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1993 löste Doom einen Ego-Shooter Wahn aus. Das Spiel wurde so schnell unglaublich beliebt, das andere Ego-Shooter wie Pilze aus dem Boden schossen. Neben vielen schlechten gab es dabei auch einige gute. Der definitiv beste Shooter der damaligen Zeit war Duke Nukem 3D, welches 1995 zuerst in einer Sharewarefassung erschienen ist, in dieser war allerdings nur die erste Episode anwählbar. Anfang 1996 folgte dann die Vollversion. Für Duke Nukem selbst war es bereits das dritte Spiel, zuvor waren schon zwei Jump n’ Runs erschienen. Die Story von Duke Nukem 3D ist reichlich unspektakulär. Aliens besetzen die Erde und entführen insbesondere die Frauen. Als sie auch noch das Raumschiff vom Duke abschießen, reicht es ihm. Getreu seinem Motto „Nobody steals our Chicks….and lives“ ist es nun an der Zeit die Aliens zu vertreiben. Die erste Episode spielt in den USA, genauer gesagt in Hollywood. Bereits hierbei fällt der extreme Detailreichtum auf. Die Levels sind sehr groß und für die damalige Zeit sehr realistisch. So ist man am Anfang in einem Kino und kann dort auch z.B. einen Film auf die Leinwand bringen. Später geht esin Discos, Videotheken und die Kanalisation. Die Interaktivität ist riesig: Türen öffnen zu können ist da schon richtig langweilig. So kann man Videoprojektoren anschalten, auf denen dann Filme gezeigt werden, Gebäude sprengen, mit der Pistole Billard spielen oder Stripperinnen Geld geben, damit sie sich ausziehen. Man muss auch Ausschau halten nach den so genannten Key-Cards die es in den Farben Rot, Gelb und Blau gibt, erst wenn man die hat, kann man vorher verschlossene Türen öffnen, die zum Levelausgang führen. Die Karten sind natürlich meist ein bisschen versteckt, aber nicht nur deswegen sollte man sich Zeit nehmen und die Level erkunden, denn in jedem gibt es 3-4 geheime Räume, die oft voll mit Ausrüstung sind. Die zweite Episode geht in den Weltraum. Dort spielt man in großen Raumstationen und das ganze erinnert nicht nur ein bisschen an Aliens. Die dritte Episode spielt dann wieder in einer größeren Stadt, allerdings muss ich hierbei sagen, dass mir Episode 1 in der Hinsicht besser gefiel. Mittlerweile wird von 3D Realms nur noch die Atomic Edition verkauft, diese enthält noch eine vierte Episode namens The Birth. Neben der riesigen Interaktivität fällt auch der Humor auf. Neben den ganzen, teilweise sehr derben Sprüchen des Duke, gibt es auch viele Anspielungen auf Filme wie Star Wars, Evil Dead oder auch Computerspiele. So findet man in der Weltraumstation einen zerfetzten Soldaten, der große Ähnlichkeit mit dem Marine aus Doom hat. Duke kommentiert das mit „That’s one doomed space marine“. Damals wollte iD Entwickler Apogee/3D Realms deswegen sogar verklagen… Für die zahlreichen Gegner braucht man auch zahlreiche Waffen. Neben der normalen Ausrüstung wie Pistole oder Pumpgun gibt es einige ganz besondere Waffen wie z.B. Bomben, die man an der Wand platziert. Diese strahlen nun ein rotes Licht auf die andere Seite, wird das unterbrochen, explodieren sie. Das funktioniert im Single Player Modus nicht ganz so gut wie im Multi Player, weil die computergesteuerten Gegner nur selten da rein laufen. Daneben gibt es noch zwei sehr lustige Waffen. Einen Freezer, der Gegner in einen Eisblock hüllt, den kann man dann zertreten oder zerschießen und eine Shrink Gun, mit der man Gegner schrumpfen lässt um sie dann wie Ameisen zu zertreten. Zusätzlich gibt es auch noch einige Ausrüstungsgegenstände. Medipacks sind ja Standard in Shootern, aber zusätzlich gibt es noch Steroide, die Duke für eine kurze Zeit schneller laufen, höher springen und härter zutreten lassen. Nightvision Googles für besonders dunkle Ecken und ein Jetpack zum rumfliegen gehören zum Repertoire. Dazu noch eine Sauerstoffmaske für die Unterwasserlevel und –abschnitte