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Ghostbusters: The Video Game PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
22.07.2009

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Die Ghostbusters sind zurück, wenn auch leider „nur“ in Form eines neuen Videospiels. Die guten Videospiele rund um die Geisterjäger kann man an einer halben Hand abzählen, dafür gab es von der ersten Umsetzung bis  zur Versoftung der grässlichen Extreme Ghostbusters Serie viel Schrott.
Seit 2007 war das Spiel in der Entwicklung und wurde oft verschoben, jetzt ist es endlich draußen, in Europa zumindest auf PS 2 und PS 3, die restlichen Versionen erscheinen hier erst gegen Ende des Jahres. Zum Glück gibt es die PC Version aber schon in allen anderen Ländern und einem Import steht nichts im Wege.

Wir befinden uns im Jahr 1991, also zwei Jahre nach den Ereignissen in Ghostbusters 2. Die Geisterjäger haben einen neuen Rekruten engagiert, der natürlich vom Spieler übernommen wird. Leider kommt hier schon der erste Kritikpunkt, denn man kann weder Geschlecht, Aussehen noch Namen selbst festlegen und der Rekrut hat auch so keinen Namen, was in manchen Dialogen zu merkwürdigen Situationen kommt. Vor allem bei den Vorstellungen der Ghostbusters wird dann gern einfach pausiert und direkt zum nächsten Satz gegangen und während des Spiels muss man sich daran gewöhnen als Rekrut, Kid, Tiger und ähnliches bezeichnet zu werden. Dies hätte man wirklich besser umsetzen können.

Im Intro wird man aufgeklärt, dass man von den Ghostbusters engagiert wurde um neue Ausrüstung zu testen. Wie der Zufall es so will, wird dies auch direkt eingesetzt, als Slimer aus seinem Glaskäfig ausbricht und dann noch eine Geisterwelle über New York schwappt. Nach einem kurzen Kampf im Keller des Ghostbusters Hauptquartiert, startet Mission 1. Man merkt sofort, das sich dieses Spiel wirklich an Fans der Filme richtet. Am Anfang kann man durch das Hauptquartier der Geisterjäger streifen und sich alles ansehen, man findet sogar einige Ausrüstungsgegenstände der Real Ghostbusters und Extreme Ghostbusters Zeichentrickserie. Es ist in der heutigen Zeit erstaunlich, wie viel Mühe sich die Entwickler hier allein gaben. So kann man auf den Computerbildschirmen den Endscreen des ersten Ghostbusters Videospiel vom NES (inklusive aller Schreibfehler!) ansehen oder man wandert runter zu Janine und stößt auf das Gemälde, das Vigo zeigt. Mit ihm kann man sogar reden und die Sätze, die er so ablässt, sind grandios.

Mission 1 spielt im Sedgewick Hotel, die erste große Mission der Ghostbusters im Film fand dort statt, damals fingen sie Slimer ein und das ist jetzt wieder der Auftrag, der kleine grüne Geist ist dorthin geflohen. Zuerst ist man mir Ray Stantz auf einer Etage unterwegs, Peter Venkman hat keine Lust mitzukommen, denn es reicht ihm, dass er beim ersten Mal vollgeschleimt wurde, er bewacht also lieber die Aufzüge. Während man mit Ray umherläuft, kommt ein Notruf von Venkman – er wurde wieder vollgeschleimt. Diese erste Mission ist wirklich fast ein Remake vom Film, denn auch einen der großen Ballsäle darf man mit Peter verwüsten. Hat man Slimer dann endlich erwischt, geht es auch direkt weiter. Auf dem Time Square trampelt jemand laut rum, wer kann das nur sein?
Natürlich der Marshmallow Man (Ray: „It wasn’t me this time, I swear it!“) der auch als nächster Gegner fungiert. Auf dem Time Square taucht auch noch eine Oper auf und man muss gegen gruselige Opernsänger kämpfen, sich durch Gebäude schießen und kriegt es mit einer Vielzahl weiterer Gespenster zu tun.
Das Teamplay funktioniert ausgesprochen gut. Hier ist man zu fünft unterwegs und die künstliche Intelligenz ist größtenteils gut. Natürlich kann es passieren, das ein Ghostbuster in einen Strahl läuft, aber das hat zum Glück nur geringe Auswirkungen. Werden sie dagegen zu oft von Geistern erwischt, fallen sie zu Boden. Man muss sie dann quasi wiederbeleben (oder einer der anderen Geisterjäger übernimmt das). Erst wenn man selbst und alle anderen Geisterjäger erledigt ist, ist die Mission verloren und das passiert zumindest bei diesen Teammissionen relativ selten.

