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Anstoss PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
02.11.2007
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Seit Ende der 80er regierte der Bundesliga Manager von Software 2000 das fußballbegeisterte Deutschland. Weder die Engländer noch andere deutsche Entwickler konnten mit ihren Konkurrenzprodukten etwas dagegen ausrichten.  Dann kam das Jahr 1993 und ein neues Spiel schickte sich an, den Bundesliga Manager Professional vom Thron zu stürzen: Anstoss von einem kleinen Unternehmen namens Ascon.

Vom spielerischen wird allerdings ein völlig anderer Weg eingeschlagen. Wählte man beim BMP seine Mannschaft und musste sich dann aus der 3. Liga in die 1. hoch kämpfen, beginnt man bei Anstoss immer in der Bundesliga. Zwar wird auch die 2. Liga simuliert, aber das wohl nur, damit man sehen kann, wer aufsteigt. Auch ist das Spiel zeitlich begrenzt: 10 Saisons werden absolviert, dann wird abgerechnet. Das große Ziel ist es, nach dieser Zeit zum Trainer der Nationalmannschaft ernannt zu werden. Das Ganze klingt schon etwas enttäuschend, spannende Auf- und Abstiegsduelle fallen weg und einfach dieses „Ich will den Durchmarsch in die erste Liga schaffen“ fehlt nun gänzlich. Auch ist das Spiel vorbei, wenn man absteigt. Der Idealfall ist es also, 10x in Folge Meister zu werden. Gestartet wird in der Saison 1993/1994, was bedeutet das man noch mit alten Regeln spielt. Es gibt nur 2 Auswechslungen und das alte 2 Punkte System wird auch noch bemüht.

Dafür kann Anstoss in den restlichen Bereichen überzeugen. Hat man das Team und den Schwierigkeitsgrad gewählt, kommt man zuerst mal zur Bilanz. Ein Hauptsponsor will gefunden werden und man muss planen, wie viel Geld man für die medizinische Versorgung der Spieler ausgeben mag und ob man Spieler kauft, verkauft oder Verträge verlängert. Das Verkaufen der Spieler gestaltet sich dabei schon recht schwer. Anders als bei den anderen Spielen, passiert es nämlich sehr oft, dass ein Spieler keine Lust auf einen Wechsel hat und dann kommt der Transfer auch einfach nicht zu Stande.
Hat man den Bilanzkram hinter sich gelassen, landet man im Büro. Ein Menü mit Buttons gibt es nicht, stattdessen sieht man sein Managerbüro und darf erstmal mit der Maus rumfahren um die Menüs zu finden. So liegt auf dem Tisch eine Zeitung, über die man sich die Tabellen, Torschützenlisten und Pokalstände ansehen kann. Ein Pokal zeigt an, wie beliebt man bei Fans und Medien ist und wie viele Punkte und Erfolge man erreicht hat. Der Blick durchs Fenster offenbart das Stadion. Auch dieses kann man natürlich ausbauen und der Rasen will dann und wann auch erneuert werden. Trotzdem werden nur wenige Features geboten. Einen Trainingsplan kann man nicht erstellen, sondern man klickt vor jedem Spieltag an, was trainiert wird. Es gibt nur wenige Punkte und das ganze erscheint auch relativ sinnlos.

Vielleicht war es auch tatsächlich das Ziel das Programmierer einen leicht zugänglichen und schnell zu spielenden Manager zu erschaffen. Man landet jedenfalls sehr schnell auf dem Platz. Die Spiele können unterschiedlich dargestellt werden. Entweder wird nur das Ergebnis simuliert oder man bekommt einen Textmodus wo das Spiel beschrieben wird. Als drittes wartet noch der Textmodus mit Spielszenen. Diese sind sehr schön gezeichnet und actionbetont, für 1993 war das sicher eine Sensation. Genauso wie der Kommentator der ab und zu mal ein paar Sätze spricht. Eingreifen darf man in das Spiel für Auswechslungen und um die Taktik zu ändern, optional darf man die Elfmeter auch selbst schießen. Eine nette Sache.
Nach dem Spiel erscheinen die Tabelle und meist eine Meldung. So passiert es, das man z.B. Geld für die Jugend ausgeben muss oder das einem Spieler der Schnürsenkel gerissen ist du dieser nun anfragt ob man ihm ein neues kauft. Die meisten Meldungen sind sehr humorig und bringen etwas Abwechslung rein. Dann und wann erfolgen auch Interviews und in der Winterpause muss man ein Trainerseminar absolvieren, wo es gilt Fragen zur Fußballgeschichte richtig zu beantworten. Nach der Winterpause und am Ende der Saison kommt es zu Auf-und Abwertungen der Spieler. Je nach Alter, Einsätzen und zum Beispiel erzielten Toren verbessern oder verschlechtern sich Spielerwerte. Das ist sehr spannend umgesetzt, man fiebert mit – und ärgert sich, über manche Änderungen, die teiweise doch recht willkürlich erfolgen.

Grafisch sieht das Spiel für 1993 sehr schick aus. Das Büro ist schön gezeichnet, ebenso sind die Spielszenen und Zwischenbilder hübsch, lediglich an Animationen wurde sehr stark gespart.
Die Musik ist sehr nervig, auch wenn es verschiedene Midi Stücke gibt, das Gepiepse ist grausam. Die Soundeffekte während des Spiels sind gut und der Kommentator nicht viel schlechter als das, was man heute präsentiert bekommt.

Ein sehr umfangreicher Editor liegt dem Spiel auch bei. Man kann die Ligazusammensetzung ändern, alle Mannschaften und Spieler editieren und noch zig andere Dinge bis hin zu Schiedsrichternamen ändern. Das ist auch gut, da Anstoss über keinerlei Lizenz verfügt und die Mannschafts- und Spielernamen doch sehr weit von der Realität entfernt sind.

Anstoss ist ein leicht verdaulicher Manager, der niemanden überfordert, aber doch einige Features mehr hätte haben können. Das Büro ist eine nette Abwechslung allerdings im ersten Moment sehr ungewohnt, man muss eben erstmal alles suchen und ohne Anleitung hätte ich wohl nie gewusst, dass man in der Mannschaftsaufstellung auch Spieler für Elfmeter und Freistöße bestimmen kann.
Aber für die kurze Runde zwischendurch ist das Spiel meiner Meinung nach besser geeignet als der BMP.

Publisher: Ascon
Developer: Ascon
Erscheinungsjahr: 1993
Erschienen für: PC, Amiga
Anzahl Spieler: 1-4
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik8,5/10  Spielspass
Sound4/10
7/10
Gameplay 8/10
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Letzte Aktualisierung ( 03.11.2007 )
 
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