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Dungeon Siege 2 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
19.08.2006

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Viel Kritik musste der erste Teil einstecken. Zu automatisch lief alles ab, zu wenig konnte man seinen Charakter beeinflussen und einen echten Skilltree gab es auch nicht. Entwickler Gas Powered Games versprach, im nächsten Teil alles besser zu machen. Tatsächlich haben sie vieles verbessert, aber perfekt ist auch DS 2 nicht.

Die Story ist lahm. Mal wieder geht es um einen Bösewicht (mit dem Namen Valdis), der die Welt erobern will und das mit Hilfe eines magischen Schildes, das in 4 Teile verteilt über die Welt verstreut liegt. Interessant ist hierbei höchstens, dass man am Anfang für Valdis kämpft und erst, nach dem man am Ende des Tutorials gefangen genommen wurde, wechselt man die Seiten. Präsentiert wird die Story sowohl in hübsch animierten Videosequenzen als auch per Gespräche in Ingame Grafik.

Seinen Helden erstellt man bei Spielbeginn. Den Namen darf man vergeben und eine der vier Klassen wählen: Nah - oder Fernkämpfer, Kampf- oder Heilmagier. Dann muss man sich noch für eine Rasse entscheiden: Mensch, Elf, Halbriese. Die einen sind bessere Angreifer, die anderen dafür geschickter oder intelligenter. Aber mit den Menschen fährt man eigentlich am besten. Ich habe mir natürlich einen Nahkämpfer erstellt. Immer mitten rein in die Schlacht und mit einem großen Schwert auf den Gegner gehauen, so gehört sich das. Im Spiel kann man die Charakterklasse aber noch ein bisschen ändern. Lässt man den Kämpfer immer zaubern, wird er irgendwann ein besserer Zauberer als Kämpfer. Verglichen mit einem Extrem-Rollenspiel wie Baldurs Gate 2 ist die Charaktererstellung und der Skilltree eher eine Light-Fassung, aber trotzdem eine klare Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Die Skills umfassen Special Moves, wobei mir der Rundumschlag des Nahkämpfers am besten gefällt. Diese kann man bis auf Level 3 hochzüchten und dann richten sie anständig viel Schaden an und was gibt es schöneres, als von Gegnern umzingelt diesen 360° Schlag anzubringen und dann im Blut der gefallenen Gegner zu stehen? Richtig toll und zum Glück wurde am Blut nicht gespart.

Ansonsten spielt es sich fast genau so, wie jedes andere Action-RPG. Man rennt durch die Welt, schlachtet viele Monster ab, erfüllt Quests und sammelt Gegenstände ein. Gegner gibt es sehr viele. Vor allem am Ende weiß man vor lauter Gegnern gar nicht mehr, wo es nun lang geht. Mitunter kann das etwas nerven, wenn ständig Gegnerwellen ankommen, zumal das Speichersystem auch etwas doof ist. Wenn man speichert, werden Quests und der Charakter gespeichert. Beim nächsten laden befindet man sich aber nicht an der Speicherstelle, sondern wieder in der letzten Stadt. Dort gibt es einen Teleporter, von denen auch viele in der Gegend rumstehen. Hoffentlich hat man in der Nähe von so einem Ding gespeichert, ansonsten darf man nun einen langen Weg durch die wieder hergestellten Gegnerhorden antreten. Immerhin ist man auf Wunsch nicht allein unterwegs. In den Städten findet man immer wieder Personen, die so abenteuerlustig sind, dass sie sich dem Helden anschließen wollen. Im Gegensatz zu Diablo 2 mit seinen Söldnern, sind die aber kein wandelndes Kanonenfutter. Jeder rekrutierbare NPC hat einen eigenen Charakter, eine eigene Klasse und sie können sich aufleveln und man kann sie ausrüsten. Ähnlich wie in Jagged Alliance 2 sind die Kumpanen nicht stumm, sondern fangen an einigen Stellen Gespräche an. Dann kommentieren sie die Gegend oder einen so eben gewonnen Endgegnerkampf. Hat man die richtigen Leute beisammen, entstehen dabei durchaus sehr lustige Gespräche. Das große Problem hierbei ist, dass diese Gespräche teilweise dann angefangen werden, wenn man gerade Richtung Gegner rennt. Man muss das Gespräch nun erst abbrechen und meistens wurde man dann schon attackiert. Das hätte man besser lösen können, in dem man z.B. die Spielwelt im Zeitraum des Gesprächs anhält. Teilweise sind die Partyleute auch für Nebenquests zu gebrauchen. Finala z.B. kann sehr gut Dinge reparieren, unter anderem auch kaputte Aufzüge, die in neue Dungeons führen und dann gibt es noch Schatzräume, die nur ein Charakter mit einer bestimmten Klasse und Level öffnen kann.

