem Gegner und tötet ihn im Nahkampf, lässt er einen Bonus fallen. Dieser bringt einen Bonus, entweder wird die Lebensenergie aufgefüllt, die Waffe erhält ein Power Up oder es gibt Punkte.
Die Steuerung ist recht gut. Man benötigt vier Tasten, zum schießen, für die Sekundärwaffe und eine weitere mit der auf dem Boden rumrollen kann und so Feindfeuer ausweichen kann. Hält man die Schusstaste gedrückt, geht man nicht nur in den Dauerfeuermodus über, sondern kann auch noch in alle Richtungen strafen und schießt trotzdem weiter in eine Richtung. Die vierte Taste sorgt im Team Modus dafür, das man zwischen den drei Söldnern hin und herwechseln kann.
Grafisch sieht das Spiel recht gut aus. Die abwechslungsreichen Landschaften sind gut in Szene gesetzt, auch wenn sie recht statisch sind. Die Animationen der einzelnen Figuren sind recht in Ordnung. Große Explosionen und Gegner die in kleine Stücke zerfetzt sind, sorgen für die nötige Action. Zwischen den Levels gibt es noch kleine Zwischenbilder samt Texte, die im Comiclook gehalten sind. Die Musik ist mal wieder typisches Arcadegegudel, das eben so im Hintergrund mitläuft, aber nicht weiter auffällt. Die Soundeffekte sind recht in Ordnung.
Shock Troopers ist kein Spiel, das einen Innovationspreis gewinnen würde. Spaß macht es aber trotzdem, schon allein durch die unterschiedlichen Routen und Charaktere, wird man auch beim dritten Mal noch etwas Neues entdecken. In erster Linie ist das Spiel aber natürlich im Zweispielermodus richtig unterhaltsam.
Publisher: SNK Developer: Saurus Erscheinungsjahr: 1997 Erschienen für: Neo Geo, Arcade Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Mittel
 
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 6,5/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 7,5/10 | | Multiplayer | 8,5/10 |
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