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Die Kampagnen spielen sich so, wie man es aus Echtzeitstrategiespielen kennt. Man hat einen Held, ein paar Hilfskräfte und muss Missionen erledigen. Das Ganze ist nett. Aber die wahre Stärke des Spiels liegt natürlich wie bei jedem RTS im Skirmish Modus.
Erstmal beginnt es damit, dass man sich ein Volk bastelt. Das geht in einem der mitgelieferten Editoren. Man gibt dem Volk einen Namen und legt dann besondere Stärken fest. So das sie beispielsweise besonders starke Flugzeuge haben oder schnell Rohstoffe sammeln oder einen Bonus bekommen. Hat man sein Volk erstellt, erstellt man das Spiel. Auch hier wird nicht mit Optionen gegeizt. Man kann ein vorgefertigtes Szenario oder eine Zufallskarte spielen. Die Karte kann in 6 Größen erstellt werden. Man legt den Kartentyp fest, ob Insel, Festland oder Inselgruppe. Dann legt man die Anzahl der Ressourcen fest, wählt wodurch man gewinnt und die Epochen. Insgesamt gibt es 14 Epochen von der frühen Steinzeit bis ins futuristische Nano Zeitalter. Wobei mir diese Epoche absolut nicht gefällt, die Cyborgs sind einfach zu übertriebene Einheiten.
Spielt man mit 4-5 Gegnern auf der riesigen Karte durch alle 14 Epochen, sollte man sich Urlaub nehmen. Denn Empire Earth frisst so viel Zeit für eine einzige Map wie kein anderes Spiel sonst. Für den oben genannten Fall, kann man selbst gegen die CPU wohl gut und gerne 5-6 Stunden einplanen. Gegen menschliche Spieler die alle auf dem gleichen Niveau spielen, kann es auch schon mal in den 2stelligen Stundenbereich gehen.
Das Spiel an sich, spielt sich wie ein recht normales RTS. Man hat zuerst ein Hauptgebäude und ein paar Arbeiter. Die schickt man zu Minen zum Resourcen sammeln. Holz, Stein, Gold und Eisen werden abrundet von Nahrung. Diese findet man, in dem man die auf der Map lebenden Tiere jagt (Was diese natürlich nicht mögen und zurückschlagen) oder eine Farm baut. Für die Farm muss man wiederum mehrere Arbeiter abstellen. Die Nahrung benötigt man in erster Linie um weitere Einheiten bauen zu können, jede von ihnen benötigt eine bestimmte Anzahl. Resourcen benötigt man aber nicht nur für Einheiten und Gebäude, sondern auch um in die nächste Epoche zu gelangen. Durch den Wechsel modernisieren sich nicht nur die Einheiten sondern es kommen auch neue hinzu, genauso wie neue Gebäude zur Verfügung stehen.
Neben den Gegnern gibt es noch andere Feinde, nämlich wilde Tiere, wie Tiger, die Jagd auf die Menschen machen. Um sich zu schützen sollte man also schnell eine Mauer rund um die eigene Stadt bauen. Später kann man an diese Mauern noch Türme bauen, die man mit Waffen aufrüstet. Ab dem 1. Weltkrieg kommen dann noch Flakgeschütze dazu. Neben Soldaten und Flugzeugen, Panzern und Schiffen gibt es noch eine andere Waffe: Priester und Propheten. Vor allem in der Zeit bis zum Mittelalter, als der Aberglaube noch riesig war, haben sie ihre Zeit. Sie können feindliche Einheiten konvertieren, Erdbeben und Vulkane erschaffen und auch sonst für mächtigen Ärger sorgen. Ab der industriellen Revolution verlieren sie allerdings schnell ihre Bedeutung. Dann gibt es noch Gebäude die rein zum Forschen gebaut werden, nämlich die Universität und das Krankenhaus wo man beispielsweise bessere Farmmethoden erforscht. Die Universität ist aber auch ein Schutz gegen feindliche Bekehrungen. Dann gibt es noch die Helden, welche vor allem die Moral steigern aber auch sehr starke Kämpfer sind. Von Gilgamesh über Karl den großen zu Erwin Rommel greift man auch hier wieder auf Große Personen der Geschichte zurück.
Als besondere Gebäude gibt es noch die Wunder. So kann man sich z.B. das römische Kolosseum in den Vorgarten stellen oder den Turm zu Babel bauen. Sie alle haben natürlich auch einen Sinn. Das Kolosseum erhöht die eigene Einheitengrenze, die Bibliothek von Alexandria deckt die gesamte Karte auf oder man baut das Ishtar-Tor und erhält so stabilere Mauern und Türme.