Rennt man also nun mit seiner Party durch die Gegend gibt es viel zu tun und so leicht kommt man von diesem Spiel tatsächlich nicht los. Natürlich ist es ein eher leichtgewichtiges Rollenspiel, das viel Wert auf Action legt und das Gegner abschlachten ist recht stupide, aber die Zeit vergeht dabei im Flug. Nur noch eben diesen einen Dungeon leer räumen, nur noch eben schnell den Levelaufstieg klar machen und schon sind weitere 2 Stunden vergangen. Langweilig wird es nur selten. Meist dann, wenn man wegen einer Quest einen ewig langen Weg zurücklegen muss und am Ziel angekommen feststellt, das man erst noch tausend Gegner beseitigen muss. Am Ende wird das Ganze dann noch etwas übertrieben, da haben die Entwickler schlicht den perfekten Zeitpunkt für den Endkampf verpasst und schicken stattdessen noch mal 5000 Gegner in den Ring.

Aber die werfen eben viele Gegenstände ab und darauf kommt es an. Rüstungen, Schwerter und andere Waffen gibt es zur Genüge. Dazu kommen Sets die aus 2-5 Ausrüstungsstücken bestehen und besondere Fähigkeiten verleihen. Natürlich findet man diese nur mit viel Glück. Zusätzlich gibt es noch Waffen und Rüstungen, die man verzaubern kann. In den Städten gibt es Magier, denen man das Ding in die Hand drückt und dazu ein paar magische Gegenstände, die man unterwegs ebenso findet. So kann man sich besonders starke Schilde basteln. Gold gibt es natürlich auch, aber man stellt sehr schnell fest, dass man es kaum braucht, da die Händler kaum interessante Sachen verkaufen und man das meiste bei Gegnern findet.

Viel zu finden, bedeutet viel zu sammeln und natürlich ist das Inventar begrenzt. Durch die Party wird das größer, die Hauptlast tragen aber Tiere. Die gab es schon in Teil 1, da gabs ein Muli. Jetzt hat man viele verschiedene Tiere. Das Muli oder soll es doch eher ein cooler Wolf oder ein stylischer Drache sein? Die Tiere sind anfangs noch eher im Babystatus und wandelnde Mülleimer. Füttert man sie mit Waffen und Rüstungen, wachsen sie und je nachdem was man ihnen zu fressen gibt, entwickeln sie sich. Je mehr Rüstungen man den Viechern ins Maul stopft, desto mehr Treffer halten sie aus. Bei Schwertern werden natürlich ihre Angriffe stärker und teilweise sind die Tiere kräftiger als so mancher NPC.

Grafisch ist das Spiel eine Mischung aus klasse und durchschnitt. Die Umgebungen, die Städte, Wälder und Dungeons sind sehr hübsch designed und vor allem die Wasserfälle und magischen Effekte sehen klasse aus, schlecht dagegen die Charaktere. Weit rausgezoomt sieht alles toll aus, zoomt man aber nah ran, erkennt wie eckig und undetailliert alles ist. Aber so spielt man das Spiel eigentlich sowieso kaum Musikalisch ist das Ganze nett untermalt, auch wenn Musik nur an Schlüsselpunkten oder in der Stadt eingesetzt wird. Sparsam also. Die Soundeffekte sind laut und krachen gut aus den Boxen. Hätte ich Nachbarn würden die sich sicher darüber freuen. Die Sprachausgabe ist zumindest im englischen Original klasse. Viele unterschiedliche Sprecher, die ihre Rollen gut vertreten und sogar Wert auf Betonung diverser Wörter legen.

Dungeon Siege 2 ist auf jeden um einiges besser als sein Vorgänger. Die Story ist zwar vergessenswert und auf Dauer ist das Spiel dann doch etwas zu öde, aber ich kann nur sagen, dass ich sehr viel Spaß damit hatte und es schon 2x mit meinem Charakter durch habe. Für Fans von Baldurs Gate oder Icewind Dale ist das Spiel sicher nichts, wer aber Diablo mochte, wird auch mit Dungeon Siege 2 was anfangen können.

Publisher: Microsoft
Developer: Gas Powered Games
Erscheinungsjahr: 2005
Erschienen für: PC Anzahl
Spieler: 1-4
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik8/10  Spielspass
Sound8/10
8/10
Gameplay 8/10

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Letzte Aktualisierung ( 27.02.2007 )
 
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