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Bei Casinos denkt man natürlich sofort an Las Vegas und den Strip, wo sich die größten und bekanntesten Casinos befinden. Auf eben jenem spielt auch Casino Empire und natürlich handelt es sich bei diesem Spiel um eine Wirtschaftssimulation.
Lediglich zwei Spielmodi stehen zur Wahl: Empire und Sandbox. Sandbox ist schnell erklärt: Hier darf man einfach so vor sich hinspielen, so lang wie man will, ohne Missionen oder Pflichten. Empire stellt dann eine Art Karrieremodus dar. Die namenlose Spielfigur hat einen Cousin, der ein kleines Casino betreibt und natürlich erfolglos, also soll man zur Rettung eilen und den Laden auf Vordermann bringen. Dieser erste Level wird von einem optionalen Tutorial begleitet, welches dem Spieler alle Funktionen näher bringt. Aber wirklich nötig ist das nicht, Casino Empire ist ein sehr einfach zu bedienendes Spiel.
Dieses erste Casino ist auch noch sehr unspektakulär und ähnelt eher einem deutschen Casino. Völlig ohne Thematik hat man einfach zwei miteinander verbundene Räume. Hier baut man erstmal ein paar Automaten. Video Poker und Slotmaschinen bringen ohne viel Aufwand Geld. Hat man dann etwas Geld damit verdient, kann man mal ein paar Tische aufstellen. Alle Spiele, die man so aus dem Casino kennt, wurden eingebaut. Craps, Blackjack, Roulett oder ein Glücksrad. Bei all diesen Attraktionen darf man einstellen, wie hoch der Mindesteinsatz ist und wie groß die Chance ist, das ein Spieler gewinnt. Hier darf man die Angestellten auch zu Betrügereien auffordern, aber damit sollte man sich nicht erwischen lassen. Aber es ist nicht damit getan, diese Tische einfach in der Gegend zu verteilen, denn der Gast will auch noch was zu sehen kriegen und so setzt man ein paar Blumen und Statuen daneben. Jetzt ähnelt das ganze schon etwas mehr einem Casino. Die Wände, zumindest jene, die man sieht, darf man auch noch bebauen. Hier kann man kleine Gebäude platzieren. Eine Kasse, damit die Gäste Geld holen können, Toiletten, ein Bewachungsdienst und diverse Unterhaltungsräume wie Cafe, Restaurant oder Nachtclub. Spiele wie Keno, Poker oder Bingo finden auch ihren Platz und da in Las Vegas gern geheiratet wird, darf eine Kapelle auch nicht fehlen. Äußerlichkeiten spielen natürlich auch eine Rolle. Wer will schon in ein Casino, das von außen wie eine Bruchbude aussieht? So muss man sich auch um diese Gestaltung kümmern und kann vom Neonschild bis zum Fahrgeschäft unzählige Dinge kaufen. Zumindest in Las Vegas hängen Casinos meist noch an einem Hotel dran. Auch das will organisiert sein, wobei das recht simpel gehalten ist. Man kann nur normale Zimmer und Suiten bauen und dann noch optionale Services anbieten, wie Keno, Internetzugriff, Videospiele oder einen Escortdienst. Auf jeden Fall hat man ganz schön viel zu tun und die Gäste sind nur schwer zufrieden zu stellen.
Am Anfang darf man noch gar nicht alles bauen. Jedes Casino bietet vier Ausbaustufen, um eine Stufe höher zu gelangen, muss man zwei Ziele erfüllen: Eine bestimmte Anzahl Gäste im Casino haben und eine bestimmte Menge Geld. Hat man das, steigt man eine Stufe auf und weitere Attraktionen werden für den Spieler erhältlich. Meist sind auch die Missionsziele an diese Ausbaustufen gebunden. Mit einem Level 1 Casino, zieht man kaum Spieler an und schon gar keine VIPs. Eines der Ziele ist es aber immer, eine bestimmte Anzahl Besucher zu haben. Neben diesem Ziel gibt es noch andere, die sich abwechseln. Eine festgelegte Menge Geld, eine vorgegebene Ausbaustufe oder ein Casinorating. Das Ganze muss natürlich innerhalb eines bestimmten Zeitlimits erreicht werden.
Hat man das erste Casino erfolgreich aufgebaut, geht es weiter zum nächsten. Insgesamt acht Casinos wollen bewältigt werden und ab dem zweiten sind sie alle an real existierende Las Vegas Casinos wie etwa das Luxor, Circus Circus oder das Excalibur. Das schöne hierbei ist, dass die Gebäude sehr hübsch gestaltet sind und man immer an das jeweilige Setting angepasste Gegenstände bekommt.
