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Bio Menace von Apogee ist ein sehr schönes Beispiel für das Verhalten von Publishern früher - im Vergleich zu heute. Denn Bio Menace wurde nicht nur als Shareware Spiel veröffentlicht (Ich wette mal, dass alle Publisher heutzutage das Sharewareprinzip für kapitalen Selbstmord halten), sondern auch technisch war das Spiel geradezu steinzeitlich. Denn das Spiel erschien im Sommer 1993, nur wenige Monate bevor Doom den PC Spielemarkt kräftig durchschütteln würde und während das jenes eine grafische Revolution war, kommt Bio Menace in prächtiger EGA Grafik mit 16 Farben daher. Nun, Grafik ist ja nicht wichtig und das Spiel ist wohl einer der besten Beweise dafür, denn trotz der kruden Grafik macht es Spaß.
Die Hauptfigur des Spiels hört auf den wunderbar innovativen Namen Snake Logan und auch wenn der Typ schon etwas älter aussieht und mit seinem Pornoschnauzer eher lustig wirkt, tritt er doch ganz gut in den Arsch der ganzen Mutantenmonster und Roboter, mit denen man es hier zu tun kriegt. Diese sind nämlich in Metro City (Wieder so herrlich einfallsreich…) eingefallen und haben überraschenderweise nicht alle Menschen getötet. Nein, für jeden Level haben sie sich eine Geisel geschnappt und diese muss man nun befreien. So rennt man erstmal durch die Straßen und gelangt durch zerbrochene Fenster in Büroräume. Hier fällt vor allem der Detailgrad auf. Die Levels sind voll mit Dingen im Hintergrund. Ob es zerstörte Autos auf den Straßen sind oder blutige Leichen, die irgendwo rum liegen, es gibt viel zu sehen. Generell ist der Gewaltgrad recht hoch und ungewöhnlich, wenn man es mit den anderen Jump n’ Runs dieser Zeit vergleicht. Selbst Duke war da noch harmloser.
Das Ziel in jedem Level besteht darin, die Geisel zu befreien. Diese ist meist hinter einer Art Laserbarriere gefangen. Man muss also erst einen Stein finden, den man in eine Fassung einsetzen muss, damit die Barriere verschwindet. Dann kann man die Geisel retten und erhält von ihr den Schlüssel zum Ausgang. Zwischendrin beseitigt man unzählige, aggressive aber nicht sonderlich intelligente Gegner und sammelt natürlich haufenweise Gegenstände ein. Waffen, Lebensenergie, Extraleben, Kristalle und Dinge, die Punkte geben, liegen nicht nur offen auf der Straße rum, sondern verbergen sich auch hinter Schränken, für die man erstmal Schlüssel benötigt, die man ebenfalls finden muss. An Waffen mangelt es dem Spiel nicht. Das Maschinengewehr ist Standard, hat man Munition, kann man Dauerfeuer nutzen, hat man keine Munition, kann man nur noch drei Schuß abfeuern und muss dann kurz warten. Des Weiteren gibt es Plasmawaffen, normale Granaten, Feuergranaten und Super Bullets, die mit einem Treffer tödlich sind. Ab und zu findet man auch eine Drohne, die Geleitschutz bietet. Allerdings haben die Waffen einen entscheidenden Nachteil: Man kann sie nicht beliebig wechseln. Sammelt man also beispielsweise die Plasmawaffe ein, nutzt man diese fortan. Sammelt man daraufhin aber z.B. das MG Symbol ein, hat man wieder das normale Maschinengewehr, man kann nicht zurück zur Plasmawaffe und alle Schüsse die man bis dato hatte verfallen. Das gleiche gilt bei den Granaten.
In den Levels geht es meist von Links nach Rechts und ab und zu auch mal nach oben oder eben in Gebäude. Neben der Stadt ist man auch in Wäldern, Labors, Höhlen und anderen genretypischen Orten unterwegs. Da Bio Menace aus insgesamt 3 Episoden besteht, die mehr oder weniger eigenständig sind, hat man eine große Menge Levels. Auch bei den Gegnern wird Abwechslung groß geschrieben, von grünen Goblins mit roter Irokesenfrisur über Roboter hin zu mutierten Ameisen, wird recht viel geboten. Alle Gegner verhalten sich unterschiedlich. Manche sind schon nach einem Treffer tot, andere muss man regelrecht in Stücke schießen (und das geht). Natürlich fehlen auch nicht die obligatorischen End- und Zwischenbosse, die ganz besonders groß und böse sind.
Dank wählbarer Schwierigkeitsgrade, ist das Spiel auch später noch eine Herausforderung. Recht merkwürdig ist die Practice Option, hier hat man die Möglichkeit jeden Level direkt anzuwählen und kann ihn dann spielen…allerdings nur 15 Sekunden lang. So richtig Sinn macht das nicht. Ein Speichersystem gibt es, dieses funktioniert allerdings so, das man jederzeit irgendwo im Level abspeichern kann, lädt man den Spielstand aber, fängt man immer vom Levelstart aus an. Auch wenn man ein Leben verliert, kommt man zurück zum Anfang, außer man findet den einen Speicherzwischenpunkt, der meist in der Hälfte des Levels steht. Auf Dauer ist das aber nervig.
Wie gesagt wird grafisch nur EGA Grafik verwendet, diese ist allerdings recht detailreich und bietet bei den Monstern auch nette Animationen. Insgesamt bei weitem nicht so schlimm wie erwartet und nach kurzer Zeit stört sie auch schon gar nicht mehr. Die Musik ist typisches Midigedudel und die Soundeffekte klingen auch eher schwach, zumal sie recht leise sind und das MG irgendwie mehr nach Spielzeugbohrer tönt.
Trotzdem ist Bio Menace nicht umsonst einer der Kultitel von Apogee, der sich gut zu Commander Keen, Realms of Chaos oder Duke Nukem einreiht. Auch heute ist das Spiel noch sehr gut für zwischendurch, es macht einfach Spaß und motiviert durch viele geheime Räume, die man erstmal finden muss.
3D Realms hat mittlerweile die Vollversion auch als Freeware freigeben, man kann es hier runterladen.
Publisher: Apogee Developer: Apogee Erscheinungsjahr: 1993 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 5/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 7/10 | | Gameplay | 7/10 |
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