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Survival-Horror, dieser Begriff wurde eigentlich erst mit Resident Evil „erfunden“. Aber schon einige Zeit vorher gab es Spiele, die in diese Sparte passten: Alone in the Dark kennt ja jeder. Ecstatica dagegen ist ja doch eher unbekannt. Auffällig an diesem Spiel war schon zur damaligen Zeit die Grafik. Denn diese ist komplett aus Kugeln und Ellipsen erstellt, auch die Häuser. Zwar sieht das erstmal etwas seltsam aus, vor allem natürlich bei den Charakteren, aber dafür sind die Animationen dieser auch sehr gelungen und lebensnah. Insgesamt ist es eben gewöhnungsbedürftig, sieht aber für das Jahr 1994 doch schon beeindruckend aus, denn die Welt ist recht groß, alle Häuser betretbar und schon eingerichtet und die Charaktere sind echtes 3D und kleine platten Bitmaps. Alles beginnt mit einem Intro, in dem man allerdings noch nicht die ganze Geschichte erfährt. Stattdessen sieht man eine Person durch die Gegend reiten. Er hält vor der Brücke zu einem Dorf und stellt fest, dass er kein Wasser hat. Also nichts wie rein in das Dorf… Ab hier beginnt das Spiel und man wird praktisch mitten in das Geschehen geworfen. Gesteuert wird der Held durch die Third Person Perspektive. Auffällig ist dabei, dass es keinerlei Anzeigen gibt. Wie viel Energie man hat, sieht man an der Figur, die sich nach zu vielen Treffern den Arm hält oder nur noch halb gebückt durch die Gegend kriecht und dann muss man sich auch noch an diese Steuerung gewöhnen. Gesteuert wird mit dem Keypad der Tastatur. 8 und 2 sind für vorne und hinten, mit 4 und 5 dreht man sich, 1 und 2 steuern die rechte und linke hand zum Aufheben von Gegenständen und die Tasten 7 und 9 sind fürs Kämpfen zuständig. Mit der Taste 5 wird sich noch geduckt. Über die F Tasten steuert man noch die Gangart: Stealth-Mode, normales Gehen und Rennen sind möglich. Wie gesagt hat man 2 Hände und das ist das Inventar, mehr als 2 Gegenstände herumtragen ist nicht möglich, allerdings kommt man auch selten in eine Situation wo man sich 3 Hände wünscht. Die Steuerung ist im ersten Moment recht hakelig und ungewöhnlich. Das Bewegen lernt man schnell, aber das Kampfsystem ist sehr herausfordernd. Schlägt man einen Gegner, kann man nicht sofort noch mal zuschlagen, sondern muss warten, bis dieser wieder ganz steht, meistens holt er dann schon aus, man muss sich schnell ducken was gutes Timing voraussetzt. Gerade gegen den Wolf oder den Drachen, der mit Feuer attackiert, kann dies zu kleinen Frustmomenten führen. Zurück zum Anfang: Nach dem Intro steht man also schon direkt im Dorf. Es gibt kein Hauptmenü, der Schwierigkeitsgrad ist fest vorgegeben. Drückt man allerdings auf Escape, kann man nicht nur Sachen wie Musik und Untertitel regeln, sondern auch das Geschlecht der Spielfigur festlegen (Eine Option die von mir aus bei jedem Spiel vorhanden sein könnte). Im Dorf selbst stellt man sehr bald fest, dass hier etwas nicht stimmt. Man entert die Kirche und wird erstmal von einem blutverschmierten Priester begrüßt, der an einem Seil von der Decke hängt. Solche blutigen Szenen gibt es im gesamten Spiel. Scheinbar wurde fast die gesamte Bevölkerung beseitigt, liegt in Blutlachen oder ist von Speeren durchbohrt und diejenigen, die noch leben, wünschen sich wohl den Tod. Denn das einzige was noch gesund am Leben ist, sind düstere Gestalten. Wölfe, Drachen und kleine bewaffnete Zwerge. Vor allem den Wolf wird man sofort kennen und hassen lernen. Er taucht sehr häufig auf, ist nahezu unbesiegbar und absolut nervig. Getötet wird man von ihm aber nur