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Schon der Titel erinnert an das sehr gelungene Geheimakte Tunguska. Ich denke mal, dass man ohne dessen Erfolg „Die Kunst des Mordens“ beibehalten hätte. Aber nun gut.
Der Anfang ist wie ein who is who des man-kennt-sich-schon. Nicole Bonnet heißt die FBI – Ermittlerin, es geht um Ritualmorde. Der Partner ist ein merkwürdiger Typ, der Nick heißt – tja, Nick und Nicole. Dieser meldet sich nur per SMS oder Mail, was das für Arbeitsvorstellungen sind...
Die Grafik geht in Ordnung, die Synchronisation ist gelungen und die Musik passt auch. Schnell stellt sich Krimiatmosphäre ein. Und auch das Anzeigen von Hot Spots hat man aus Tunguska übernommen, was dem Spiel wirklich gut tut. Nervige Pixelsucherei entfällt. Aber man hätte vielleicht mehr übernehmen sollen. Zum Beispiel die Rätsel, oder dass ein Druck auf die Leerzeile ausreicht um die Spots anzeigen zu lassen. An der Bedienung ist aber insgesamt nicht viel auszusetzen.
Zu Beginn fühlte ich mich sehr an „Das Geheimnis der Druiden“ erinnert, denn auch das beginnt – wie so viele Spiele – in einem Büro. Nach einem Mord Wenn sie nur nicht so viel falsch gemacht hätten, hätte es zumindest ein ordentliches Spiel werden können.
Dass es scheinbar Logikrätsel geben muss ist eine Sache. Mir gefällt das ja nicht so, aber das sieht natürlich jeder anders. Die Geschichte fängt auch recht spannend an, aber ich habe lange kein Spiel erlebt, wo man so unsinnige Rätsel lösen muss. Und das ist quasi der Ritualmord am Adventuregenre. Dass man Gegenstände nur mitnehmen kann wenn man sie braucht und nicht vorher, das kennt man ja leider von zu vielen Spielen.
Beispiele gefällig? Man benötigt die Telefonnummer von Nick. Natürlich hat der Depp sein Handy ins Meer geschmissen und nun eine neue Nummer. Man geht ins Sekretariat, aber anstatt dass die Sekretärin einem die Nummer direkt gibt, wird sie einem per Mail zugeschickt.
Später findet man einen kaputten Teil einer Statue in einem Museum ausgestellt. Um diese zu bekommen braucht man die schriftliche Anfrage des FBI. Es geht also erstmal ins Hauptgebäude zurück, dort holt man ein Formular, lässt das unterschreiben und dann zurück zum Museum. Dort zeigt man das vor, darf noch mal zum Pförtner gehen, der einem den Glaskasten öffnet. Allerdings droht dann (trotz Genehmigung!) die Alarmanlage loszugehen, so dass man erst noch eine mit Sand gefüllte Vase in die Vitrine stellen muss. Das ist lächerlich.
Die Kunst des Mordens wirkt wie eine Mischung aus Geheimakte Tunguska und Still Life, bleibt allerdings weit weit dahinter zurück.
Zu ersterem fehlt einfach die Klasse der Rätsel. Und die genialen Zwischensequenzen von Still Life bzw. dessen morbide Atmosphäre wird nicht mal annähernd erreicht. Charaktere bleiben blass, Story und Orte hat man schon zigfach gesehen. Die Krimikonkurrenz im Adventuregenre ist einfach zu groß, als dass man sich das hier antun muss.
Allenfalls Adventureliebhaber können mal einen Blick in die Geheimakte des FBI werfen, aber wohl selbst für die gibt es unzählige bessere Titel als dieses biedere Spiel der Mittelklasse.
Publisher: City Interactive Developer: City Interactive Erscheinungsjahr: 2008 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: einfach
 
| Grafik | 7/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10, | 4,5/10 | | Gameplay | 6,5/10 |
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