|
Ein Spiel aus der Rubrik „Ich wusste gar nicht, dass es existiert“, selbst Google findet nicht all zu viel und man könnte schon fast meinen, das hat seinen guten Grund. Ich hab’s ja auch nur, weil es mal Vollversion beim PC Joker war.
Wir stürzen uns in die wilde Musikwelt. Sex, Drugs und Rock n’ Roll, davon kriegt man hier nicht viel zu sehen. Aber wir sind ja auch nicht Musiker, sondern Besitzer eines kleinen Plattenlabels. Zuerst wählt man sich mal ein Spielziel aus oder man macht ein Endlosspiel. Letzteres ist zu empfehlen. Dann startet man wie immer mit geringem Budget und einem Büro. Neue Gebäude können gebaut werden (aufrüstbar in 5 Stufen) oder man sucht eine Band. Nun, das nicht wirklich. Viel mehr sucht man Musiker und bastelt sich dann in bester DSDS-Manier eine Band zusammen. Diese wird dann in ein Genre gequetscht. Dance, Pop, Rock, Rap, Reggae und Volksmusik. Eine sehr begrenzte Sache. Das Talent der Musiker wird mit einer schlichten Zahl abgehandelt: 1-10. Ansonsten sind die Musiker gesichtslos und das ist schade. Hier hätte man die Möglichkeit gehabt, den Musikern eine Persönlichkeit zu geben. Der Gitarrist hat Drogenprobleme? Der Sänger benimmt sich wie Axl Rose? Die Sängerin fällt nur durch Skandale auf? Die ganze Band hasst sich? Das ganze hätte dem Spiel wesentlich mehr Tiefe gegeben. Man hätte sich um die Band kümmern müssen und schauen das sie nicht in Skandale und den Drogensumpf abgleitet. Hat man eine Band, schickt man sie ins Studio, entweder mietet man eins oder man hat mittlerweile selbst eins gebaut. Hier gibt man an, ob es eine Single oder ein Album werden soll, wählt einen Titel (die Bands sind arme Schweine, sie dürfen nichts selbst bestimmen) und sucht noch Texter und Musikbastler. Scheinbar ist den Machern des Spiels noch nicht zu Ohren gekommen, dass zumindest im Rockbereich auf so etwas zumeist verzichtet wird. Nach ein paar Tagen ist die CD fertig, man sucht sich einen Vertrieb, macht ein wenig Werbung und freut sich über den 1. Platz.Hier zeigt sich der sehr merkwürdige Schwierigkeitsgrad: Finanziell hat man anfangs immer Probleme: Mach einen Fehler und schon nach dem ersten Spielmonat heißt es Game Over. Aber sobald man den überstanden hat und eine halbwegs gute Band besitzt, geht es nur noch darum, möglichst viele Hits zu produzieren und Geld zu sammeln. Scheinbar wussten das die Programmierer selbst und so gibt es Katastrophen. 2-3x im Monat wird ein Gebäude vom Wasser überflutet, hat man eine Versicherung verliert man nur einen Tag. Hat man keine, muss man für den Schaden selbst aufkommen und es ist schon absolut witzlos, wie oft das passiert.
Läuft es einmal, hat man aber sonst auch nicht viel zu tun. Man schickt seine Bands ins Studio, dann auf Tour, dann ins Studio, dann wieder auf Tour und klickt die Tage runter. Man kann die Konkurrenz angreifen, mit den üblichen WiSim Attentaten, aber direkte Auswirkungen hat das wohl nicht. Generell kriegt man von der Konkurrenz so gut wie gar nichts mit, außer die Platzierungen der Konkurrenzbands in den Charts.
Grafisch ist das Spiel sehr schlecht. Sehr pixelig und das typisch deutsche „Wir basteln eine WiSim und die muss natürlich im lächerlichsten Comiclook sein“ Grafikerdenken. Animationen gibt es auch kaum. Nicht mal unterschiedliche Portraits für die Musiker gibt es, insgesamt ungefähr 10 Bilder, aber rund 100 Musiker.Die Musik ist nervtötend, auch das ist typisch für Wirtschaftssimulationen und die Soundeffekte überflüssig. Technisch schreit der Titel geradezu nach 1992, kam aber tatsächlich 1998 raus. Chartbuster ist mal wieder der schöne Beweis dafür, wie man eine tolle Idee versauen kann. Viele WiSims im Musikgeschäft gibt es ja nicht und mit etwas mehr Fantasie und Mühe wäre dieser Titel vielleicht wirklich genial geworden. Aber man hat so ziemlich alles falsch gemacht und bevor man sich auch nur 1 Minute mit diesem Titel beschäftigt, greift man lieber zum kostenlosen Chartwars 3, das hat zwar keine Grafik macht aber hundertmal mehr Spaß. Publisher: Blackstar Developer: New Generation Software Erscheinungsjahr: 1998 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Unausgewogen schwer
| Grafik | 5/10 | | Spielspass | | Sound | 3/10 | 4/10 | | Gameplay | 4/10 |
Im Forum kommentieren |