selten, häufig wird man von ihm bewusstlos geschlagen und dann irgendwo aufgehängt. Dann muss man flüchten. Wird man jedoch getötet, sieht man eine Sequenz, in der sich die Tiere meist beisammen sind, die Leiche im Hintergrund und sie lachen darüber. Reden können diese Geschöpfe nämlich auch. Durch Bücher und die Erzählungen einiger überlebender Bewohner erfährt man immer mehr von der Geschichte, deshalb sollte man das Gebiet auch sehr gründlich durchsuchen, ansonsten kriegt man vielleicht etwas nicht mit und wundert sich dann. Neben dem Dorf wird man später auch in einem Kloster unterwegs sein und in solch einem Spiel darf das gruselige Schloss natürlich nicht fehlen. Man merkt auch schnell, dass sich das Spiel nicht absolut ernst nimmt. Sehr oft stößt man auf bizarre oder lustige Momente, wie ein großer betrunkener Bär der grummelnd vor einer Treppe sitzt. Hier muss man dann raus finden, wie man unbeschadet an ihm vorbei kommt. Auch kann es passiere, das plötzlich ein kleiner Holztisch aufspringt und zu einem Gegner wird, was er mit Kommentaren wie „Ich mag dich nicht“ verdeutlicht. Ja, auch Tische können hier reden. Natürlich kann man nicht nur mit den Fäusten zuschlagen, sondern auch Waffen einsetzen. Diese findet man in Häusern. Schwerter oder Messer sind ja Standard. Aber man kann hier alles einsetzen. Nimm eine Ratte und schlag damit auf den Gegner ein oder man benutzt den Teddybär, den man findet. Tatsächlich richten die großen Schaden an. Als ultimative Waffe gibt es noch einen magischen Kampfstab, den man sich aber erst zusammen bauen muss. Eine Rüstung gibt es auch und ist man trotzdem zu angeschlagen, geht man in den Stall legt sich hin und schläft, was die Energie wieder voll auffüllt. Ecstatica ist auch alles andere als linear. Bei jedem Neustart sind die meisten Monster neu verteilt und man entdeckt immer wieder neue Szenen. So kann es auch schon mal vorkommen, dass man in einen kleinen Frosch verwandelt wird. Beeinflussen kann man den Handlungsverlauf auch dadurch in welche Gebäude man am Anfang zuerst geht. Zuerst in die Kirche oder das Haus rechts, wo der Wolf schon wartet? Dadurch eignet sich das Spiel auch für das mehrmalige Durchspielen, da man wie gesagt, auch neue Dinge entdecken kann. Selbst am Schluss hat man noch die Wahl zwischen zwei verschiedenen Enden. Auch die Musik und die Soundeffekte sind gelungen, sie sorgen schon für eine gruselige Atmosphäre. Mit dem Sound werden auch gute Szenen erzeugt. Man flüchtet vor einem großen Minotaur über eine Steintreppe in den Keller und versteckt sich dort, als man die Hufe des Tieres auf den Steinstufen hört und wie sie immer lauter werden. Für die damalige Zeit war das sehr gut gemacht. Die englische Sprachausgabe ist ebenfalls sehr gelungen. Ist Ecstatica nun ein gelungenes Spiel oder Mist? Denn die gewöhnungsbedürftige Steuerung und der hohe Schwierigkeitsgrad können schon für Frustmomente sorgen. Dafür bietet das Spiel aber eine ganz eigene, sehr gelungene Atmosphäre, die gruselig, bizarr und lustig zu gleich ist. Den Spagat zwischen Grusel und Comedy schafft das Spiel sehr gut und so wirkt das ganze auch nie lächerlich. Kann man über die gewöhnungsbedürftige Grafik hinwegsehen, wird man ein herausforderndes Spiel vorfinden, bei dem sich das mehrfache Durchspielen auf jeden Fall lohnt. Publisher: Psygnosis Developer: Andrew Spencer Studios Erscheinungsjahr: 1994 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Hoch
 
| Grafik | 9/10 | | Spielspass | | Sound | 8,5/10 | 8/10 | | Gameplay | 9/10 |
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