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Nach dem sich in letzter Zeit das Genre der Stunt Rennspiele wieder größerer Beliebtheit erfreut, war es wohl an der Zeit das Entwickler Moon Byte endlich Crashday aus der Garage lässt. Die Entwicklungszeit konnte ja schon fast mit Duke Nukem Forever konkurrieren und so darf man wohl gespannt sein, ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat. Vorneweg macht sich erstmal Enttäuschung breit, denn auch Crashday ist ein Spiel das nicht fehlerfrei in den Handel kam. Das Spiel stürzt gerne mal ab, erkennt Game Pads nicht und auch Grafikfehler sind an der Tagesordnung. An einem Patch wird zwar gearbeitet, trotzdem stellt sich die Frage, warum der Käufer mal wieder als Betatester herhalten muss… Außerdem hat sich noch auf der Schachtel ein Druckfehler eingeschlichen, statt der dort angegebenen 23 Autos gibt es nur 12. Läuft das Spiel aber erstmal, wird man von einem fast schon überfüllten Hauptmenü empfangen, das dem Spieler zahlreiche Möglichkeiten bietet. Neben den 7 Hauptspielarten wie Wrecking Match (das gute alte Destruction Derby), gibt es z.b. noch normale Rennen, Capture the Flag und natürlich die Stunt Show, wo man mit gewagten Stunts so viele Punkte wie möglich machen muss. Sehr interessant fand ich auch den Bomb Run, da haben die Programmierer wohl vom Film Speed abgeschaut. Das Auto ist mit einer Bombe ausgerüstet, die hoch geht, sobald man unter der Mindestgeschwindigkeit fährt, diese wird nach jedem Checkpoint erhöht. Gewinner ist, wer am längsten überlebt. Vor jedem Rennen kann man zahllose Optionen festlegen. Man kann entweder allein fahren oder Teams bilden, in der Stunt Show kann man beispielsweise noch festlegen ob man auf Zeit spielt oder man Sieger ist, sobald man eine bestimmte Punktzahl erreicht hat. Auch kann man den Nitro Boost an- und ausschalten und die Bewaffnung wählen. Neben einfachen und doppelten Raketen gibt es noch ein schickes MG, mit dem man seine Gegner zu Kleinholz machen kann. Langweilige Pazifisten können die Waffen auch deaktivieren…aber wer will das schon? Ansonsten finden sich noch ein paar Mini Games, wie Weitsprung oder Checkpoint Race. Für die Einzelspieler gibt es noch einen Karrieremodus, der von einer eher dürftigen Hintergrundgeschichte zusammengehalten wird. Hier fährt man einfach nacheinander alle Rennen und Modi ab und muss immer bestimmte Ziele erreichen um Respektpunkte und Geld zu verdienen. Dieses wird dann in neue Autos und Zubehör gesteckt. So das man nach und nach das ganze Spiel freischaltet. Das hat also schon wieder fast was von Need for Speed Underground. Trotzdem muss man sagen, dass die Stärken von Crashday eindeutig im Multi Player Modus liegen. Der Single Player macht zwar auch Spaß, aber die KI der Computerfahrer ist nicht so stark, was sich bei selbsterstellten Maps recht deutlich zeigt. Hier legen die Piloten ein teilweise konfuses Verhalten an den Tag, so als wüssten sie gar nicht wo es lang geht. Das zieht den Spielspaß schon etwas nach unten. Gegen Freunde ist es einfach spaßiger und man kann auch über das Internet gegen Fahrer aus aller Welt antreten. Natürlich darf auch ein Editor für eigene Strecken nicht fehlen. Dieser sieht aus, als hätte man ihn direkt aus Stunts geklaut. Zum Glück ist die Bedienung schön einfach und dank vieler unterschiedlicher Streckenteile sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Positiv anmerken muss man, das die fertigen Strecken nur selten mehr als 100 Kilobyte Speicher belegen, so das man sie auch problemlos uploaden oder per E-Mail verschicken kann. Leider sorgt der Editor auch dafür, dass die Maps recht eckig sind und Grenzen haben, an die man recht schnell stößt. Außerdem muss man beim Streckenbau darauf achten, immer die richtigen Teile zu benutzen, setzt man ein Straßenstück direkt an ein Off-Road Teil ohne ein passendes Verbindungsstück zu benutzen, kann es zu unschönen Grafikfehlern kommen. Kommen wir zu Steuerung und der Technik. Als Arcade Racer wird ein Game Pad natürlich vorausgesetzt. Man kann es zwar auch mit der Tastatur spielen, aber dadurch wird die eh schon recht gewöhnungsbedürftige Steuerung noch erschwert. Generell hätten die Entwickler noch etwas an der Steuerung arbeiten sollen. Die Fahrzeuge rutschen viel zu übertrieben über die Strasse und das Handling ist recht gewöhnungsbedürftig. Grafisch werden einige nette Effekte geboten. Ständig fliegen Einzelteile und Splitter durch die Gegend und die Fahrzeuge verwandeln sich nach und nach in schrottreife Blechhaufen. Auswirkungen auf das Fahrgefühl hat das allerdings nicht. Ansonsten kann die Grafik natürlich nicht mit der von NFS Most Wanted oder DTM Race Driver 3 mithalten, aber sie sieht auch nicht schlecht aus und bei einem Spiel wie Crashday wird sowieso auf andere Dinge Wert gelegt. Der Sound ist ok, allerdings klingen die Motoren teilweise doch etwas nach Rasenmäher, da hätte man noch arbeiten können. Die Musik ist eine Mischung aus Techno und Rock bzw. Crossover. Sicher Geschmackssache aber immer noch besser als HipHop. Bleibt abschließend zu sagen, das Crashday ein Spiel mit einigen kleineren Mängeln und Bugs ist, die aber noch gefixt werden können. Nichtsdestotrotz macht es Spaß, durch die Möglichkeit eigene Strecken zu erstellen, leidet auch die Langzeitmotivation nach einiger Zeit nicht. Allerdings liegen die Stärken eben ganz klar im Multi Player Modus, wer nur alleine spielt, wird wohl schnell das Interesse verlieren.
Publisher: Atari Developer: Moon Byte Erschienen für: PC Erscheinungsjahr: 2006 Anzahl Spieler: 1-8 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 7/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 7/10 | | Multiplayer | 8,5/10 |
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