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Die wilde Welt der Formel 1. Wo Menschen fürs Autofahren Millionen kassieren und noch wesentlich mehr Millionen in die Produktion von Motoren und Technik investiert werden. Formel 1 Rennspiele gab und gibt es seit vielen Jahren ja so einige. Manager hingegen gab es nur wenige und die meisten sind in einem kleinen Zeitraum zwischen 1994-98 erschienen. Natürlich mischte auch Software 2000 da ganz kräftig mit. Konnte der Erstling (F1 Manager 96) noch mit einer offiziellen Lizenz protzen, wurde beim Nachfolger darauf verzichtet. Das Geld hat man wohl für die Betatester benötigt, die beim Vorgänger wohl gefehlt hatten.
Schon beim ersten Start fällt auf, dass sich scheinbar nicht viel getan hat. Die Menüs wurden nahezu 1:1 übernommen und auch das Büro sieht noch gleich aus. Irgendwie war das wohl früher angesagt, wo man sich heute durch öde Menüs klickt, hatte man früher hübsch gezeichnete Geschäftsräume die gleich für wesentlich mehr Atmosphäre sorgen.
Die großen Änderungen liegen im Detail. So sind die Menüs nun wesentlich verschachtelter und bieten einige neue Funktionen um das Auto noch leistungsfähiger zu machen. Automatisierungen gibt es nun auch. Man kann den jeweiligen Abteilungsleitern genau auftragen wonach sie forschen und entwickeln sollen und wie viel Geld sie bekommen. Natürlich sollte man dies nur machen, wenn man ein fähiges Team hat. Die Qualität wird dabei mit Sternen angezeigt. Das übernahm man auch gleich für die Einzelteile der Autos die ebenfalls in Qualitätssterne unterteilt sind. Aber bevor man überhaupt Teile kaufen oder entwickeln kann, sollte man Verträge abschließen. Einerseits nämlich mit den Lieferanten, die Motoren, Benzin und andere Werksstoffe bereit stellen und natürlich mit Sponsoren. Je größer und bekannter das Team ist, desto bessere Zubehörlieferanten bekommt man und desto mehr Geld gibt es von den Sponsoren. Die Verhandlungen mit den Sponsoren laufen recht simpel ab. Man klickt einen an, dann sieht man das F1 Auto, den Rennanzug, Helm und Kappe und kann nun die Sponsorenaufkleber dort verteilen, wo man es für sinnvoll hält. Natürlich sind einige Positionen besser als andere. Insgesamt ist das sehr einfach und es ist kein Problem, allein durch Sponsoren mal eben 180 Mio. einzunehmen. Die zweite größere Einnahmequelle ist natürlich das Merchandising. Hier darf man sich bestimmte Produkte wie Schlüsselanhänger, Aufkleber, Poster, CDs oder Managerspiele auswählen, man kann die Produktqualität und den Verkaufspreis festlegen und hofft dann, dass alles reißenden Absatz findet. Verhandlungen mit den Fahrern und Ingenieuren finden hier auch statt, auch kann man versuchen, die Fahrer anderer Teams abzuwerben. Ab und zu bewirbt sich auch ein junger Fahrer als Testpilot. Gebäude kann man ebenfalls bauen. Wenn man denkt, dass eine Fabrik zu langsam arbeitet, errichtet man eben eine zweite und ein Windkanal muss auch her.
Wenden wir uns also jenen zu. Am einfachsten ist das Lager, hier liegen alle Wagenteile rum und man kann hier Motoren und Elektronik bestellen. Das ganze Drumherum muss selbst entwickelt werden, dafür gibt es ein Designstudio in dem man auch eigene Teile entwerfen kann, auch wenn sich das lediglich auf Werte wie Höhe oder Länge beschränkt. In der Fabrik werden diese Teile dann gebaut, hier kann man auch noch weitere Vorgaben einstellen, beispielsweise wie lange daran gebaut wird, dadurch erhöht sich auch die Qualität. Das Ziel ist klar: Ein Auto das maximal 505kg wiegt und in allen Bereichen 5 Sterne hat. Bis man das erreicht, vergeht allerdings sehr viel Zeit.
