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An dieser Stelle könnte ich nun etwas über die lange Entwicklungszeit und die zig verschiedenen Entwickler dieses Spiels schreiben, so wie 99% aller Reviews über Duke Nukem Forever. Ich spare mir das aber. Der Duke ist also wieder zurück auf dem PC in Form eines First Person Shooters, nachdem sein letzter Auftritt in Form des Jump n‘ Runs Manhatten Project stattfand. Duke Nukem 3D, der große alte Klassiker hat mittlerweile Legendenstatus. Dies sieht man auch an diesem neuen Spiel, dessen Intro Szenen des alten Spiels zeigt. Startet man dann die Kampagne findet man sich im Footballstadion wieder. Mit einem Aufzug geht es auf das Spielfeld und man steht dem Cycloid Emperor gegenüber. Hat man den besiegt, stellt sich heraus, das alles nur ein Spiel war. Getreu dem Motto „Now i have time to play with Myself“ hat sich der Duke mal selbst als Videospiel gespielt, während zwei Mädel am Duke rumgespielt haben. Schön zu sehen, das auch in Zeiten von übertriebener politischer Korrektheit und Zurückhaltung, wenigstens ein Spiel genug „Balls of Steel“ hat um einen Humor zu zeigen, der im Prinzip komplett niveaulos, brachial und mächtig stupide – aber gerade deswegen auch so verdammt unterhaltsam ist. Der Duke ist mittlerweile zu einem Megastar geworden, der in einem Wolkenkratzer lebt, samt Casino, eigenem Museum und weiterer heldenhafter Selbstbeweihräucherung, kreischende Groupies dürfen da natürlich auch nicht fehlen. Man streift so durch die Gegend und kann wie gewohnt Billard spielen. Irgendwann, nachdem man auch das Museum erlebt hat, mit Bildern aus alten DN-Tagen, startet dann das eigentliche Spiel. Eine Story brauchen wir nicht, die Aliens sind eben wieder da, machen Krawall und entführen alle Babes. Das geht natürlich nicht und auch wenn der Präsident sagte, man soll ruhig und friedlich bleiben, macht man sich auf in den Kampf. Bis hierhin hat mir das gefallen. Es sah nett aus, das Museum lud zum erleben und ansehen ein, aber dann startete das Spiel selbst. Schon die Tatsache, dass man den ersten Abschnitt nahezu ohne Waffen bestreitet, hat mich gestört. Da prügelt man auf zig bewaffnete Aliens ein, kann aber keine Waffen aufsammeln und ich dachte, ich spiele hier einen Shooter und nicht Zeno Clash. Zumindest die Exekutionen sind nett, wie früher winseln die Aliens am Boden und danach spritzt mächtig viel Blut. Zumindest gibt es die altbekannten Steroide, die den Duke stärker machen. Mittlerweile kann er auch Bierdosen aufsammeln und trinken, wobei ich es schon belustigend finde, das nach einer mickrigen Dose (und dann ist es auch noch amerikanische „Bier“) schon völlig besoffen und rülpsend durch die Gegend wankt, das Bild verschwimmt und so ist das im Gefecht ein eher störender, als hilfreicher Effekt. Irgendwann, nachdem man sich durch das ultimative FPS-Klischee (Lüftungsschächte) gekämpft hat, kriegt man die ersten Waffen. Eine Pistole und eine Shotgun sowie der Alienlaser. Dann stellt man fest, dass man nur 2 Waffen gleichzeitig tragen darf. Sind wir hier bei Halo? Mittlerweile wurde das durch einen Patch zumindest bei der PC-Fassung entschärft und man darf vier Waffen rumtragen. Hier bemerken wir zum ersten Mal, das dieses Spiel krampfhaft versucht, sich modernen Shooterelementen anzupassen. Limitierte Anzahl an Waffen, die auch mit recht wenig Munition kommen. So kann die Shotgun etwa nur 34 Shells maximal mitführen, die meisten anderen Waffen sind auf 69 (witzig…) Schuss limitiert. Der Raketenwerfer gar nur auf 5. Was das soll, weiß ich nicht. Solche Limitierungen sind bei pseudo-realistischen Shootern der Marke Call of Duty wohl durchaus legitim, in einem reinen Fun-Shooter ist das eher extrem störend. Auch wenn nicht, wie etwa bei Serious Sam tonnenweise Gegner heranstürmen, trotzdem nervt