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Ungefähr Ende der 80er begann der ganz große Kult um die Turtles. „Schuld“ daran war eine mehr oder weniger trashige Zeichentrickserie, die mit den düsteren Originalcomics so gut wie gar nichts gemeinsam hatte. Den Kindern gefiel es und was bei Kindern beliebt ist, wird natürlich auch gerne in ein Videospiel umgebastelt. Konami hat sich die Lizenz als erster gegriffen und das erste Spiel auf dem NES unter ihrem Sub-Label Ultra Games veröffentlicht.
Dass die ersten nicht immer die besten sind, ist ja allgemein bekannt. Die Turtles machen da keine Ausnahme. Verkauft hat es sich natürlich trotzdem gut, was Konami dazu bewogen hat, zahlreiche Nachfolger zu kreieren. Zum Glück, denn diese sind gut.
Nun aber der erste Teil. Shredder ist hier natürlich die große Bedrohung und sorgt mit seinem Foot-Clan und anderen Gestalten für Ärger. Der böse Shredder hat auch April gekidnapped, was die Turtles dazu veranlasst, sich sofort auf zur Rettung zu machen. Mehr Story gibt es nicht.
Nach dem Spielstart, ein Optionsmenü gibt es nicht, findet man sich auf einer Übersichtskarte mit Leonardo wieder. Auf dieser kann man sich frei bewegen, man sollte lediglich den Fußsoldaten und ihren Gefährten ausweichen. Der erste Level liegt gleich vor dem Turtle, ein Abwasserkanal. Hier heißt es dann, Gegner abschlachten und ab und zu über ein Hindernis springen. Im späteren Verlauf entert man auch Lagerhallen. Am Gameplay ändert sich dabei nichts. Die Gegnerwellen bleiben und das fiese daran: Sie respawnen, sobald die Stelle, an der sie standen aus dem Bild verschwindet. Ganz nervig ist das an einer Stelle, die man nur mit Donatello betreten kann, weil er vom unteren Level aus, die Gegner auf der nächsten Ebene treffen kann. Diesen Weg nimmt dann nur für ein Stück Pizza auf sich und beim zurückgehen sind eben die gleichen Gegner wieder da. Die Pizza sorgt natürlich dafür, dass die Energieleiste aufgefüllt wird.
All zu große Unterschiede zwischen den Turtles gibt es auch nicht. Sie haben alle die gleichen Fähigkeiten und der einzige Unterschied besteht bei den Waffen. So hat Donatello mit seinem Stock die größte Reichweite, aber dafür richtet er kaum Schaden an. Raphael dagegen hat die geringste Reichweite, eine langsame Waffe aber er richtet eben den größten Schaden an. Taktisches Gameplay darf man da nun aber nicht erwarten. Bis auf ein, zwei Stellen ist es recht egal, welchen Turtle man gerade in Benutzung hat.
Wie gesagt, das Spiel wäre so wohl noch guter Durchschnitt. Aber, abseits der respawnenden Gegner gibt es noch wesentlich mehr Nachteile. Das Leveldesign ist größtenteils langweilig. Gleichzeitig war der Leveldesigner aber wohl auch ein kleiner Sadist, denn die Pizzen sind meist an Orten, die man nur unter größter Anstrengung oder überhaupt nicht erreichen kann. In einem Level muss man schnell von oben nach unten springen, weil links und rechts Wände immer näher kommen. Auf dem Weg liegen viele Pizzen rum, allerdings so, das sie meist schon hinter der fahrenden Wand sind, sobald man sie überhaupt sieht. Einige Sprungpassagen sind auch merkwürdig. So gibt es Abgründe, die man nicht überspringen kann, weil sie zu knapp unter der Leveldecke sind. Man versucht es und versucht es immer weiter und ist wohl schon frustriert, ehe man auf die Idee kommt, einfach über den Abhang zu gehen. Der Schwierigkeitsgrad insgesamt ist recht hoch, eben auch, wegen den ständig auftauchenden Gegnern, aber auch, weil es einfach zu viele sind. Meist kommen 4-5 Stück gleichzeitig an und da die Steuerung alles andere als gut ist, sondern recht steif und man Gegner am Boden meist nur erwischen kann, in dem man sich hinkniet, nach unten drückt und erst dann die Angriffstaste, stellt sich schnell Frust ein.
Grafisch ist das Spiel auch nicht der Hammer. Die meisten Gegner sehen recht merkwürdig aus, es gibt nur wenige Farben. Die Animationen sind auch alles andere als gut und alles flimmert recht heftig rum. Die Musik an sich ist ein wenig besser. Richtig mies dagegen die Soundeffekte und was hier besonders nervt, ist der piepsige Alarmton, der immer dann kommt, wenn die Energieleiste fast aufgebraucht ist.
Teenage Mutant Ninja Turtles ist gleichermaßen langweilig, wie schwer, wie unfair. Im Prinzip gibt es hier kaum positive Dinge und die Nachfolger waren um einiges besser.
Publisher: Ultra Games/Konami Developer: Konami Erscheinungsjahr: 1989 Erschienen für: NES, Amiga, PC, Armstrad, Sinclair ZX Spectrum, Atari ST, C64 Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Hoch

| Grafik | 5,5/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 4/10 | | Gameplay | 4,5/10 |
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