|
Duck Tales, eine Zeichentrickserie in der Onkel Dagobert mehr oder weniger die Form von Indiana Jones annahm und auf Schatzsuche ging diente Capcom als Vorlage für ein weiteres NES Spiel. Nebenbei erwähnt haben mich die Spiele immer wieder irritiert, da die Originalnamen der Figuren verwandt werden. Scrooge McDuck? Huey, Dewey und Louie? Da kann man ja froh sein, dass wenigstens Donald gleich heißt. In Duck Tales übernimmt man die Rolle von Scrooge McDuck oder Onkel Dagobert, wie wir ihn kennen. Er ist immer noch die reichste Ente der Welt, will seinen Reichtum aber natürlich stets vermehren. So macht er sich auf 5 große Schätze an 5 Orten zu suchen, dabei begibt er sich sogar bis zum Mond. Was wäre das ganze ohne Konkurrenz? Die Panzerknacker wollen sich die Schätze natürlich auch unter den Nagel reißen und wo Onkel Dagobert ist, kann die böse Hexe Gundel Gaukeley ja nicht weit sein. Zu Beginn wählt man den Schwierigkeitsgrad und landet dann in der Kommandozentrale. Welchen Level man zuerst spielt und in welcher Reihenfolge man sich durch den Rest kämpft, bleibt dem Spieler fast gänzlich frei überlassen. Lediglich in die afrikanische Mine kommt man erst, wenn man zuvor in Transsilvanien einen Schlüssel für die dortige Minentür gefunden hat. Die Levels folgen auch nicht gerade dem normalen Schema. Meist geht es nicht nur von links nach rechts sondern auch nach oben und unten, über Fallen hinweg und Geheimräume mit noch mehr versteckten Schätzen dürfen nicht fehlen. Transsilvanien ist dann sogar ein ausgewachsenes Labyrinth das die größte Herausforderung darstellt. Nicht nur, das man von gruseligen Geistern verfolgt wird, man teleportiert sich durch Spiegel in die einzelnen Bereiche des Schloss und der Weg zum Endboss führt durch eine Wand die in Wirklichkeit nur eine Illusion ist. Auch die Gegner passen sich dem jeweiligen Level gut an. Im Amazonas trifft man auf stechwütige Bienen, im Himalaya dagegen auf Schneemonster. In den Höhlen, etwa in Afrika seilen sich große Spinnen von der Decke ab und in Transsilvanien laufen Zombieenten rum. Damit man ihnen nicht so ganz hilflos gegenüber steht, hat Dagobert seinen Stock dabei. Diesen kann er wie einen Golfschläger schwingen und so Kisten öffnen die Schätze oder Eistüten und Kuchen (füllen die Lebensenergie) beeinhalten. Auch manche stationäre Gegner kann man mit einem gekonnten Hieb besiegen. Der Stock ist aber ein wahres Multiinstrument, da man es durch Tastendruck in einen Pogostick umwandeln kann. Dadurch kann Dagobert nicht nur höher und weiter springen, sondern auch Gegner besiegen in dem man einfach auf sie drauf hüpft. Die Endgegner besiegt man ebenso auf diese Weise. Auch Fallen wie etwa Stacheln im Boden können so schadlos übersprungen werden. Leider ist die Steuerung ein wenig gewöhnungsbedürftig. Eine Taste zum springen und eine für den Stock, wobei man hierbei immer die Richtungstaste in Kombination verwenden muss. Will man etwa eine Schatzkiste rechts von Dagobert öffnen, muss man rechts+A drücken. Will man den Pogostick verwenden, muss man die Taste unten drücken. Im Eifer des Gefechts, gerade bei den Bosskämpfen klappt das aber leider nicht immer und man springt eher in den Gegner, anstatt den Stick zu aktivieren. Nach einiger Eingewöhnungszeit klappt es aber doch recht gut. Leider ist der Schwierigkeitsgrad recht niedrig angesiedelt. Auch wenn es drei zur Auswahl gibt, ist selbst der höchste keine große Herausforderung. Gerade bei einem Spiel von Capcom erwartet man doch mehr, nicht das Duck Tales jetzt wie Mega Man sein soll, aber der höchste Schwierigkeitsgrad soll doch auch bitte eine Herausforderung sein. Dadurch dass es auch nur sechs Levels (Hat man alle 5 durchgespielt, kommt noch ein weiterer mit dem finalen Endkampf) gibt, ist man doch recht schnell durch dieses Spiel. Positiv anzumerken sei hierbei allerdings, dass es zumindest zwei unterschiedliche Enden gibt. Welches Ende es gibt, hängt von der eingesammelten Geldsumme ein. Je mehr Diamanten man sammelt, desto besser und hierbei spielt Launchpad (Quak der Bruchpilot auf Deutsch) eine Rolle. In jedem Level steht er irgendwo rum, geht man zu ihm, wird man aus dem Level zurück vor den Levelauswahlmonitor befördert. So kann man sich Geldsummen ansammeln. Hat man in einem Level eine bestimmte Geldsumme gesammelt und kommt zu Launchpad kann man sogar einen geheimen Bonuslevel erreichen. Grafisch sieht das Spiel sehr gut aus. Die Levels sind abwechslungsreich und farbenfroh gestaltet. Auch an den Details im Hintergrund wurde nicht gespart und die Gegner sehen auch meist sehr nett und niedlich aus. Die Vorlage wurde also gut eingefangen. Leider flackert es mal wieder recht heftig und auch gelegentliche recht starke Ruckeleinlagen trüben das Bild. Schade. Bei der Musik gibt es natürlich das Duck Tales Titellied und jeder Level hat seine zu ihm passende Musik die sehr gut klingt. Vor allem die Musik während dem Mondlevel hat mir gut gefallen. Die Soundeffekte sind dagegen reichlich unspektakulär. Wenn Duck Tales etwas herausfordernder wäre und vielleicht 1-2 Levels mehr geboten hätte, wäre es wohl ein absoluter Hit. So ist es eben „nur“ ein gutes Spiel, das in jedem Fall unterhält, aber eben leider zu schnell durchgespielt werden kann. Für Fans der Enten und alle, die ein gutes, klassisches Jump n‘ Run suchen ist es aber eine Empfehlung. Publisher: Capcom Developer: Capcom Erscheinungsjahr: 1989 Erschienen für: NES, Game Boy Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar, generell einfach

| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 8/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 7,5/10 |
Im Forum kommentieren |