gerade die geringe Munitionsanzahl bei den Zwischenbosskämpfen. Es ist einfach nicht lustig, wenn man 5x auf den Gegner schießt, dann zur Munitionskiste rennen muss, dann wieder 5x schießt, dann wieder zur Kiste und das solange wiederholt, bis der Boss tot umfällt. Neben diesen Waffen gibt es sonst nur noch ein paar altbekannte, aber eigentlich schon damals eher selten eingesetzte Waffen, wie den Devastator, den Shrinker, den Freezer und die Laserbomben. Die Pipebombs, die auf Knopfdruck gezündet werden, erweisen sich dagegen mittlerweile als unverzichtbares Utensil, gerade im Kampf gegen Bosse wie den riesigen Octabrain. Dumm nur, das man auch hier auf mickrige 4 Stück limitiert ist. Wo wir schon bei krampfhaft implementierten modernen Features sind: Das suchen nach Medipacks ist mittlerweile unpopulär. So ein sich selbst regenerierender Lebensenergiebalken ist ja auch viel simpler und sorgt dafür, dass man eigentlich nie sterben kann. Wird das Bild rot, geht man eben für 5 Sekunden in Deckung, ist dann wieder richtig fit und weiter geht’s. Persönlich fand ich da die Suche nach Medipacks immer wesentlich spannender. Gerade, wenn man etwa mit nur noch 10 Lebenspunkten, dem Tode nahe, krampfhaft sowas sucht, während Gegner spawnen. Das Gefühl, wenn man dann solch ein Pack findet und den Gegnern in den Arsch tritt ist einfach wesentlich besser, als „Ich verschanz mich hier, warte, schieße, verschanz mich, warte, schieße“. Um das Spiel noch einfacher zu machen, kann man die Lebensenergie bzw. hier wird es ja „Ego“ genannt, noch steigern. Etwa in dem man sich im Spiegel bewundert, ein paar Hanteln stemmt, zum ersten Mal Bier trinkt oder einen Boss besiegt. Bleibt zu sagen: Irgendwann im Spiel steht der Duke vor einem Schaukasten mit der Rüstung von dem Halo Fuzzi und sagt „Power Armor is for pussys“, an sich ein nettes Easter Egg – aber wenn Power Armor für Pussys ist, ist selbstregenerierende Gesundheit für Noobs und ob das so viel besser ist? Neu und modern sind natürlich auch lineare Levels. Es gibt kein links und rechts mehr, sondern direkte Wege durch die man geleitet wird. Wenn man an den alten Duke denkt, denkt man an große Areale mit 2-3 Abzweigungen, alternative Routen und eben die Möglichkeit, etwas zu erleben. Bei Forever dagegen geht es meist stur nach vorne. Denn obwohl eh schon alles linear ist, sorgen Hinweisschilder, Lampen und beleuchtete Gegenstände (leuchtet die Leiter golden, muss man da hin, leuchtet ein Schalter so, geht es dort weiter) dafür, das man das Gefühl hat, die Entwickler halten alle Spieler für gehirnamputierte Affen, die jede Hilfe brauchen. Es ist schade, das die Levels alle so langweilig erstellt sind, obwohl die Locations eigentlich zum erforschen und erkunden einladen würden. Da ist man in einer alten Geisterstadt aus der Westernzeit unterwegs, am Hoover Damm, in einem Fast Food Restaurant und in Vegas selbst, so richtig was zu sehen gibt es aber nicht. Der einzige Level, der es schaffte, zum erkunden und erleben einzuladen, war der Stripclub. Da kämpft man nicht gegen Gegner, sondern schaut sich das einfach an. Hier kann man auch Videopoker spielen, den einarmigen Banditen bearbeiten und neben den Billardtischen gibt es einen Pinballautomat, Air Hockey, Alien Abortionund ein kleines Basketballspiel. Tatsächlich hab ich hier wohl die meiste Zeit verbracht. Was mir fehlt, sind einfach die Abzweigungen und auch die Secrets. Man erinnere sich an Duke 3D und das geheime Apartment im ersten Level oder die Brücke der Enterprise in einem der Levels der zweiten Kampagne. Solche Dinge fehlen hier leider komplett. Das ist schade und so lohnt es sich auch kaum die meisten Levels noch ein zweites Mal zu spielen. Auch die sonstigen Ideen sind weder revolutionär, noch wirklich gut umgesetzt. Der Duke springt in seinen Monster