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Wirtschaftssimulationen, bei denen man ein Unternehmen führen muss, erfreuten sich in Deutschland Mitte der 90er großer Beliebtheit. Gegen Ende der 90er war es mit der Popularität recht schnell vorbei, wenn man mal von Fußballmanagern absieht. American Dream erschien 1997 und wirkte schon damals wie ein angestaubtes Relikt eines im aussterben liegendes Genres. Entwickler Brainstorm Technology hat nur dieses eine Spiel entwickelt und es wird schnell klar, warum das so ist. Aber fangen wir erstmal von vorne an: Bei American Dream geht es darum, eine Fast Food Kette aufzubauen. Man kann ein Spielziel wählen, etwa in 20 amerikanischen Staaten Filialen zu eröffnen oder den ominösen Skull Burger zu entwickeln. Dann wählt man noch einen CPU-gesteuerten Gegner und wählt den Startstaat. Mit einem kleinen Lokal fängt es an. Das Spiel folgt mehr oder weniger dem Schema aller anderen Wi-Sims: Man stellt ein paar Angestellte ein, diese werden lediglich in 3 Level unterteilt, andere Fähigkeiten haben sie nicht. Der Level 1 Koch ist wohl einfach schlechter als der teurere Level 3 Koch, wobei man niemals wirklich Feedback darüber erhält. Dann kauft man Waren ein. Hamburger, Getränke, Pommes Frites, werden erstmal von einem Großhändler eingekauft. Später kann man rund um seine Filiale noch Fabriken und Labore stellen um nicht nur neue Hamburger- und Getränkevariationen erfinden zu lassen, sondern diese auch in großen Stückzahlen zu produzieren. Was mich sehr enttäuscht hat, ist, dass man keine Rezepte selbst erstellen darf. Das Pizzabasteln war eines der Highlights von Pizza Connection, das fehlt hier einfach sehr. Weitere Gebäude wollen auch noch gekauft werden, ein Lager, ein LKW zur Verteilung der Waren. Das alles ist sehr simpel gehalten, man kauft, stellt ein paar Angestellte dafür ein und fertig. Fängt man anfangs mit einer hässlichen Kaschemme als Restaurant an, kann natürlich auch dieses ausgebaut und erweitert werden. Das Gebäude wird vergrößert, bis es zum „Burger Heaven“ mutiert ist. Auch die Innenausrichtung kann in 3 Qualitätsleveln gewählt werden. Bei Pizza Connection war es immer ein großer Spaß, seine Restaurants selbst einzurichten. Leider ist das hier nicht möglich. Irgendwann hat man dann in seinem Startstaat zwei Filialen und es geht auf zum nächsten Level, wo man mehr Gerichte zur Verfügung hat, mehr Gebäudetypen und man die anderen Staaten erobern kann. Das Spiel wiederholt sich also fortlaufend von vorne und damit dass alles nicht zu stressig wird, stellt man einfach einen Manager für jede Filiale ein. Der kümmert sich automatisch um alles, so dass man irgendwann nicht mehr viel zu tun hat. Das Spiel ist schon merkwürdig limitierend. Viele Informationen erhält man nicht, man erfährt quasi gerade mal so, wie viel Geld man einnimmt oder verliert, aber nicht etwa, welche Gerichte sich am besten verkaufen oder was die Kunden nun eigentlich so denken. Auch bei der Werbung wird man stark eingeschränkt, man darf nur eine lokale und eine globale Kampagne laufen haben, mehrere gleichzeitig gehen nicht. Genauso kann man nicht gleichzeitig nach mehreren neuen Errungenschaften forschen lassen, egal wie viele Wissenschaftler man eingestellt hat. Nach einiger Zeit taucht dann die Konkurrenz auf. Man hat nur einen Gegner und dieser scheint unbegrenzte Finanzmittel zu haben, denn schon bald baut er in jeder Stadt, wo man selbst ist, auch eine Filiale. Damit er nicht zur gefährlichen Konkurrenz wird, kann man einen Saboteur vorbei schicken. Der bombt die Filiale dann kaputt. Auch das kann man nicht selbst steuern, man kann nicht wählen, welche Art von Sabotage gemacht wird und ob es wirklich Unterschiede zwischen den 3 Saboteuren, abseits des Preises gibt, konnte ich auch nicht herausfinden. Die Anschläge liefen jedenfalls immer glatt. Die Grafik ist der typische Comiclook den so viele deutsche Wirtschaftssimulationen plagten. Meistens stammte die von Carsten Wieland oder Celal Kandemiroglu, bei American Dream war letzterer am Werk. Man kennt den Stil. Das Spiel kommt nahezu ohne Animationen aus, wenn man mal von den 2-3 Bewegungen absieht, die Angestellte und Kunden im Restaurant vorführen und die Attentatsszene, die immer wieder die gleiche ist. Für 1997 ist das wirklich ein schlechter Witz. Ein noch schlechterer Witz ist die absolut furchtbare Musik, die so katastrophal ist, dass man schnell den Ausschalter der Lautsprecher betätigt. Die Soundeffekte nerven genauso, vor allem das trötende „Das darfst du nicht/Das geht nicht“-Warnsignal, das nur allzu oft ertönt. Ich habe nun Pizza Connection einige Male erwähnt und das aus gutem Grund. Wenn es darum geht, auf unterhaltsame Weise eine Restaurantkette zu leiten, ist dieser Klassiker von 1994 immer noch das mit Abstand empfehlenswerteste Spiel. American Dream wird dagegen wie ein amateurhafter Versuch einer Hobbytruppe, die schnell ein Spiel zusammenbasteln wollte. Spielerisch wird wenig geboten, Abwechslung gibt es auch nicht, es wurden sich keine Gedanken darüber gemacht, dass der Spieler Informationen über den Erfolg oder Misserfolg seiner Restaurants haben will und das Spiel wirkt so leblos wie es langweilig ist. Will man also unbedingt ein Restaurant leiten, greift man zu erwähntem Pizza Connection oder dem neueren Restaurant Manager 2 – American Dream dagegen war schon damals mehr als überflüssig. Publisher: Sunflowers Developer: Brainstorm Technology Erscheinungsjahr: 1997 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar, trotzdem zu leicht
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 3/10 | 3/10 | | Gameplay | 3,5/10 |
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