Ab und zu ist man allerdings auch nur zu zweit unterwegs, was die Sache schon schwieriger macht und einige Abschnitte muss man gar allein bestreiten. Dies meist, weil man in irgendeine Falle getappt ist oder ein Geist eine Treppe zerstört (wie etwa der böse Fischer im Hotel)
Nachdem man den Marshmallow Man zerstört hat, beginnt die Handlung eigentlich erst so richtig. Man lernt eine neue Person kennen, Dr. Ilyssa Selwyn, an die sich Peter gleich ranmacht und kommt langsam hinter die Ursache des Spuks: Ivo Shandor, ist da und terrorisiert New York. Wer die Filme nicht kennt, muss wohl aufgeklärt werden: Shandow gründete einen Kult, die Gozer Anbeter, er baute auch Spook Central, das Haus das im ersten Film von Geistern befallen wird und wo sich Dana Barrett und Louis Tully verwandeln und dann Gozer auftaucht.
Wo wir schon dabei sind: Leider sind weder Dana noch Louis in diesem Spiel dabei. Sigourney Weaver war fest eingeplant für die Sprecherrolle, sagte aber zu spät zu und wurde dann schon aus dem Script gestrichen. Rick Moranis dagegen hatte von Anfang gar keine Lust. Beides ist mehr als schade.

Nach dem Time Square folgen noch 5 weitere große Missionen, man kehrt nochmal in das Hotel zurück, kämpft sich durch eine gruselige Zwischenwelt, ein Museum, durch den Central Park Friedhof und Shandor Island das plötzlich mitten im Hudson River auftaucht.
Das absolute Highlight unter den Missionen ist aber die Bibliothek. Auch die kennt man aus dem ersten Teil und wieder trifft man auf den Bibliotheksgeist (Ihr wisst schon: „Get her!“)
Die ist der gruseligste Abschnitt, da man recht tief in die Bibliothek eindringt, unter anderem in die Kinderbuchabteilung, wo gespenstische Kinderstimmen reden, weinen und generell für eine fiese Atmosphäre sorgen. Später trifft man auf Büchergeister und rennt durch viele dunkle Abschnitte.
Wo die 2 Filme noch recht komödiantisch waren und nicht so gruselig, orientiert man sich hier scheinbar eher an den ersten 2 Staffeln der Zeichentrickserie, die ebenfalls recht gruselig waren.

Die Handlung ist sehr gut, sehr abwechslungsreich und spannend inszeniert und lebt eben auch von der erstklassigen Vertonung. Alle 4 Schauspieler (Harold Ramis, Dan Aykroyd, Bill Murray, Ernie Hudson) scheinen viel Spaß gehabt zu haben. Vor allem Ramis und Aykroyd scheinen diese Ghostbuster Rolle zu leben. Es gibt jede Menge geniale Sprüche und Situationen, bei denen man gern mal lacht.

Gespielt wird das aus der Third Person Ansicht. Man sieht seinen Charakter im linken Bildschirmbereich, daneben ist das Fadenkreuz. Im Verlauf des Spiels bekommt man neben dem Proton Phaser noch 3 andere Waffen dazu, darunter einen Schleimstrahler wie er in GB2 vorkam.
Alle Waffen haben zwei unterschiedliche Funktionen. Meist ist die erste ein direkter Angriff, so wird mit dem Proton Pack eben auf die Geister geschossen, auch mit dem Schleimwerfer kann man auf die Geister feuern, während der zweite Button z.B. beim Schleimwerfer eine Art Faden abfeuert. Da kommt man sich ein wenig wie Spider-Man vor, wenn man den Faden an ein Tor feuern muss und diesen dann beispielsweise mit Ecto-1 verbindet, damit selbiges das Tor öffnen kann.
Geister muss man erst schwächen, indem man sie mit den Waffen angreift, sind sie schwach genug kann man sie mit dem Protonstrahl einfangen und muss sie dann zu einer Falle ziehen. Das ganze erinnert ein wenig an Angeln und in den Filmen oder der Zeichentrickserie wirkte es immer einfacher, die Geister dazu zu bringen in die Falle zu tauchen.

