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Veteranen der Spieleszene, die auch schon bei C64 und Amiga im Einsatz waren, geraten meist ins Schwärmen wenn man den Titel Bundesliga Manager in die Runde wirft. Vor allem der Bundesliga Manager Professional, meist BMP abgekürzt, ruft viele Erinnerungen nach durchzockten Nächten wach. Grund genug also, dass ich mir das Spiel auch mal ansehe.
Herausgekommen ist das Spiel 1991 und war der zweite Fußballmanager von Software 2000. Der Name Professional lässt auf viele Verbesserungen schließen. Am Anfang war erstmal das Titelbild, hier gibt es das einzige Mal Musik zu hören, während dem restlichen Spiel dringt nichts aus den Lautsprechern, außer dem Publikumslärm bei einem Spiel. Eine gute Entscheidung, wo WiSims meist mir schrecklicher Musik nerven.
Maximal vier Spieler können antreten, man wählt ein Portrait, gibt seinen Namen ein und wählt ein Team. Insgesamt gibt es über 50, aber natürlich nur deutsche Mannschaften, das Ausland lernt man nur in Europapokalspielen kennen. Hat man sein Team gefunden, stellt man noch die Spielparameter ein. Der Schwierigkeitsgrad will festgelegt werden und ob man ein Endlosspiel oder ein zeitlich begrenztes Starten will. Etwas überflüssig fand ich die Option „Historischer Start“, da ändert sich der Kalender einfach auf 1963. Historisch ist das Spiel auch so schon, denn es fängt mit der Saison 1992/93 an. Das Spiel verfügt über die Originalnamen der Vereine und Spieler, was aus heutiger Sicht natürlich den absoluten Retrocharme mit sich bringt. Etwas schade finde ich es, dass man immer in der Amateur-Oberliga anfängt und sich über diese und die 2. Liga in die erste vorkämpfen muss. Ausnahmen sind die zeitlich begrenzten Spiele, da startet man sofort in der Bundesliga.
Das Hauptmenü besteht aus dem Managerportrait, dem Vereinswappen, dem Namen, einem Diagramm des Tabellenstandes und dem Kalender. Darunter sind links und rechts jeweils 3 Buttons. Auf der rechten Seite befindet sich der Button für die Pokale, die Optionen und um das Spiel zu beenden, auf der linken die interessanteren wo es um das Team geht. Klickt man einen Button an, erscheinen in der Mitte 9 weitere Buttons. Das ganze ist einigermaßen intuitiv und man kommt recht schnell in die Menüs. Geboten wird dem Manager einiges. Die üblichen Optionen wie Aufstellung, Training, Transfermarkt, Stadionausbau und Sponsoren gibt es ebenso wie zahlreiche Statistiken.
Das alles ist natürlich nicht so mit den überladenen Managern der heutigen Zeit zu vergleichen. Wo man beim Fußball Manager 2007 sehr lange Zeit in den Menüs verbringt und 43 Einstellungen vornehmen muss, ehe man dann mal auf den Platz kommt, ist das Ganze hier um einiges simpler. So kann man sein Team aufstellen, ein Spielsystem wählen und über einen Button den Einsatz festlegen. Fertig. Genauere Taktikanweisungen gibt es nicht. Auch das Training besteht nur daraus, das man die Trainingsintensität festlegt und Bälle auf Bereiche wie Torschuss, Kondition und Spiel und die einzelnen Mannschaftsbereiche wie Sturm und Mittelfeld verteilt. Ähnlich simpel ist auch der Transfermarkt, da stehen ein paar Spieler drauf, mit denen kann man verhandeln was daraus besteht das man eine Ablösesumme und ein Spielergehalt festlegt und entweder klappt der Deal oder nicht. Eine Spielersuche oder eine Abwerbungsoption gibt es nicht. Auch beim Stadionausbau ist alles recht simpel. Man darf die Sitz- und Stehplätze erweitern, ein Dach bauen, dann noch eine Anzeigetafel und Flutlicht in verschiedenen Größen bauen und den Komfort einstellen. Aber immerhin wird in einem Fenster angezeigt, wie das Stadion immer schöner aussieht. Das mag auf den ersten Blick sehr simpel klingen und so als würde BMP langweilig werden, aber wie so oft ist eben nur wichtig, was auf dem Platz geschieht und tatsächlich finde ich es sogar um einiges schwerer, ein Team zu managen wenn man nur minimale Möglichkeiten hat, als wenn man, ähnlich wie eben beim FM07, tausend Assistenten und tausend Vorgaben einstellen muss.
Gehen wir mal ins Stadion und schauen was unsere Jungs so machen. Das Spielfenster besteht aus einer Anzeigetafel, mit den Namen und Wappen der Vereine und natürlich dem Spielfeld. Aber auch hier geizt man nicht mit Statistiken, denn die Zuschauerzahl, Torchancen, Karten und verletzte Spieler werden jederzeit angezeigt. Darunter ist dann ein Balken der die Spielzeit anzeigt und dazwischen sieht man dann die Torchancen, wenn man diese im Optionsmenü aktiviert hat. Das sind kleine Szenen die furchtbar pixelig aber sehr niedlich aussehen. Kurze Zeit später brachte Software 2000 neben einem Spielereditor noch einen Szeneneditor raus, mit dem man eigene Szene erstellen konnte. Kreativ, kreativ…warum gibt es so was heute nicht mehr? Ungeduldige schalten die Szenen ab und kriegen dann nur noch angezeigt ob ein Tor fällt oder eine Chance vertan ist. Nach dem Spiel werden die Ergebnisse und Tabellen angezeigt, auch hier kann im Optionsmenü wählen, ob man nur seine Liga oder alle sehen will. Danach gibt es noch optional die Zeitung, das ist ein klasse Feature. Es steht ein Bericht über das Match drinnen und darunter eine Benotung aller Spieler. So lassen sich etwaige Schwachpunkte in der Mannschaft feststellen.
Grafisch ist das Spiel solide, eben etwas pixelig und altmodisch aber es kam eben im Original 1991 raus und dafür sieht das alles schon recht ordentlich aus, auch wenn die vielen Blautöne etwas eintönig sind.
Der Bundesliga Manager Professional ist alt und verbirgt das auch nicht. In Sachen Optionsvielfalt kann er zu keiner Sekunde mit modernen Titeln mithalten, aber - und das ist das schöne, er ist sehr simpel und einfach zu bedienen, lässt sich flott spielen und eignet sich so auch heute noch für schnelle Partien, denn in der Zeit wo beim Fussball Manager 07 eine Woche berechnet wurde, hab ich hier schon 3 Spieltage rumgebracht.
Publisher: Software 2000 Developer: Software 2000 Erscheinungsjahr: 1991 Erschienen für: PC, Amiga Anzahl Spieler: 1-4 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 7/10 | | Spielspass | | Sound | 4/10 | 8/10 | | Gameplay | 9/10 |
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