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Bei dem Wort Wolfenstein denkt man natürlich zuerst an Wolfenstein 3D von id, das dem First Person Shooter Genre neue Impulse gab. Aber wohl nicht alle wissen, dass Wolfenstein 3D auf einem viel älteren Spiel basiert. Castle Wolfenstein wurde 1981 von Silas Warner entwickelt und dürfte ohne Frage eines der revolutionärsten Spiele der frühen 80er sein. Man spielt einen alliierten Soldaten, der von den Nazis gefangengenommen und auf der Burg Wolfenstein eingesperrt wurde. Da der Soldat weder Interesse an dem Verhör hat, noch sterben will gibt es natürlich nur die Flucht. Ab dem Moment übernimmt der Spieler die Steuerung und es gilt, durch die Burg zu wandern und den Ausgang zu finden. Aber erstmal sollte man sich an die Steuerung gewöhnen, denn die ist leider alles andere als intuitiv. Auf der Tastatur steuert man mit Q,W,E,A,D,Y,X,C die Spielfigur in acht Richtungen, dabei wandert sie auf Tastendruck automatisch los, bis man entweder mit S das Haltesignal gibt oder man gegen eine Wand rennt. Mit I,O,P,K,Ö,M,,,. steuert man die Waffe, man kann in acht Richtungen schießen und gefeuert wird mit der L Taste. Zusätzlich kann man mit T Granaten werfen und die Leertaste dient zum öffnen und durchsuchen von Kisten sowie Leichten. Trotz zweier Waffen ist Castle Wolfenstein allerdings kein Actionspiel sondern das erste Stealth Spiel. Zwar kann man die Gegner problemlos töten, allerdings ist es manchmal besser, an den Feinden vorbei zu schleichen, um nicht unnötige Aufmerksamkeit zu erzeugen. Mit etwas Glück findet man auch eine SS-Uniform, mit der man sich tarnen kann. Allerdings fallen nur die normalen dummen Wachen drauf rein. Auf dieses stoßt man am häufigsten, sie wandern auf ihren Pfaden rum und lassen sich leicht umgehen, da sie immer in einem Raum bleiben, ist die Flucht kein Problem. Man kann sie allerdings auch mit der Waffe bedrohen, so das sie sich erstmal ruhig verhalten. Wesentlich aggressiver sind da schon die Waffen SS Mitglieder. Die tragen kugelsichere Westen und verfolgen die Spielfigur auch über mehrere Räume hinweg, dazu sind sie auch sehr treffsicher. Extrem selten trifft man auch auf die nahezu unbesiegbaren SS Supersoldaten, bei denen man am besten direkt sein Testament macht. Neben dem rumschleichen und Gegner ausweichen/erschießen gilt es auch Kisten und Leichen zu durchsuchen. Neben Munition, Granaten und Schlüsseln für Türen findet man oftmals auch eher unnütze Gegenstände wie Eva Brauns Tagebuch, verschiedene Lebensmittel von Bratwurst bis Sauerkraut oder Schnaps. Letzter zumindest sorgt dafür, das man für einige Momente nicht mehr richtig zielen kann. Neben der Steuerung gilt die größte Kritik am Spiel eindeutig diesen Durchsuchungsaktionen, denn es kann schonmal bis zu 3 Minuten (Realzeit!) dauern, bis eine Kiste geöffnet und durchsucht ist. Auch das aufnehmen des Gegenstandes kann 3 bis 20 Sekunden extra dauern. Auf Dauer ist das ganze verdammt nervig, auch wenn so natürlich große Spannung erzeugt wird, denn es könnte ja mitten in der Kistenaktion ein SS Mann daher kommen. Je weiter man im Spiel voran kommt, desto höher steigt man im Rang. Insgesamt acht gibt es und je höher es geht, desto aggressiver, schneller und treffsicherer sind die Gegner. Der Schwierigkeitsgrad wird am Ende schon fast unfair. Ein Feature, das Castle Wolfenstein auch recht interessant macht, ist der Zufallsgenerator. Bei jedem Start kann man das Schloss neu generieren lassen. Räume werden anders angeordnet, die Gegner werden positioniert und auch Kisteninhalte werden zufällig verteilt. Leider führt das aber auch schonmal dazu, das man in einem Raum landet, mit einer Tür aus der man nicht rauskommt und so praktisch gefangen ist. Genauso kann es passieren, das man in Räumen ohne Ausgang landet. Grafisch ist das Spiel natürlich extrem simpel, auch wenn die 3 jahre später erschienene PC Version etwas überarbeitet wurde. Dargestellt wird alles aus der Vogelperspektive, die Figuren allerdings von vorne. Auch die Figuren sind sehr simpel, die eigene Figur hat einen runden Kopf, einen Körper der wie 2 aneinandergeklebte M aussieht und zwei Beine. Animationen sind auch sehr minimal gehalten und außer den Mauern der Räume gibt es nur Türen, Treppen und Kisten als Inneneinrichtung. Ein Feature, das damals ebenfalls für Aufsehen sorgte, ist die Sprachausgabe. Von „Halt“ über „Kommen sie“ bis „Argh“ gibt es viele kurze Sprüche, welche die Gegner aufsagen. Auf dem PC klingen sie allerdings verdammt schlecht. Simple Soundeffekte für Schüsse und Kisten sind dann die einzigen anderen Sachen die aus dem PC Speaker gekracht kommen. Castle Wolfenstein war eine Revolution in vielerlei Hinsicht, da Gameplay war etwas völlig neues, die Sprachausgabe war damals noch etwas besonderes und zusätzlich war es wohl das erste Spiel zu dem eine Modifikation erstellt wurde: Castle Smurfenstein und das ist so abgefahren das man es auch gespielt haben sollte. Allerdings muss gesagt werden, dass aufgrund der Grafik, der Steuerung und dem Schwierigkeitsgrad das Spiel heute wohl nur wenige Menschen interessieren oder gar begeistern kann, aber es bleibt eben einer der wichtigsten Titel der Spielegeschichte. Publisher: Muse Software Developer: Muse Software Erscheinungsjahr: 1981 Erschienen für: PC, Apple II, C64, Atari 400 Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Levelabhängig 
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 8/10 | 7/10 | | Gameplay | 9/10 |
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