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Mitte der 90er gab es im Adventurebereich eine ziemliche Veränderung. Waren die Spiele vorher meist brav, bunt und friedlich, wurden sie nun immer böser. DreamWeb erschien 1994 und war einer der ersten Adventuretitel, der für einen Skandal sorgte. Angesiedelt ist das Spiel in der Zukunft. In einer recht düsteren Zukunft, wobei man hier schon nicht mehr weiß, was nun Traum und Realität ist. Die Hauptfigur ist Ryan, ein normaler Angestellter in einer Bar, der von Albträumen geplagt wird. In seinem letzten erhielt er eine Nachricht von einem Mönch, der sich als Bewahrer des DreamWeb zu erkennen gibt. Von ihm erhält Ryan den Auftrag, die 7 Bösen zu vernichten, die das DreamWeb gefährden. Für ein Adventure ist das schon eine ziemlich simple Story, aber zumindest der Hauptcharakter Ryan kriegt noch eine wenig Tiefe hinzugefügt, in der Schachtel lag nämlich das „Diary of a Madman“, sein Tagebuch, in dem gezeigt wird, dass er immer mehr Richtung Psychopath driftet. Dazu trägt auch das absolut überraschende Ende bei. Das Spiel geht in geht vielerlei Hinsicht neue Wege. Das fängt schon bei der Darstellung an: Auf dem Screen hat man links Ryan abgebildet, klickt man auf ihn, öffnet sich das Inventar, auf Ryan ist auch das Vergrößerungsglas. Oben wird der jeweilige Ort angegeben und daneben finden sich noch Optionsbuttons. Das eigentliche Spielfenster ist darunter und gezeigt wird alles aus der Vogelperspektive. Der Vorteil ist, dass man Gegenstände relativ schnell findet, der Nachteil eben, dass man Charaktere nie wirklich zu Gesicht bekommt. Auch das Gameplay unterscheidet sich ziemlich von konventionellen Adventures. Bei denen muss man ja meist wie blöd tausendmal durch die gleichen Screens rennen, weil da dann mal wieder ein Gegenstand auftaucht oder plötzlich eine zuvor verschlossene Tür offen ist. Das nervt ziemlich. Bei Dreamweb ist das anders. Hier gibt es Orte, die man betritt, da löst man dann seine Aufgaben und dann geht es zum nächsten Ort. Diese wählt man auch bequem über einen Auswahlscreen aus. Nervige Rumlauferei gibt es nicht und der einzige Ort, der öfter besucht wird, ist die Wohnung von Ryan. Auch laufen viele Szenen von selbst ab und man muss nur einen Gegenstand wählen, um sie zu starten. Man steht in einem Raum und wählt die Pistole. Ryan läuft selbst zu einem Bildschirm und zerstört diesen. Die Steuerung ist auch etwas Neues. Kein Scumm-System, kein Parser. Man hat nur die Maus. Klickt man auf die Augen von Ryan, wird erläutert was er im Raum sieht, klickt man auf einen Gegenstand, wird dieser erläutert und oben erscheinen Buttons wie Use oder Open. Gegenstände aus dem Inventar benutzt man mit einem Rechtsklick. Auch Menschen werden so „benutzt“, ein Rechtsklick auf diesen und dann erscheint der Talkbutton. Viele der Rätsel sind recht simpel. Auf dem Weg zu einem guten Freund wird man überfallen und der Dieb klaut Ryans Schuhe. Warum auch immer. Dadurch kann er diesen Ort nicht mehr verlassen, aber man hat ja noch den Freund und da stehen gut sichtbar ein paar Schuhe rum. Andere Dinge, wie das Herausfinden der Codes um Türen zu öffnen sind schon etwas komplizierter. Die einzig fiese Stelle ist wohl der Schlüssel, der an einem Ort zu finden ist, mit dem man niemals rechnen würde. Insgesamt ist der Schwierigkeitsgrad aber nicht wirklich hoch. Außer an Schlüsselpunkten, wo man meist Waffen einsetzen muss. Hier kommt es auf die Geschwindigkeit an, ansonsten wird man eiskalt erschossen. DreamWeb präsentiert sich sehr düster. Es hat einige Ähnlichkeiten zum Film Blade Runner und es regnet ständig. Der Skandel, den das Spiel auslöste, entstand durch die dargestellte Gewalt. Menschen werden mit Äxten klein gehackt oder mit der Pistole erschossen, woraufhin sich eine große Menge Blut über den Boden verteilt. Auch war DreamWeb eines der ersten Spiele, wo es eine komplett unzensierte Sexszene zu sehen gab. Der erste Böse, den man vernichten muss, ist ein Rockstar, der grad mit einem Groupie seinen Spaß hat. 10 Sekunden später liegt er dann in einer blutigen Lache auf dem Bett. In einer anderen Szene sieht man eine Frau halb erschossen am Boden, auch hier wieder viel Blut gezeigt. Nach einem kurzen Gespräch tötet man sie dann endgültig. Die Gewaltdarstellung ist sehr drastisch, aber sie passt einfach sehr gut und wirkt nicht aufgesetzt oder übertrieben. Wie gesagt, alles sieht man aus der Vogelperspektive. Der Detailreichtum ist aber toll. Alle Räume sind sehr reichhaltig und realistisch eingerichtet. Benutzten kann man auch vieles, wie Computer und Fernseher. Genial ist die Musik. Sehr atmosphärisch und sehr düster passt sie einfach perfekt. Die Soundeffekte sind in Ordnung. In der CD-Fassung gibt es dann noch gute Sprachausgabe. DreamWeb ist ein klasse Adventure, das mit neuen Ideen überzeugt und sehr stimmig gelungen ist. Zwar ist die Story nichts für einen Innovationspreis, aber sie passt. Publisher: Empire Developer: Creative Reality Erscheinungsjahr: 1994 Erschienen für: PC, Amiga Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Mittel  
| Grafik | 7/10 | | Spielspass | | Sound | 9/10 | 9/10 | | Gameplay | 8.5/10 |
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