|
Die Delta Force Reihe war eine der ersten Spiele, die ein wenig Taktik in das First Person Shooter Genre brachten. Auch wenn das Gameplay der ersten drei Spiele, aus heutiger Sicht, reichlich unspektakulär und angestaubt wirkt. Nahm sich NovaLogic bei diesen Spielen noch die kreative Freiheit und erfand Missionen, greift man bei Black Hawk Down auf einen realen Konflikt zurück. Auch wenn das Spiel den gleichen Namen trägt, hat es nichts mit dem Buch von Mark Bowden zu tun, der später verfilmt wurde.
Vom Dezember 1992 bis zum 4. Mai 1993 wurde eine Eingreiftruppe (Unified Task Force) in das von Hungersnöten und Bürgerkriegen zerrüttete Somalia geschickt. Die Soldaten sollten eigentlich nur dafür sorgen, dass von der UN entsandte Hilfsgüter auch tatsächlich bei der Bevölkerung und nicht bei den bösen Buben landen oder diese die Helfer angreifen. Als Spieler übernimmt man nun die Rolle eines Soldaten in diesem Konflikt.
Im Vergleich zu den Vorgängern, spielt sich Black Hawk Down wesentlich actionlastiger. Zwar sollte man immer noch nicht blind in die Gegend rennen und keine Zivilisten töten, aber den KI-gesteuerten Kollegen kann man beispielsweise keine Anweisungen geben. Zum Glück verhalten sich diese aber einigermaßen intelligent. Auch bei den Missionen heißt es eigentlich nur „Immer drauf“. Selbst wenn bei der Mission dabei steht, dass man leise vorgehen sollte und Gegner nur im Notfall töten, kann man den Rambo spielen. Zwar kommen dann mehr Feinde angerannt, aber die Mission gilt nicht als gescheitert, solange man die Ziele erreicht.
Die Missionen sind recht abwechslungsreich gestaltet. Mal muss man eine Brücke sprengen, dann muss man sich in ein feindliches Lager schleichen und dort etwa einen Stromgenerator zerstören und in Fahrzeugen ist man auch unterwegs. In Panzern darf man die Bordkanone besetzen, in Hubschraubern ebenso. Bei diesen Missionen gilt es meist, einen Konvoi zu beschützen und das macht schon Spaß, wenn man einfach mal mit der Gattling zig Feinde über den Haufen schießt. Auch zu Fuß ist man sehr gut ausgestattet. Vor jeder Mission darf man sich die Waffen aussuchen, außer es sind welche vorgegeben (Wenn man etwa zwingend einen Raketenwerfer benötigt, da Panzer auftauchen könnten oder man Sprengladungen zum sprengen von Gebäuden braucht). Das Waffenarsenal ist gut gefüllt mit M4A1, MP5, Schrottflinten, Handgranaten, Satchels und anderen netten Spielzeugen.
Herausfordernd ist Black Hawk Down dadurch, dass man nur wenige Treffer einstecken kann, bevor man stirbt. Medi-Packs sind nur an wenigen Stellen zu finden. Ebenso stark limitiert ist die Munition. Während man in den Fahrzeugen mehr als ausreichend Munition zur Verfügung hat, sollte man es zu Fuß tunlichst vermeiden, wild in der Gegend rumzuballern. Bei den Missionen gestaltet es sich so, das man meist in einer Gruppe zu viert unterwegs ist und da die KI nicht sonderlich intelligent ist, erfordert es das Spiel, das man ganz brav den NAV-Points, die in der Karte angezeigt werden, folgt. Trotzdem wird man es nur bei wenigen Missionen schaffen, dass man mit allen KI Kollegen zurückkommt. Es passiert schon mal, dass sie sterben, weil sie nur blöd rumstehen und sich abschießen lassen oder dem Spieler vor die Waffe laufen. Für Friendly Fire wird man mit dem Missionsabbruch bestraft, sollte das zu oft vorkommen. Ebenso hat man eine Mission verloren, wenn man zu viele Zivilisten auf dem Gewissen hat. Leider verhalten sich die Gegner auch kaum intelligenter. Sie rennen meist direkt auf den Spieler zu und von Deckung haben sie auch nichts gehört. Negativ fiel das vor allem in der Brückenmission auf, wo die Gegner auf die bereits gesprengte Brücke liefen und dann dort dumm herumstanden und sich abschießen ließen.
Im Multiplayerbereich hat man eine ganze Fülle an Spielmodi. Neben dem altbekannten Standardzeug wie Deathmatch, Team Deathmach und Capture the Flag gibt es noch einige spezielle Spielmodi wie King of the Hill sowie Attack and Defend und Search and Destroy. In diesen Modi kann man in die unterschiedlichen Soldatenrollen wie Medizinmann, Sniper oder Heavy Gunner schlüpfen. Toll ist auch, das die Macher an einen Coop Modus dachten.
Bei der Grafik griff man auf die Voxel-Engine zurück. Diese wurde für die Comanche Reihe entwickelt und sorgt deshalb dafür, dass man wirklich extrem große Landschaften durchstreift, die aber trotzdem mit allerlei Gebäuden, Pflanzen und anderen Dingen voll gepackt sind. In den engen Städten kämpft man sich durch recht gut aussehende Ruinen. Die Animationen der Figuren sind dagegen nicht ganz so gelungen. Die Explosionen dafür umso mehr. Die Musik ist nerviges und zum Szenario nicht wirklich passend. Gut und realistisch sind dagegen die zahlreichen Soundeffekte. Von den Waffen zu lauten Explosionen und das brummen des Hubschraubers ist das alles gut in Szene gesetzt. Oben drauf gibt es noch Funksprüche und Kommentare der Soldaten.
Black Hawk Down ist ein recht guter, unterhaltsamer First Person Shooter, der mit einigen abwechslungsreichen Missionen überzeugt. Nicht so toll ist eben die misslungene KI und das abwandern aller Nav-Points. Im Multiplayer kann das Spiel dagegen überzeugen und im Coop kann das schon richtig Spaß machen.
Publisher: NovaLogic Developer: NovaLogic Erscheinungsjahr: 2003 Erschienen für: PC, Mac, PS2, Xbox Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 6,5/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 7/10 |
Im Forum kommentieren |