und Stiefel, mit denen man ohne Schaden auf gefährlichem Untergrund wie Säure laufen kann. Sehr interessant, vor allem für den Multi Player Modus ist der Holoduke. Das ist, wie der Name schon sagt, ein Hologramm vom Duke, das man irgendwo platzieren kann, um so Gegner in eine Falle zu locken. Der Multi Player Modus funktioniert per Netzwerk. Neben dem üblichen Deathmatch, das man zusätzlich entweder mit oder ohne Computergegner spielen kann, gibt es auch noch einen Co-op Modus. Maximal 4 Leute können gleichzeitig spielen. Neben dem originalen Spiel gab es auch zahlreiche Add-ons. Die zwei besten davon sind „Duke it out in D.C.“ und „Carribean’s Life a Beach“, letztere ist quasi eine Total-Conversion weil es nicht nur neue Level gibt, sondern auch neue Waffen und die Gegner sind sehen nun aus wie Urlauber. Ein anderes Add-on ist Nuclear Winter. An sich ist das gar nicht so schlecht, nur ist das Leveldesign richtig mies. Es gibt auch noch zahlreiche, von Fans gemachte, kostenlose Add-Ons und Conversions wie Xtreme! Oder Duke!Zone. Diese sind größtenteils auch sehr empfehlenswert. Natürlich gibt es auch viele einzelne Levels, vor allem für den Multiplayermodus von Spielern. Aber auch der DN3D Leveldesigner Levelord hat auf seiner Homepage (www.levelord.com) ein Set mit vier genialen Maps, die es damals nicht in die fertige Version schafften. Unbedingt ansehen! Grafisch sieht Duke Nukem 3D in den höchsten Auflösungen ganz nett aus, aber es war schon damals nicht mehr ganz aktuell. Es setzt bei Gegnern oder Gegenständen, wie Stühlen auf 2D-Bitmaps, was bedeutet, man sieht immer nur eine Seite und sie drehen sich mit dem Spieler mit. Aber immerhin war es das erste Spiel bei dem Spiegel wirklich funktionierten. Kurze Zeit später erschien dann mit Quake der erste Ego-Shooter mit echter 3D Grafik. Duke Nukem 3D beweist aber zumindest, dass Grafik nicht wirklich wichtig ist.. Die Musik ist sehr gut, die Soundeffekte auch, aber das absolute Highlight ist eben die Sprachausgabe von Duke Nukem mit seinen kultigen Sprüchen. Das ist absolut gelungen. Die KI ist altersbedingt natürlich auch nicht mit modernen Shootern zu vergleichen, aber ein wenig besser als wie bei der Konkurrenz war es auf jeden Fall, so rennen die Gegner nicht ganz blind auf den Spieler zu. Einige verschanzen sich, andere können sich sogar im letzten Moment weg beamen. Insgesamt war Duke Nukem 3D bis zum erscheinen von Half-Life der absolut beste Ego-Shooter und auch heute noch ist er den meisten Neuerscheinungen absolut überlegen. Man sollte sich von der Grafik nicht abschrecken lassen, ansonsten verpasst man ein Spiel mit einer riesigen Interaktion, hohem Kultpotential und Unterhaltungswert. Wer sich weiter unten wundert, dass es dieses Spiel für das Mega Drive gibt und wie das gehen soll: Das Ganze hat Tec Toy 1998 veröffentlicht. Man darf natürlich gar nichts in technischer Sicht erwarten. Es spielt sich auch mehr wie Wolfenstein 3D mit eckigen Levels und wenig Gegnern und die Interaktivität des Originals gibt es natürlich auch nicht. Aber es ist doch erstaunlich, das Tec Toy es geschafft hat, das Spiel auf diesem veralteten System zu veröffentlichen. So bleibt es ein Kuriosum und ist zumindest ein Sammlerstück. Auch ist immer noch nicht klar, ob dieses Spiel überhaupt legal ist. Offiziell verkauft wurde es nur in Brasilien und obwohl 3D Realms von der Existenz wissen, haben sie sich nie dazu geäußert. Publisher: Apogee mittlerweile 3D Realms Developer: 3D Realms Erscheinungsjahr: 1995 Erschienen für: PC, Mac, Saturn, Mega Drive, Playstation (unter dem Namen Duke Nukem: Total Meltdown), N64 (als Duke Nukem 64) Anzahl Spieler: 1-8 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 7,5/10 | | Spielspass | | Sound | 9,5/10 | 9,5/10 | | Gameplay | 10/10 | | Multiplayer | 10/10 |
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