Truck. Man rast durch die Wüste, über Gegner hinweg, nutzt umgefallene Schilder als Sprungschanzen. Das hat richtig Spaß gemacht – bis das Benzin ausging. Dann hieß es aussteigen und Benzinkanister suchen. Weiter geht es mit der Fahrt – und schon wieder war das Benzin alle. Tja, obwohl mitunter 3-4 Benzinkanister rumstehen, darf man immer nur einen nehmen und muss dann weiter. Wenn man dann das „Steig aus, hol Benzin“-Spiel 3x machen darf, ist das langweilig. Dasselbe gilt für die Levels, in denen der Duke auf Zwerggröße geschrumpft wird. Ist die Schlumpfstimme und das hilflose Rumgehüpfe beim ersten Mal noch lustig, nervt es beim fünften Mal. Es wirkt sehr gezwungen und eben so, als hätten die Entwickler keine anderen Ideen gehabt. Ein paar „Rätsel“ dürfen natürlich auch nicht fehlen auch hier zeigt man sich von einer eher simplen Seite, was bei solch einem Spiel aber durchaus in Ordnung ist. Man drückt mal hier einen Schalter, verschiebt da ein paar Rohre oder muss sich mit Gabelstaplern eine Brücke bauen. Überfordert wird man nicht, die größte Herausforderung ist wohl der Abschnitt, wo man einen herunterfallenden Aufzug abbremsen muss. „Yeah, looking good“ sagt der Duke am Anfang bei den Copyrights. Nun….nö. Zwar läuft das Spiel auf der Unreal Engine 3, sieht aber keinesfalls beeindruckend aus. Das diese Grafikengine noch so einiges kann, zeigen andere Spiele wie etwa Alice: Madness Returns. Hier gibt es nur ab und zu ein paar nette Effekte und Explosionen. Der Rest ist auf dem Stand von etwa 2008. Es ist OK aber nicht genial oder überwältigend. Aber gut, auch Duke Nukem 3D war bei erscheinen, im Vergleich zu Quake & Co. veraltet was das Aussehen betrifft. In Sachen Sound kommentieren wir als erstes den Duke selbst. Es ist der alte Sprecher, der macht seine Sache wie immer richtig gut. Die markigen Sprüche und Anspielungen sind genial. In der deutschen Synchro hat man Manfred Lehmann verpflichtet und der Duke klingt wie Bruce Willis. Unpassender und furchtbarer geht es nicht. Zumal Lehmann recht gelangweilt klingt. Die Soundeffekte sind brachial und laut, das passt. Die Musik ist…hmm, gibt es überhaupt Musik? Abseits vom Duke Theme, Fahrstuhlmusik und dem Gedudel im Stripclub ist das alles so unscheinbar, das es mir nicht einmal wirklich aufgefallen ist. Duke Nukem Forever erinnert mich an einen Menschen in der Mid-Life Crisis: Er hat erkannt, das er alt ist aber anstatt zu akzeptieren und einfach so zu bleiben, versucht er krampfhaft, sich dem jungen Publikum anzupassen. Das geht eben schief. Das man in so vielen Reviews liest, das Spiel sei „Old School“ und spielt sich wie von 1997, kann ich nicht nachvollziehen. Ich wäre sehr froh, wenn dies der Fall wäre und man eben wie Serious Sam einen echten First Person Shooter klassischer Machart hätte und nicht eine merkwürdige Mixtur aus klassischen Elementen und modernen Features, die Fans klassischer Spiele nicht mögen. So ist das Spiel für jüngere Spieler zu altmodisch, für ältere Spieler zu modern und am Ende ist niemand glücklich. Vielleicht lag es an den verschiedenen Entwicklern. Ich bin mir zumindest sicher, das Gearbox für einige der modernen Features verantwortlich sind, da diese ihrem sonstigen Shootermuster (Brothers in Arms) entspricht. Ich zumindest bin nach wie vor enttäuscht, auch wenn die Patches ein paar gröbere Mängel ausbesserten, bezweifle ich, das ich dieses Spiel so oft spielen werde, wie ich bis heute noch Duke Nukem 3D spiele. Publisher: 2K Games Developer: Gearbox Software, 3D Realms, Triptych Games, Piranha Games Erscheinungsjahr: 2011 Erschienen für: PC, Playstation 3, Xbox 360, Mac Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 7/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10 | 5,5/10 | | Gameplay | 5/10 |
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