Auch kann man natürlich aufrüsten. Flugzeuge können dann weiter fliegen. Einheiten halten mehr aus, machen mehr Schade und bewegen sich schneller. Wer schnell und vernünftig wirtschaftet, hat in diesem Spiel schnell einen großen Vorteil. Natürlich gelangen alle Parteien zu unterschiedlichen Zeiten in die nächsten Epochen. Auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad kann es z.B. passieren, dass man selbst schon im 2. Weltkrieg ist, während der CPU Gegner noch im Mittelalter hängt und was ist schon lustiger, als den Bauern, die gerade auf dem Feld arbeiten die neue Atombombe zu zeigen oder die Ritter mit Panzern aufzuhalten?
Die Schlachten gestalten sich riesig. Es kann vorkommen, dass man selbst mit 100 Einheiten loszieht und der Gegner kommt mit 150 entgegen, dann kommt Gegner 3 auch noch mit 100 hinzu und man hat ein riesiges Gewusel in der Kartenmitte. Hier offenbart sich mal wieder, dass Echtzeitstrategiespiele an sich nicht sonderlich viel mit Strategie zu tun haben. In den Spielen geht es ja eigentlich nur darum, am schnellsten alles anzuklicken, seine Einheiten zum Feind zu schicken und dann zuzusehen wie alles platt gemacht wird. Das ist hier kaum anders.
Allerdings sei auch angemerkt, dass die CPU hier so extrem cheatet wie wohl bei kaum einem anderen Spiel. Resourcen haben die Teams im Überfluss, das Einheitenlimit scheint auch nur für den Spieler zu gelten und Gebäude scheint der elektronische Gegner 5x so schnell bauen zu können. Immer dann, wenn man denkt, man hat ihn ausgelöscht, stellt man fest dass er irgendwo auf der Karte doch noch ganz schnell ein Gebäude hingestellt hat. Auf den 2 einfachsten Schwierigkeitsgraden ist das kein großes Problem, aber auf den höchsten sorgt das schon für einige Frustmomente. Allerdings ist das ganz nett, wenn man ein CPU Volk als Verbündeten hat. Über ein kleines Icon am Bildrand kann man eine Leuchtrakete abschicken und die CPU sendet sofort unzählige Truppen an diese Stelle. Man will also mit seinen eigenen Einheiten den Feind angreifen, aber die eigene Stadt nicht unbewacht lassen? Hier macht sich die cheatende CPU nützlich.
Für Langzeitmotivation ist nicht nur durch die exorbitante Spieldauer gesorgt, sondern auch durch die mitgelieferten Karten- und Kampagneneditoren.
Grafisch musste das Spiel wohl durchschnittlich gehalten werden, sonst währen bei der riesigen Anzahl von Einheiten jeder PC in die Knie gegangen. So ist alles auf 800x600 begrenzt und sieht nur in der weitesten Zoomstufe mit allen Details erträglich aus. Zoomt man richtig nah ran, sieht man hässliche undetailierte Figuren. Auch einige Effekte sehen merkwürdig aus. Der Atompilz ist gräulich und sieht mehr nach einem Becher denn nach einer Explosion aus. Die Musik ist in Ordnung und hält sich recht unauffällig im Hintergrund. Die Soundeffekte sind gelungen, vor allem die Explosionen klingen richtig gut. Was richtig nervt ist natürlich die Sprachausgabe. Hier scheitert jedes RTS einfach daran, das jede Einheit immer etwas sagen muss, wenn man sie anklickt oder wohin schickt. Zwar ist das hier ganz nett gemacht, in dem die Einheiten durch die Epochen hindurch immer anders sprechen, aber es nervt einfach wenn man 5x hintereinander „Auf zum Angriff“ oder „Jaaaaaaaa“ hört.
Empire Earth ist aufgrund des riesigen Umfangs ein außergewöhnliches RTS, das viel Zeit und Einarbeitung erfordert. Leider sind die Single Player Kampagnen ein wenig öde und die CPU cheatet sich eben zu Tode, ansonsten wäre es wohl uneingeschränkt zu empfehlen. Für den Multi Player Teil gilt das aber auch heute noch.
Publisher: Sierra Developer: Stainless Steel Studios Erscheinungsjahr: 2001 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1-8 Schwierigkeitsgrad. Wählbar 
| Grafik | 7,5/10 | | Spielspass | | Sound | 7/10 | 8/10 | | Gameplay | 8,5/10 | | Multiplayer | 9/10 |
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