Ab der zweiten Mission hat man es auch mit der unliebsamen Konkurrenz zu tun. Man selbst kann sie attackieren, beispielsweise Monitore dort nutzen um für das eigene Casino Werbung zu machen oder einfach mal einen Schlägertrupp vorbeischicken. Aber natürlich wenden die Feinde diese Möglichkeiten auch selbst an und so sollte man einige Wachleute und Überwachungskameras besitzen. Zufällige Ereignisse, dürfen in einer Wirtschaftssimulation natürlich nicht fehlen. Mal gibt es eine Finanzkrise und die Besucher geben weniger Geld aus, dann wird einem ein Belüftungssystem angeboten, das die Gäste zu größeren Geldausgaben treibt. Kleinere Bonusaufgaben tauchen so ebenfalls auf. So sucht etwa ein Regisseur ein Casino für einen Film, das passende muss aber über mindestens 3 Kassen verfügen oder eine Sci-Fi Convention sucht einen Veranstaltungsort, der aber über mindestens 3 Toiletten verfügt. Erfüllt man diese Aufgaben, gibt das natürlich einen enormen Popularitätsschub. Diesen gibt es auch, wenn VIPs ankommen. Vom Filmstar bis zum Musiker gibt es jede Menge Personen, die an real existierende angelehnt sind, von Arnold Schwarzenegger über Bill Clinton zu Michael Jackson. Diese, wie auch die normalen Gäste, haben unterschiedliche Bedürfnisse und sagen jederzeit ihre Meinung zum Casino.
Hierbei gibt es dann auch den ersten großen Kritikpunkt, denn die Wegfindung dieser Figuren ist mehr als schlecht. So beklagt sich Arnie, das er Hunger hat, rennt aber jedes Mal am Restaurant vorbei. Andere suchen die Toiletten und rennen an diesen vorbei. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Ansicht. Diese ist isometrisch und bietet schon mal das Problem, das alle Tische, Automaten und sonstigen Gegenstände eben auch isometrisch sind und man diese nicht „gerade“ platzieren kann. Da man nicht frei im Casino bauen kann, sondern nur auf speziell markierten Flächen, lässt man meist unnötig viel Platz frei. Der andere Negativpunkt an der Sache ist, dass man die Kameraansicht auch nicht drehen kann. Es gibt nur eine Position. Ab und zu sieht man so nicht mal alle Ein- und Ausgänge. Noch schlimmer ist, dass man so nicht alle Wände zur Verfügung hat. Wie gesagt, baut man an diese aber viele wichtige Räume an und von denen gibt es so viele, das man schnell in Platznot gerät und dann beklagt sich das Spiel, das man nur drei Toilettenräume hat und dies viel zu wenig für die 500 Gäste wäre. Was mir auch ein wenig fehlt, wäre ein Netzwerkmodus, denn es würde sicher viel Spaß machen, zusammen mit anderen ins Konkurrenzgeschäft einzusteigen. Für die Langzeitmotivation hätte es wohl nicht geschadet, eine Möglichkeit einzubauen, um eigene Casinos zu erstellen oder generell ein paar Editoren beizulegen.
Zwar ist es schade, dass man nicht alle Geräte auch selbst spielen darf, aber zumindest kann man an Poker (5 Card Draw und Texas Hold ’em) sowie Black Jack Turnieren teilnehmen.
Grafisch präsentiert sich das Spiel unspektakulär. Es gibt nur eine Auflösung, grafische Details lassen sich auch nicht verändern. Die Figuren sind recht pixelig, die Casinos sehen aber zumindest recht hübsch aus. Wirtschaftssimulationen stellten sich aber noch nie durch gute Grafik hervor. Dagegen ist die Musik absolut großartig. Es gibt viele unterschiedliche Stücke, die meist an das Setting des Casinos angepasst ist. Von Loungemusik über Jazz zu Rock wird hier viel geboten und sie passt perfekt. Alternativ darf man über das Optionsmenü auch eigene MP3s anwählen. Die Soundeffekte klingen recht gut und vor allem realistisch. Sprachausgabe gibt es und hier muss man den Produzenten des Spiels ebenfalls ein großes Lob aussprechen. Es gibt viele unterschiedliche Sprecher und für die VIPs hat man sogar gute Stimmenimitatoren besorgt. Vor allem die Kopien von Arnold Schwarzenegger und Michael Jackson sind stimmlich schon sehr nah am Original dran.
Casino Empire leidet am Ende aber natürlich auch wieder unter dem typischen Problem und das ist die Langzeitmotiviation. Die meisten Missionen sind recht einfach, wenn man erstmal den Dreh raus hat und es gibt eben nur 8 Missionen. Bei diesen wird man zwar gut unterhalten, aber danach ist eben nichts mehr. Der Sandboxmodus macht auch nur Spaß, bis man alles gebaut hat, dann sieht man noch etwas zu und das war es. Trotz diesem Problem und der angesprochenen Schwächen, macht das Ganze aber einfach Spaß. So ist es sehr empfehlenswert für alle Fans dieses Genres. Vor allem, da man das Spiel mittlerweile für ein paar Euro nachgeworfen bekommt.
Publisher: Sierra Developer: Sierra Erscheinungsjahr: 2002 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Leicht-Mittel
 
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 8/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 7/10 |
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