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Broken Sword, Circle of Blood, Baphomets Fluch, bei drei Titeln für ein Spiel, könnte man schon fast den Eindruck haben, dass man es mit dem Spieleäquivalent eines B-Films zu tun hat. Dies ist bei Revolutions drittem Werk allerdings zum Glück nicht der Fall. Spielte deren vorheriges Spiel noch in einer düsteren Zukunftsvision in Australien, befindet man sich nun in der Gegenwart. Im Intro lernt man erstmal George Stobbart kennen, ein Amerikaner, der eigentlich nur einen ruhigen Urlaub in Frankreich verbringen will. Er sitzt in einem Cafe in Paris und alles könnte schön sein. Der ältere Herr, der das Cafe betritt ist kaum auffällig, der bunte Clown dagegen schon. Dieser betritt das Geschäft und kommt schon kurz danach wieder raus. Er verschwindet in dem Moment, als das Cafe mit einer lauten Explosion in die Luft fliegt. George hat Glück, er überlebt ebenso wie die Angestellte, der alte Mann dagegen hatte weniger Glück. George Stobbart wäre keine Spielfigur, wenn er sich nicht sofort an die Aufklärung der Tat macht und das nicht allein, denn neben der Polizei findet sich schon bald eine Reporterin namens Nico Collard ein und die beiden bilden direkt ein Team. Anfangs hat man den Eindruck, es mit einer normalen Kriminalgeschichte zu tun zu haben. Wer ist der Clown? Warum sprengte er das Cafe und wo ist er hingeflohen? Schon bald zeigt sich aber, das hinter der Tat mehr steckt als nur ein terroristischer Anschlag und es geht um die Tempelritter und eine Gruppe machthungriger Menschen die natürlich mal wieder die Weltherrschaft an sich reissen wollen und auf der Jagd nach dem Schwert Baphomets sind. Sie nennen sich die Neo-Templer. Broken Sword präsentiert sich natürlich als klassisches Point & Click Adventure im 2D Look und comichafter Grafik. Die Steuerung ist relativ simpel, ebenso wie bei den vorherigen Spielen von Revolution gibt es keine Verben, sondern alle Aktionen werden automatisch so ausgeführt, dass es passt. Die rechte Maustaste dient zum Ansehen von Gegenständen und Personen, die linke führt alle Aktionen von Ansprechen bis benutzen aus. Auch die Gespräche laufen recht einfach ab, im unteren Bildbereich gibt es anklickbare Icons, durch die man das Gespräch auf ein Thema wie z.B. den Clown bringt. Für viele ist es zwar ein Kritikpunkt, ich finde es aber sehr toll, dass dieses Spiel recht dialoglastig ist. Nicht nur sind viele Dialoge recht witzig, wie jener in dem irischen Pub, sondern man bekommt auch noch ein bisschen geschichtliches Wissen mit auf Weg. Warum entstand der Aberglaube am Freitag den 13.? Warum wurden die Tempelritter hingerichtet? Wer dies nicht weiß, wird in diesem Spiel seine Antwort finden – auch wenn das meiste an Baphomets Fluch absolut fiktiv ist, fanden doch viele Fakten und reale Mythen ihren Weg in das Spiel. Da dieses Spiel auch in zahlreichen Ländern spielt, man besucht neben Frankreich auch Syrien, Spanien, Schottland und Irland, kamen die Entwickler natürlich auch nicht umhin, ein paar landestypische Klischees einzubauen. Vor allem das irische Pub fand ich hierbei sehr witzig, mit den Trunkenbolden, aber auch Syrien hat einige recht witzige Charaktere, wie den Teppichhändler der sich mit gierigem Blick die Hände reibt und nur darauf wartet, den nächsten Touristen abzuzocken. Das alles geschieht allerdings immer mit einem Augenzwinkern und wirkt nicht bösartig. Recht bösartig sind dagegen die zahlreichen Möglichkeiten zu sterben. Oft genug macht man einen falschen Schritt und ist tot. Hier gilt es wieder mal alle 10 Minuten zu speichern, denn oft genug weiß man erstmal gar nicht, was man machen muss. So ist man in Paris in einem Hotel und klaut eine Pergamentrolle, will man das Hotel verlassen, wird man von zwei finsteren Typen aufgehalten, von ihnen durchsucht und wenn sie bei George das Pergament finden, bedeutet dies den Tod. In anderen Szenen muss man fast schon wie bei Dragon’s Lair einen schnellen Klick ausführen, damit sich Stobbart etwa vor einer umfallenden Steinfigur rettet. Dies ist mitunter nervig, vor allem da die normalen Rätsel im direkten Vergleich recht einfach sind. Da man im Inventar meist immer nur recht wenige Gegenstände mit sich rumträgt, kommt man sehr schnell auf die richtige Lösung oder wird dezente in den Dialogen auf die richtige Fährte gebracht. Hier hätte man ruhig etwas herausfordernder zu Werke gehen können. Grafisch präsentiert sich die Jagd nach den Neo-Templern im Comiclook, vor allem die Zwischensequenzen sehen sehr nach Zeichentrickfilm aus, was auch daran liegt, das verschiedene Mitarbeiter der Bluth Studios hier gearbeitet haben. Die normale Spielgrafik steht dem ganzen aber kaum nach, ist in 2D gehalten und überzeugt vor allem durch schöne Animationen und Parallax Scrolling. Negativ könnte man höchstens anmerken, das die Figuren nicht wirklich lippensynchron zur Sprachausgabe agieren. Die Musik hält sich überwiegend dezent im Hintergrund und wird meist dazu genug um Spannung zu erzeugen oder anzuzeigen, das man auf dem richtigen Weg zu einer Lösung ist. Die Soundeffekte passen sich dem ebenfalls an und fallen nicht negativ auf. Bei der Sprachausgabe hatte ich die Möglichkeit sowohl die deutsche Version als auch die Originalfassung zu spielen da ich beide besitze. Es ist sicher vom persönlichen Geschmack und vom Englischkönnen abhängig, aber ich kann jedem nur empfehlen sich das Spiel im Originalton anzutun. Denn auch wenn man für die deutsche Synchro einige bekannte Sprecher (allen voran Franziska Pigulla) verpflichtet hat, sprechen diese doch etwas arg gelangweilt ihren Text runter. Revolution hat bei der Originalfassung dagegen sogar akribisch genau darauf geachtet das in den jeweiligen Ländern englisch mit passendem Akzent gesprochen wird. Vor allem in Syrien ist das klasse und natürlich Irland, denn das irische englisch ist ja immer ein Erlebnis. Für mich sorgt das einfach für wesentlich mehr Atmosphäre. Egal ob man es nun Baphomets Fluch, Broken Sword oder Circle of Blood nennt, das Spiel ist eines der besten Non-Lucas Arts Adventures überhaupt, auch wenn der Schwierigkeitsgrad eben etwas niedrig ist, aber die tolle Handlung und die Charaktere machen das auch wieder wett. Pflicht eben für jeden, der dieses Genre mag. Publisher: Virgin Developer: Revolution Erscheinungsjahr: 1996 Erschienen für: PC, Mac, Playstation, GB Advance, Nintendo DS, Windows Mobile, Wii Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Leicht-Mittel 
| Grafik | 8,5/10 | | Spielspass | | Sound | 9/10 | 9/10 | | Gameplay | 8,5/10 |
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