|
Revolution Software ist heute bekannt durch einige gute Adventures, vor allem die Broken Sword (Baphomets Fluch) Reihe erfreut sich großer Beliebtheit. Beneath a Steel Sky war 1994 erst das zweite Abenteuer des Unternehmens. Und dieses spielt in der Zukunft natürlich, denn dort hat man größere Freiheiten für die Handlung, als in der Gegenwart. Wir befinden uns dieses Mal nicht in den USA oder einem fiktiven Staat, sondern bei den Känguruhs und Koalas: Australien. Dieses Land wird natürlich von einer bösen Macht regiert, das an Skynet erinnernde Computersystem LINC, mit seinen etwas sehr an die Nazis erinnernden bösen Helfern. Union City ist die große Stadt, wo sich LINC befindet, früher war das mal Sydney, heute ist es ein sehr unfreundlicher Ort. Die Hauptfigur des Spiels allerdings wächst an einem anderen Ort auf, dem Gap, wo sich einige Aborigines verstecken. Den wahren Namen des Kindes kennt man nicht, also wird er Robert Foster genannt. Er wächst auf und lernt viele wichtige Dinge, unter anderem die Herstellung von Robotern. Eines Tages wird dieses Lager allerdings überfallen und Robert wird von den Bösewichten entführt und Richtung Union City gebracht. Mehr Glück als Pech ist der folgende Absturz des Hubschraubers, der zwar die Wachen tötet, Robert aber unbeschadet entkommen lässt. Mitten in Union City gefangen, gilt es nun einen Weg zur Flucht zu finden. Erzählt wird das Intro im Comicstil mit Zeichnungen von Dave Gibbons (wohl hauptsächlich durch seine Watchmen Comics bekannt) und zumindest in der CD Version mit guter Sprachausgabe unterlegt. Danach findet man sich auch schon mitten im Spiel, genauer gesagt in einer Art Fabrikhalle. Man stellt auf einem Catwalk und muss erstmal schauen wie man von dort runterkommt. Dummerweise steht unten ein Wachmann. Die Lösung ist allerdings recht einfach, denn links von Robert ist eine Stahlstange und rechts von ihm eine Tür, man verbinde beides und gelangt so in einen kleinen Aussenbereich, den man nutzen kann, um den Wachmann in die Irre zu leiten. Danach kann man die Treppe runtergehen und die Fabrik erforschen. Man findet schnell eine passende Hülle für die Platine die man im Gepäck trägt. Joey heißt diese und ist der beste Roboterfreund von Robert. Zuerst ist Joey nicht ganz froh über seine neue Hülle, denn es ist ein alter Staubsauger, der ihn eher wie einen Elefant auf Rädern aussehen lässt. Danach gilt es einen Weg nach draußen zu finden. Durch die Vordertür geht das nicht, das wäre ja auch zu einfach, aber es gibt ja noch einen Transportaufzug... Beneath a Steel Sky ist ein Point-and-Click Adventure der klassischen Schule, das allerdings mit einer gänzlich eigenen Art der Steuerung auskommt. Anders als bei Lucas Arts, muss man hier nicht mit Verben hantieren, stattdessen nutzt man die linke und die rechte Maustaste, um Gegenstände anzusehen, aufzuheben und zu benutzen oder um mit Personen zu reden. Das Programm erkennt automatisch, was nun die beste Antwort auf einen Klick ist. Man wird also so gut wie nie das adventuretypische „Das geht so nicht“ zu hören bekommen. Gespräche werden dagegen ganz normal in Multiple-Choice geführt. Anders als bei Lucas Arts, kann man auch durchaus in Sackgassen gelangen, etwa wenn man beim Versicherungshändler die falsche Antwort gibt. Dann ist dieser sauer und lässt nicht mehr mit sich reden und schon kann man wieder von Beginn an oder vom letzten Speicherstand starten (Oft speichern ist bei diesem