|
Ein Spiel, das jeder kennt. Aber jeder auf der Welt in anderen Versionen und unter anderen Namen. Es ist schon erstaunlich, wie viele unterschiedliche Versionen von einem Spiel existieren können. Contra erschien 1987 in der Spielhalle. Es folgten Umsetzungen für Konsolen und Heimcomputer. Während das Spiel bei letzterem den etwas merkwürdigen Namen Gryzor bekam, gibt es nicht weniger als drei Versionen auf dem NES: Die originale japanische Version, die mit Extra Chipds auf der Cartridge ausgestattet ist und bessere Grafiken sowie Zwischensequenzen bietet. Dann gibt es die chiplose abgespeckte US Version ohne Zwischensequenzen und zum Schluss noch die europäische, die unter dem Namen Probotector nicht Menschen sondern Cyborgs in den Kampf schickt. Alles verwirrend? Gut! Verwirrend wird es auch bei der Handlung. Die japanische Originalhandlung macht auch bei Probotector Sinn, da man weit in der Zukunft spielt. Im Jahr 2633 stürzt ein Meteor auf das fiktive Archipel Galuga. In der amerikanischen Version dagegen spielt man in der (damaligen) Gegenwart und kämpft sich durch Südamerika. In beiden Fällen geht es gegen eine böse Terroristenorganisation, die sich Red Falcon nennt und eine Alieninvasion vorbereitet. Anders als sonst, gibt es dieses Mal direkt zwei Elitekämpfer, die sich auf zur Rettung der Menschheit macht. Als Spieler 1 steuert man Bill, der zweite optionale Spieler steuert Lance. Contra ist ein Run and Gun Game, im ersten Level geht es von links nach rechts und man trifft auf einige Feinde und Geschützanlagen. Am Ende wartet eine große Mauer die zerstört werden will. Verglichen mit dem, was folgt, ist Level 1 noch ein schöner Spaziergang. Fast schon zu gemütlich wandert man los und kommt schnell ans Ende. Der Schwierigkeitsgrad zieht dann aber direkt richtig schön an. Man kennt das ja von vielen anderen NES Spielen wie Castlevania oder Ninja Gaiden, wo es ab Level 2 richtig schön fies wird. Bei Contra ist das kaum anders. Spielt man es zum ersten Mal, wird man schnell vom Schwierigkeitsgrad erschlagen. Aus allen Ecken kommt Feindfeuer angeflogen, mitunter muss man sich gegen 7 Gegner sowieso 3-4 Geschütztürme gleichzeitig zur Wehr setzen. Ein Treffer bedeutet den sofortigen Verlust des Lebens und der Waffen. Unfair ist das Spiel dabei aber nie, die Herausforderung liegt viel mehr darin, sich die nötigen Reflexe anzueignen und die Levels sowie das Feindverhalten zu lernen. Solche Spiele, die eine Herausforderung sind, gibt es heutzutage ja leider kaum noch. Heute kann man jedes Spiel dank unendlicher Leben und vielen Hilfen im ersten Versuch durchspielen – bei Contra geht das eher nicht und viele Spieler haben verzweifelt zum berühmten Konami Code gegriffen. Im ersten Level lernt man auch einige der Waffen kennen. Am Anfang hat man ein mickriges Maschinengewehr, das nicht weiter der Rede wert ist. Im Verlauf kann man Laser, Shotguns und andere nette Spielzeuge einsammeln, die mehr Durchschlagskraft haben oder Streufeuer abgeben, so dass man mehrere Feinde auf einmal platt macht. Gerade die Shotgun ist wohl die beste Waffe im Spiel. Was Contra auch auszeichnet, ist das abwechslungsreiche Leveldesign. Neben den „von links nach rechts“ Stages wie am Anfang durch ein Dschungelgebiet mit Fluss, gibt es auch welche, wo man von unten nach oben beispielsweise an einem Wasserfall hochhüpft. Sehr beeindruckend für die damalige Zeit sind aber die Angriffe auf die Basen der Terroristen. Hier sieht man seinen Charakter von hinten und rennt durch Gänge, wobei man von Toren gestoppt wird, die man dann vernichten muss. Das ist leichter gesagt als getan, wenn man von zig feindlichen Soldaten und Geschützen oder auf den Spieler zurollende Gebilde attackiert wird. Contra spielt sich eben wie ein 80er Jahre Actionfilm ohne den Godmode, den Stallone oder Schwarzenegger immer aktiviert hatten. Am Ende jedes Levels wartet dann ein großer Stageboss, die meist ein recht offensichtliches Verhaltensmuster an den Tag legen und deshalb sehr einfach zu besiegen sind. Zumindest einfacher als das, was man so in den Levels vorgesetzt bekommt. Dafür haben sie meist ein sehr außergewöhnliches Design, verglichen mit den konventionellen Söldnern. Wie oben erwähnt kann man Contra auch zu zweit spielen, wodurch das ganze noch einfacher wird und vor allem auch mehr Spaß macht. Die Steuerung ist recht simpel. Eine Taste zum springen, eine zum schießen und mit dem Steuerkreuz kann man nicht nur rumlaufen, sondern auch in alle Richtungen zielen und feuern, wobei man nach unten nur aus dem Sprung schießen kann. Grafisch sieht das Spiel für NES Verhältnisse recht gut aus. Die Levels sind gut designed und die Figuren haben auch ein paar Details und gute Animationen abbekommen. Das NEStypische Geflacker ist allerdings vorhanden und manchmal kann es passieren, das sich feindliche Kugeln mit dem Hintergrund vermischen und man sie nicht sieht – das macht die Geschichte dann noch etwas schwerer. Der dynamische Soundtrack, der sich zu jeder Situation anpasst, ist recht gelungen, während die Soundeffekte eher so das ganze typische NES Gepiepe ist. Contra/Probotector/Gryzor oder wie man es auch immer nennen mag, ist ein herausforderndes, spannendes und gut gemachtes Actionspiel, das seinen legendären Ruf zu Recht hat. Wer das Spiel nicht kennt oder nie gespielt hat, hat ein Stück Videospielgeschichte verpasst und sollte es nachholen, sich dabei aber nicht vom erstmal unglaublich extrem wirkenden Schwierigkeitsgrad abschrecken lassen. Mit etwas Übung kommt man auch ohne Konami Code durch. Da die europäische Probotector Version lediglich Soldaten gegen Cyborgs und Roboter austauscht, kann man sich auch diese Version antun. Publisher: Konami Developer: Konami Erscheinungsjahr: 1988 Erschienen für: NES, Arcade, C64, MSX, Amstrad CPC, ZX Spectrum Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: herausfordernd 
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10 | 9/10 | | Gameplay | 8,5/10 | | Multiplayer | 9/10 |
Im Forum kommentieren |