|
Aliens, Predators, Marines. Dieses Trio Infernale treibt schon seit einigen Jahren ihr Unwesen in Comics. Anfang der 90er kamen dann die ersten Videospiele und eines der besten davon war Aliens vs. Predator für den PC. Ein Ego-Shooter mit einem netten Single Modus, aber einem noch wesentlich spannenderen Multi Player. Vor allem als Marine entwickelte das Spiel seine Stärken und war schon direkt der reinste Horror Shooter. 2001 erschien der Nachfolger. Während der erste Teil von Rebellion entwickelt wurde, übernahm Ego Shooter Spezialist Monolith die Produktion von Teil 2.
Im Single Player Modus hat man wieder die Wahl zwischen den drei Kreaturen. Alle drei Storyverläufe sind dabei mit einander verknüpft und um die ganze Geschichte zu verstehen, muss man auch alle drei durchspielen. Insgesamt, ist die Handlung wesentlich ausgefeilter, spannender und besser inszeniert als beim Vorgänger. Der hatte zwar vielleicht mehr Schockmomente, aber insgesamt war die Handlung da doch eher vergessenswert.
Der Marine ist wieder am spannendsten. Meist ist man völlig allein. Bewaffnet mit einer kleinen Lampe und dem Motion Tracker, hat man anfangs nicht mal viele Waffen. Die findet man erst im weiteren Spielverlauf. Gattling, Flammenwerfer…alles nette Spielzeuge, aber sie nützen nicht viel. Denn der Feind versteckt sich im dunklen, lauert in den Ecken und springt dann los, wenn man es am wenigsten erwartet. Der Motion Tracker sorgt dafür meist für Verwirrung. Es werden Punkte angezeigt, die näher kommen und näher…und dann sind sie plötzlich weg. Man sieht sich um und entdeckt nichts. Wenn man denkt, die Gefahr ist vorbei, springt plötzlich ein Alien von der Decke. Meist ist man davon so überrascht, dass man völlig vergisst die Maustaste zu drücken. Gerade diese Kampagne arbeitet sehr stark mit gescripteten Events. Man hört ein lautes Klonk und guckt an die Decke. Ein Lüftungsrohr verbiegt sich, etwas schlägt wohl dagegen. Man richtet die Waffe da hin und erwartet das Alien. Dieses kommt dann plötzlich aus einem anderen Schacht weiter hinten im Raum angerannt.
Die Predator Kampagne ist dagegen schon fast entspannend. Hier geht man auf die Jagd nach Trophäen. Man springt von Baum zu Baum und beobachtet die Opfer. Dann tarnt man sich, schleicht sich an die Marines oder Aliens heran und macht sie mit den netten Spielzeugen des Predators wie dem Plasmacaster oder der Smart Disc platt. Irgendwie ist das aber auch die ödeste Kampagne, man ist den beiden anderen Rassen einfach zu stark überlegen.
Als Alien läuft es dagegen am Actionbetontesten ab. Das Alien hat keine Waffen, man muss also taktisch vorgehen, in der Dunkelheit abwarten und im richtigen Moment hervorspringen und dem Marine den Kopf abbeißen. Der Vorteil des Aliens ist seine Geschwindigkeit, seine Fähigkeit weite Sprünge zu vollführen und an Wänden und Decken entlang zu laufen.
Für Abwechslung wird durch kleinere Puzzle, Schalterspielereien und Aufgaben gesorgt. Man muss Computer hacken oder als Marine dafür sorgen, das ein Fahrzeug durch eine Alienhorde unbeschadet durchkommt.
Seine wirklichen Stärken, spielt Aliens vs. Predator 2 wieder im Multi Player aus. Es gibt nichts Besseres als mit 4-5 Leuten in einem dunklen Raum zu sein und jeder spielt eine andere Rasse. Schockmomente sind hier garantiert. Für den MP hat man sich auch noch einige Spielmodi ausgedacht. Neben den altbekannten Deathmatch und Team Deathmachts gibt es noch Hunt, wo 2 Gruppen gegeneinander spielen: Jäger und Gejagte. Survivor und Overrun ähneln sich ziemlich, hier geht es nur darum, so lange wie möglich zu überleben. In Evacuation spielen zwei Teams gegeneinander, die Angreifer müssen dabei eine bestimmte Zeit auf Positionen stehen, dann erhalten sie Punkte. Interessant wäre aber wohl aber noch ein Coop Modus gewesen, vor allem als Predator oder Alien hätte das sicher spaßig werden können.
Grafisch sieht man dem Spiel sein Alter an. Auch auf höchsten Details und in höchster Auflösung wirkt alles ein wenig eckig und undetailliert – Aber: Der Atmosphäre tut das keinen Abbruch, gerade als Marine tappt man meist eh im dunklen und sieht nicht viel. Die Musik ist eine der großen Stärken. Sparsam eingesetzt, sorgt sie an bestimmten Stellen für einen Atmosphäreschub. Die Soundeffekte sind große Klasse. Egal ob es die Geräusche des Motion Trackers, die Aliengrunzer oder das Gekreische des Predators ist. Alles klingt wie aus den Filmen entnommen. Die Sprachausgabe ist zumindest in der Originalfassung sehr gut gelungen.
Generell sollte man AvP2 in der englischen Originalfassung spielen. Denn die deutsche ist verstümmelt und geschnitten und Spaß macht die keinesfalls mehr. Zu Aliens und Predatoren gehört eben ein anständiges Maß an Blut und Gewalt.
Aliens versus Predator 2 ist ein gelungener Nachfolger, der vor allem im SP noch wesentlich mehr überzeugen kann. Die Atmosphäre ist absolut genial gelungen, die drei Rassen spielen sich völlig unterschiedlich und die Marinekampagne ist perfekt für die Nacht gemacht. Am Tag kommt das nicht so gut. Auch der MP weiß wieder absolut zu überzeugen. Trotz des Alters ist das hier immer noch einer der besten Ego-Shooter überhaupt.
Publisher: Sierra Developer: Monolith Erscheinungsjahr: 2001 Erschienen für: PC, Mac Anzahl Spieler: 1-16 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 7,5/10 | | Spielspass | | Sound | 9/10 | 9/10 | | Gameplay | 8,5/10 | | Multiplayer | 9,5/10 |
Im Forum kommentieren |