Spiel wirklich Pflicht!). Auch sterben kann man, wenn man sich zu dumm anstellt. So ist man später im Spiel in einem verlassenen, alten U-Bahn Tunnel. Hinter einer zerbröckelten Wand funkeln zwei böse aussehende rote Augen. Wer hier nicht schnell weiterläuft, wird kurz darauf von einer spinnenartigen Bestie zerfetzt. Das Spiel richtet sich auch eher an die etwas älteren Spieler, denn mit Blut und Gewalt wird hier nicht gegeizt, schon kurz nach Spielbeginn wird ein Wachmann von einem Laser in 2 handliche Teile gefetzt. Umso erstaunlicher, dass die USK dem Spiel eine Freigabe ab 12 verpasste, während selbst die ELSPA der Meinung war, das es eher ab 15 geeignet ist. Zusammen mit Joey, der sehr viele lustige Sprüche bringt und schonmal Asimovs drei Robotergesetzt für schwachsinnige Science-Fiction erklärt, durchstreift man viele Ortschaften, von den Fabriken der oberen Welt, runter zu den Wohnblocks in Belle Vue und dabei trifft man natürlich auf die typischen Charaktere, die mitunter sehr skuril sind, wie etwa die Millionärin Danielle oder die holographische Sekretärin des Arztes. Diese Sekretärin war früher mal seine Frau und nach ihrem Tod hat er sie einfach virtualisiert – immerhin macht sie so auch wesentlich weniger Ärger, da man sie einfach abschalten kann. Zwischendrin macht man auch Abstecher in die virtuelle Welt von LINC, wo man im Cyberspace weitere Rätsel lösen muss, die aber mitunter auch etwas merkwürdig sind. Hier muss man mit Passwörtern (In Form der Yin-Yang Symbole) und Decryptern agieren und überwachende Augäpfel blind machen. Auch muss man mit dem Spielgeschwindigkeitsregler im Optionsmenü spielen, ansonsten scheitert man den Versuchen, die Augäpfel blind zu machen. Diese Abschnitte sind aber zum Glück relativ kurz gehalten. Die Grafik ist in einem, für das Thema, überraschend bunten Stil gehalten. Vor allem Belle Vue ist schon fast ein farbiger Overkill, wo sieht man sonst blauen Löwenzahn? Wogegen das Fabrikviertel mit seinen Brau- und Grautönen sehr trostlos und heruntergekommen wirkt. Die Animationen der Figuren sind ebenfalls in Ordnung. Leider ist aber die Auflösung recht gering und so ist die Grafik doch recht stark pixelig, aber das stört nach einiger Zeit gar nicht mehr. Die Musik besteht aus Midi-Gedudel, leider hat man hier nicht die CD-Rom für anständige Musik genutzt. Jeder Ort hat seine eigene Musik die meist recht gut passt, aber es ist eben keine besonders tolle Musik, wie sie etwa Monkey Island oder Indiana Jones 4 boten. Die Soundeffekte sind recht unscheinbar. Richtig gut ist die dagegen die Sprachausgabe, die Figuren sprechen tatsächlich mit australischem Akzent, was für das nötige Flair sorgt. Beneath a Steel Sky ist ein sehr gutes Adventure, mit einem interessanten Setting. Adventurefans werden bestens unterhalten, auch wenn das Spiel vielleicht etwas zu einfach ist. Die meisten Rätsel stellen wohl höchstens Genreneulinge auf die Probe. Aber abgesehen von diesem kleinen Manko, macht das Spiel einfach Spaß. Seit 2003 ist Beneath a Steel Sky auch als Freeware freigeben, das sogar in der CD Fassung mit Sprachausgabe. Auf modernen PCs nutzt man am besten ScummVM um es zu spielen. Publisher: Virgin Developer: Revolution Software Erscheinungsjahr: 1994 Erschienen für: PC, Amiga Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Leicht-Mittel  
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 7/10 | 8/10 | | Gameplay | 8/10 |
Im Forum kommentieren |