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Nach dem Erfolg des Bundesliga Manager Professional wollten sich die Programmierer einer anderen Sportart zuwenden und gerieten auf Glatteis. Eishockey war zur damaligen Zeit wohl in Deutschland etwas populärer als heute (Persönlich versteh ich nicht ganz warum Eishockey in der Popularität mit langweiligem Kram wie Handball konkurrieren muss.) Auch hierfür schnappte man sich die Lizenz der deutschen Ligen, es müsste die Saison 1993/1994 sein, das Jahr in dem Hedos München Meister wurde.
Vor dem Titelbild kommt manchmal ein nerviger Kopierschutz in Form einer Handbuchabfrage, zum Glück gibt es heute so was nicht mehr. Schon im ersten Menü stellt man dann erfreut fest, dass hier nicht einfach der BMP genommen wurde und zu einem Eishockey Manager umgebaut wurde. Musste man bei diesem nämlich stets in Liga 3 beginnen, darf man sich die Startliga hier aussuchen, als Neuerung gibt es auch den Weltmeisterschaftsmodus, in der man die deutsche Nationalmannschaft trainieren kann. Neben der Startliga wählt man wie gehabt den Schwierigkeitsgrad und kann darüber hinaus noch den Mannschaftslevel festlegen. Soll die Mannschaft stärkemäßig im Mittelfeld der Liga oder im oberen bzw. unteren Drittel stehen? Eine Highscoreliste gibt es auch, wobei man hier leider feststellen muss, dass die nur aktiv ist wenn man ein Team im Mittelfeld hat und einen hohen Schwierigkeitsgrad wählt. Irgendwie doof. Wie immer dürfen auch bis zu vier Manager ran.
Das Hauptmenü des Spiels erinnert nur noch wenig an den Fußballvorgänger. Oben ist die bekannte Leiste mit Tabellendiagramm, Vereinsname, Wappen, Managerbild und Kalender, hinzukommen Warnlampen, die anzeigen dass z.B. die Aufstellung nicht komplett ist, man Schulden hat oder noch Werbeflächen verkaufen kann. Ein sehr praktisches Feature. Darunter sind 8 große Buttons, die beschriftet sind, so dass man gleich weiß wo man nach einem Klick landet. Führt man diesen aus, erscheinen unten weitere, kleinere Buttons. Unter dem Managerfeld findet man so dann die Bank, die Sponsoren, das Stadion und den Jugendbereich. Generell hat man nun wesentlich mehr Optionen. So kann man einen Trainingsplan gestalten und festlegen was die Spieler z.B. am Montagnachmittag so machen. Auch die Taktik im Spiel kann man nun festlegen, wobei das Menü so kryptisch gestaltet ist, das man da unbedingt das Handbuch dazu braucht. Aufstellung, Transfermarkt, Vertragsverlängerungen und 43tausend Statistiken komplettieren die Optionen. In der Bank kann man nun nicht mehr nur Kredite aufnehmen sondern auch Geld auf ein Sparbuch einzahlen (Was unglaubliche 1% Zinsen bringt) und Aktien von 4 Unternehmen kaufen. Im Stadion kann man nun dieses gezielter ausbauen. In der 3. Liga hat man ein offenes Feld, das man erst zu einer Halle bauen muss, es gibt bessere Eismaschinen (Wodurch man dann Werbung aufs Eis machen kann), Anzeigetafeln und natürlich Sitz- und Stehplätze. Auch rund um das Stadion kann man was bauen, neben einer besseren Verkehrsanbindung sogar ein Kino und eine Bowlingbahn. Abgefahren.
Irgendwann klopft dann der erste Gegner an die Stadiontür und will besiegt werden. Man hat wieder die Wahl sich die Torszenen anzusehen, auf diese zu verzichten oder sofort zum Endergebnis zu springen. Im Gegensatz zum Bundesliga Manager Professional finde ich die Szenen nicht ganz so gelungen. Man wählte die von z.B. NHL Hockey bekannte leicht schräg von oben Perspektive, allerdings ist die Kamera so nah am Eis, dass man nur einen sehr kleinen Ausschnitt sieht und so der Puck auch mal plötzlich von irgendwo daher geflogen kommt. Auch ist das Ganze unglaublich lahm inszeniert, es gibt zu wenige Szenen und die laufen viel zu langsam ab. Eishockey ist ja eigentlich eine der schnellsten Sportarten, aber so ganz wird das hier nicht demonstriert. Insgesamt enttäuschend. Noch dazu hab ich grad 3:0 gegen den Mannheimer ERC (Vor der DEL hatten die Teams zumeist noch öde Vereinsnamen) verloren.
Am Ende einer Saison gibt es dann eine Zusammenfassung und je nachdem, wie gut man war, gab es eine Prämie, auch kann es passieren dass Nachwuchsspieler in den Kader stoßen oder alte Spieler aufhören. Erreicht man mindestens den 6. Platz darf man die Nationalmannschaft trainieren und bei einer WM auflaufen. Hier stellt man sich seine Mannschaft aus dem besten Spielern Deutschlands zusammen und je nach dem wie erfolgreich man bislang war, hat man mehr oder weniger Geld zur Verfügung das man für Freundschaftsspiele ausgeben kann, diese dienen gleichzeitig als Training. Abermals ist das Ausland nur im Pokal vertreten und man kann auch nicht wegen Erfolglosigkeit aus dem Verein geworfen werden oder diesen für einen anderen verlassen.
Grafisch sieht das alles ganz gut und übersichtlich aus, meiner Meinung nach ist auch die Farbgebung besser als das Blau vom BMP. Soundtechnisch wird mal wieder nur ein kurzes Gedudel beim Titelbild und Krach im Stadion geboten.
Der Eishockey Manager ist auch heute noch eine Runde wert, er spielt sich genauso schnell und einfach wie der Bundesliga Manager Professional, weshalb hier das gleiche gilt wie bei diesem Titel.
Publisher: Software 2000 Developer: Software 2000 Erscheinungsjahr: 1993 Erschienen für: PC, Amiga Anzahl Spieler: 1-4 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 6,5/10 | | Spielspass | | Sound | 4/10 | 8/10 | | Gameplay | 8,5/10 |
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