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Was wäre Nintendo ohne Rare gewesen? Über ein Jahrzehnt haben die Briten Nintendos Konsolen mit vielen Spielen versorgt und auch wenn gerade zu NES Zeiten noch viel Schrott dabei war (man denke an Anticipation oder WWF Wrestlemania), gab es doch auch sehr viele Klassiker. Einer davon ist R.C. Pro-Am. Autorennspiele sind ja eigentlich nichts besonders und zählen zu den ältesten Genres im Bereich der Videospiele. Bei R.C. Pro-Am geht es allerdings nicht auf die Formel 1 Strecke oder zu einer Rally, sondern viel mehr wird mit kleinen ferngesteuerten Autos gefahren. Optionen gibt es bei dem Spiel keine, man startet direkt mit dem ersten Rennen. Drei CPU Gegner finden sich auch noch ein und es geht los zu den ersten zwei Runden. Da ein normales, realistisches Rennen höchst langweilig wäre, haben die Entwickler viele Features eingebaut, die das Spiel spannend halten. So liegen drei verschiedene Gegenstände auf der Strecke, die man zwingend einsammeln sollte. Denn Reifen, Motor und ein kugeliges Ding upgraden das Fahrzeug, so dass es schneller fährt oder besseren Grip hat. Ebenfalls einsammeln sollte man die Buchstaben. Auf jeder Strecke liegt ein Buchstabe, nach acht Rennen sollte man das Wort „Nintendo“ beisammen haben. Dann gibt es ein neues Fahrzeug, so dass man vom Truck über den Sportwagen zum Rennwagen kommt. Dabei werden auch immer die drei Eigenschaftskategorien zurückgesetzt, aber die Fahrzeuge sind jeweils besser als vorherige. Neben diesen vier Gegenständen gibt es noch ein paar nette Waffen. Der CPU Gegner ist zu stark? Schieß ihn mit der Rakete von der Strecke und das macht doch Spaß, gerade wenn man zweiter ist und der erstplatzierte CPU Gegner kurz vor der Ziellinie explodiert. Neben Raketen gibt es noch Minen und kleine Bomben die nach kurzer Zeit explodieren. Das braucht man auch, denn die CPU cheatet was das Zeug hält. Abgesehen von den ersten 3-4 Rennen, ist es nahezu unmöglich, einen Vorsprung herauszufahren, denn selbst wenn man mal ein paar Meter voraus ist, beschleunigen die Gegner einfach so sehr, das sie schnell wieder hintendran sind. Gerade in den höheren Levels ist das ein wenig nervig, denn man hat es nicht nur mit den fahrenden Gegnern zu tun, sondern auch mit vielen fiesen Fallen auf der Strecke. Wasserpfützen bremsen das Auto ab, Ölpfützen sorgen dafür dass man unkontrolliert über die Bahn rutscht und bei Bandenkontakt explodiert. Ebenfalls reichlich fies sind Regenwolken und die plötzlich aus dem Streckenboden springenden Wände. Wie gut, das die CPU immerhin auch mal in diese Fallen fährt. Mitunter führt das zu recht lustigen Szenen. So ist es mir bei einem Rennen passiert, das alle 3 Gegner vor mir waren, dann hintereinander wie die Lemminge in eine Ölpfütze rasen und explodieren. Schon war ich erster, zumindest für kurze Zeit, denn auch wenn man nach einer Explosion etwa 1,5 Sekunden außer Betrieb ist, die CPU cheatet wie gesagt und war schnell wieder da. Das einzige positive Hilfsmittel auf der Strecke sind kleine Beschleunigungspfeile. Fährt man über die, erhöht sich das Tempo für einige Zeit. Auch wenn der Untertitel des Spiels „Rennfieber auf 32 Strecken“ heißt, ist das doch etwas irreführend. Es gibt 12 Rennstrecken, die sich fortwährend wiederholen, dabei mehr Runden erhalten und vor allem mit immer mehr Fallen aufgefüllt werden. Nach 24 Runden ist das Spiel theoretisch vorbei, aber es läuft praktisch unendlich, da sich die Strecken dann fortwährend wiederholen. Müsste man neben der KI noch etwas kritisieren, wäre es der fehlende Mehrspielermodus. Zu zweit, zu dritt oder zu viert hätte das Spiel locker das Zeug zum Partykracher gehabt. Schade. Grafisch ist das Spiel recht ordentlich. Die Fahrzeuge sind ausreichend groß und während neben den Strecken keine Details außer einer grünen Wiese zu sehen sind, finden sich auf den Strecken selbst viele Gegenstände. Negativ fällt nur das Geflacker auf bzw. die Tatsache, das mitunter schon mal gegnerische Fahrzeuge oder Gegenstände komplett unsichtbar werden. Die Musik ist ganz in Ordnung und schön abwechslungsreich. Die Soundeffekte beschränken sich auf ein brummeliges Motorengeräusch, lautes und nerviges Reifengequietsche und weitere unspektakuläre Effekte. R.C. Pro-Am ist ein sehr spaßiges Rennspiel, das auf dem NES zu den besten des Genres gehört. Auch wenn die CPU cheatet und es manchmal ein wenig frustrierend ist, macht es doch viel Spaß. Schade, dass ein Mehrspielermodus fehlt. Publisher: Nintendo Developer: Rare Erscheinungsjahr: 1988 Erschienen für: NES, Mega Drive Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Mittel-Hoch 
| Grafik | 7/10 | | Spielspass | | Sound | 7/10 | 8/10 | | Gameplay | 8/10 |
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