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Erben der Erde PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
25.06.2009

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Sieht man sich das Cover von Erben der Erde an, möchte man es wohl schnell als Kinderspiel abtun. Anthropomorphe Tiere werden eben selten mit Erwachsenen Themen in Verbindung gebracht. Diesem Problem gegenüber sahen sich auch Dreamer’s Guild, die Entwickler von Erben der Erde. Denn eigentlich wollten sie ihr Adventure erwachsener gestalten, als es in der finalen Version war. Aber der Publisher New World Computing sah die Tiere und kategorisierte es als Kinderspiel ein. So mussten viele Szenen entfernt werden.

In der Zukunft sind die Menschen von der Erde verschwunden. Nur noch alte Wandmalereien, Aufzeichnungen und Ruinen erinnern an sie. Die Natur holte sich den Planeten zurück und die Tiere leben nun auf ihm. Allerdings leben sie fast wie Menschen in zivilisierter Weise -  aber eben auch in Gruppen unterteilt. So gibt es den Stamm der Wölfe und der Keiler, der Ratten und der Hunde. Sie alle verfolgen andere Ziele. So sind die Keiler das kriegerische und kampfstarke Volk, während sich die Frettchen als Handwerker vor allem im Glasgewerbe machen.
Rif ist unsere Hauptfigur und stammt vom Volk der Füchse, was ihm schnell zum Verhängnis wird. Denn auch unter den Tieren herrschen Vorurteile. Als eines Tages die Sturmkugel gestohlen wird, bricht das Chaos los. Diese Kugel ist wichtig, kann sie doch das Wetter voraussagen und da Rif eben ein Fuch ist und die als listige Diebe gelten, wird er schnell verdächtigt.
Seine Unschuld beweisen kann er nicht und so wird er kurzerhand auf die Reise geschickt, um die Sturmkugel und den richtigen Dieb zu finden. Damit er nicht ausbüchst oder Ärger macht, wird seine Freundin Rhene kurzerhand gefangen genommen und Rif findet sich in der Gesellschaft zweier Wächter wieder. Zum einen der Keiler Okk und zum anderen Eeah, der Elch.

Das ungleiche Trio macht sich sofort auf den Weg und ab dem Moment übernimmt der Spieler die Steuerung.
Erben der Erde orientiert sich vom Look und der Steuerung her an den klassischen Adventures von Lucas Arts. Im unteren Bilddrittel hat man ein Inventar und die Verben, sowie kleine Bildchen von Rif und einem möglichen Gesprächspartner, über die etwas besser als im eigentlichen Spielfenster Emotionen dargebracht werden können.

Auf der Reise trifft man auf zahlreiche, teils sehr merkwürdigere Charaktere wie den Hund Prinz der gelangweilt in seinem Schloss hockt und jeden Wanderer gefangen nehmen lässt, wenn dieser ihn nicht mit Witzen unterhält. Generell sind die Stämme recht feindlich, die Keiler grunzen während sie im Schlamm baden und zum Anführer der Ratten wird man nur vorgelassen wenn man einen Termin hat (oder sich unbemerkt reinschleichen kann)
Wesentlich freundlicher sind da schon die Tiere, die ohne Stamm ihr Leben führen wie der Astronom oder der Wolf der die Fähre betreibt.

Bei Adventures immer wichtig sind gute Rätsel und davon bietet Erben der Erde einige. Die meisten sind auch relativ logisch aufgebaut bzw. wird man mitunter sogar hingewiesen wo man einen Gegenstand nun finden kann. So muss man für den Astronom eine neue Linse für das Teleskop finden. Die geschickten Frettchen helfen gern, allerdings erst, nachdem man ihren Test gelöst hat und dann überhaupt erstmal rausgefunden hat, was eine Linse ist.
Absolut untypisch für ein Adventure sind die Irrgärten, die leider auch einen Negativpunkt darstellen. Durch die Irrgänge bei den Ratten kann man sich noch so halbwegs schlagen, aber spätestens im Hundepalast ist man ohne Karte verloren. Zahllose immer gleich aussehende Gänge und viele Sackgassen nerven den Spieler hier sehr schnell. Auch das Auffinden von Gebäuden kann mitunter zur Herausforderung werden. Man bekommt nämlich beispielsweise nicht gesagt, wo sich der Versammlungsraum im Dorf der Frettchen befindet und so darf man erstmal jedes Gebäude abklappern.
Am Ende des Spiels wird man sich die Frage stellen, ob diese Dungeons nicht eingebaut wurden, um die Spielzeit künstlich zu strecken, denn leider ist die Suche nach der Sturmkugel eine recht kurze Angelegenheit und schon nach wenigen Stunden ist man am Ende angelangt. Hier wird man auch noch mit einem Cliffhanger abgespeist, denn ursprünglich sollte dies der Auftakt zu einer Trilogie werden, aber schon das Sequel wurde aufgrund zu schlechter Verkaufszahlen (Wohl wegen dem kindischen Look) nie realisiert.

Grafisch ist das Spiel sehr schön im Comiclook gehalten, alles ist recht liebevoll designed. Vor allem die Charaktere sehen toll aus.
Musikalisch gibt es einige abwechslungsreiche Stücke, auch wenn keines davon so wirklich hängen bleiben wird. Die Soundeffekte sind ganz ordentlich.
Wirklich großartig ist allerdings die Sprachausgabe und das sogar in der deutschen Fassung. Die einzelnen Figuren haben gute Stimmen und jede Stimmung von aggressiv bis fröhlich wird gut eingefangen. Vor allem der grummelige Okk wurde sehr gut synchronisiert.

Erben der Erde überzeugt durch eine interessante Handlung, interessante Charaktere und ein liebevolles Design. Vor allem das Trio rund um Rif wird man sehr schnell mögen, da sich die drei schon sehr bald zusammenraufen und ein tolles Team bilden.
Leider enttäuscht die kurze Spielzeit und die Labyrinthe belasten die Nerven des Spielers, aber auch trotz dieser Mankos ist die große Suche eine Empfehlung für jeden Freund von Adventures.

Publisher: New World Computing
Developer: The Dreamer’s Guild
Erscheinungsjahr: 1994
Erschienen für: PC, Mac, Amiga
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Leicht-Mittel

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Grafik8/10  Spielspass
Sound8,5/10
7,5/10
Gameplay 7,5/10

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