Essentiell wichtig ist natürlich auch das Setup. Wie viel Grad sind bei den Flügeln sinnvoll? Wie viel Benzin sollte verwendet werden? Man kann sehr viel einstellen und durch kleine Bildchen wird auch direkt angezeigt, was die Änderungen bewirken. Der Motor wird direkt auf den Prüfstand gestellt, hier kann man Rennen simulieren und Optimierungen wie den richtigen Zündzeitpunkt oder das Luft-Benzin-Gemisch regulieren.
Vor dem ersten Rennen in Australien hat man also schon sehr viel zu tun. Dann steht dieses vor der Tür und man begibt sich auf die Reise. Damit man sich auch hier nicht langweilt, darf man erstmal auswählen welche und wie viele Ersatzteile mitgenommen werden sollen. Dann findet man sich an der Strecke. Simuliert werden drei Trainingsrennen, das Qualifying und natürlich das Rennen selbst. Man darf das Training aber auch auslassen, wenn man möchte. Vor dem jeweiligen Rennen kann man auch hier noch mal das Setup verändern und z.B. für das Qualifying alles auf höchste Leistung stellen, dadurch geht zwar das Auto sehr schnell kaputt, aber man fährt ja eh nur wenige Runden. Vor dem Rennen wird dann noch die Boxenstrategie eingestellt: Wann kommen die Fahrer rein, wie viel Benzin kriegen sie und werden die Reifen getauscht. Hierbei kann man sogar ein wenig aktiv werden und später im Rennen den Boxenstopp komplett selbst steuern, was über kleine Buttons abläuft.
Das Rennen selbst wird in unterschiedlichen Ansichten dargestellt. Die normale Perspektive ist aus der Boxengasse heraus auf die Start-/Zielgerade. Im unteren Fenster hat man unzählige Daten über das Wetter, die Streckenverhältnisse, die Rundenzeiten, wo sich die Fahrer auf der Strecke gerade befinden, wie schnell sie fahren und man kann ihnen hier noch kleinere Anweisungen wie den Fahrstil (von Spazierfahrt bis Rambo) übermitteln.
Auch kann man sich das Rennen in 3D ansehen. Hierbei stehen unterschiedliche Kameraperspektiven zur Verfügung oder man sieht sich das Rennen von jedem Fahrer an. Möchte man das nicht und bleibt in der Boxengasse, werden auf einem Monitor kleinere Videos von Überholmanöver und Unfällen eingespielt. Leider sind das immer die gleichen.
Damit das Ganze noch spannender wird, kann man sich vor dem Spielstart verschiedene Missionsziele geben. Beispielsweise das man 10x den 1. Platz mit einem Fahrer erreicht oder in 2 Rennen 20 Punkte macht. Ein Mehrspielermodus darf natürlich nicht fehlen. Bis zu 4 Leute können antreten, aber leider nur an einem PC und nicht über Netzwerk. Einen recht umfangreichen Editor gibt es auch, hier kann man die Fahrer und Teams sehr umfangreich bearbeiten.
Grafisch ist das Spiel ganz nett. Das Büro ist schön bunt gezeichnet, wie man es von deutschen WiSims der damaligen Zeit kennt. Das Rennen findet dann in 3D Grafik statt, die aber natürlich recht pixelig ist. Hier sieht man dem Spiel an, das es schon ein gutes Jahrzehnt alt ist. Die Musik geht in Ordnung, sticht aber auch nicht sonderlich hervor. Die Soundeffekte sind ganz gut, allerdings scheinen das nur kurze Stücke zu sein die im Loop laufen.
Insgesamt macht der F1 Manager Professional schon Spaß, ist aber sehr verschachtelt und im ersten Moment überfordert er Spieler wohl doch ein wenig. Es gibt einfach viel zu tun und tausende kleine Menüs wollen eingestellt werden. Hat man sich aber einmal durchgekämpft, findet man ein tolles, umfangreiches und herausforderndes Spiel das eben nur eine größere Schwache hat: Die fehlende FIA-Lizenz. Publisher: Software 2000 Developer: Software 2000 Erscheinungsjahr: 1997 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1-4 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 7/10 | | Spielspass | | Sound | 6,5/10 | 8,5/10 | | Gameplay | 7/10 |
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