Die weiteren Ausrüstungsgegenstände umfassen den PKE-Messer und die Geisterfalle. Mit dem PKE-Messer spürt man Geister auf, aber auch Gegenstände, die man einsammeln kann. Von gespenstischen Stühlen und Bildern bis zur Ghostbusters DVD, sind in allen Levels unzählige Sachen versteckt. Diese bringen ebenso Geld, wie das abscannen neuer Gespenster. Mit dem Geld kann man die Ausrüstungsgegenstände verbessern. So scannt der PKE-Messer auf eine größere Fläche, das Proton-Pack überhitzt weniger schnell oder man kann die Slam-Trap Funktion verwenden, um Gespenster noch schneller in die Falle zu klatschen.

Vom Gameplay her und von der Story ist das Spiel absolut genial, auch wenn es einige merkwürdige Momente in den zahlreichen Zwischensequenzen gibt. Seien es die oben angesprochenen Szenen rund um den „Rookie“ oder später, wenn man aus dem Sedgewick Hotel zurückkehrt und urplötzlich auf einem Schiff ist. Teilweise hat man den Eindruck, dass hier Sachen rausgestrichen wurden. Aber das stört nicht weiter, denn das Feeling und die Atmosphäre sind einfach phänomenal.

Schön sind auch die zahlreichen Statistiken. Wie viel Geld man verdient hat, wie viel Schaden man verursacht hat oder wie viele Geister man selbst eingefangen hat, alles wird genau aufgezeichnet. So kann man sich schonmal selbst auf die Schulter klopfen, wenn man 40 Geister eingefangen und 10x seine Kollegen wiederbelebt hat, während man selbst vielleicht 1 oder 2x KO ging.

Auch grafisch ist das gut in Szene gesetzt. Anders als bei der PS2 oder Wii Version ist auch die PC Version (ebenso wie Xbox 360 und PS3) eher in realistischen Farbtönen gehalten. Das Leveldesign ist klasse, auch die Effekte, der Proton Packs und der Gespenster sind klasse. Etwas hölzern sind dagegen die Charaktere vor allem in den Zwischensequenzen und Lippensychnron sind diese Szenen leider auch nicht, wobei das weniger stört.

Der wirklich große Kritikpunkt am Sound: Nicht ein einziges Mal hört man das Ghostbusters Titellied komplett. Es wird mal angespielt, aber das recht kurz. Die restliche Musik besteht aus dem Score des ersten Ghostbusters Spiels, was natürlich sehr gut passt. Auch die Soundeffekte sind ebenso wie im Film, das anschalten des Proton-Packs klingt einfach geil.

Kommen wir zur Kritik wenn wir schon dabei sind:
Die Installation der PC Version ist verbuggt und auch während des Spiels muss man mit gelegentlichen Slow-Downs kämpfen. Es gibt auch keinen Multiplayer, was wirklich total scheiße ist. Die Konsolenversionen haben einen Multiplayer, aber der PC nicht? `Doch selbst den Konsolenfassungen mangelt es an einem Coop Modus und wen ein Spiel dafür prädestiniert wäre, dann wohl Ghostbusters.
Als einzigen Bonus werden Gallerien mit Designkonzepten freigeschaltet.
Auch ist das Spiel relativ kurz. Ich kam beim ersten Mal auf eine Spielzeit von knapp 6 Stunden. Zwar kann man das Spiel auch ein weiteres Mal durchspielen, da es 3 Schwierigkeitsgrade und genug versteckte Artefakte zum einsammeln gibt, aber etwas länger hätte das ganze schon sein dürfen und wenn es nur eine oder zwei weitere Missionen gewesen wären. 
Auch wurde keines meiner 3 Gamepads wirklich erkannt, die Steuerung mit Maus und Tastatur ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber man kommt nach einiger Zeit gut damit klar.

Egal, am Ende muss man sagen, Ghostbusters: The Video Game das beste Spiel rund um die Geisterjäger ist. Ich hatte verdammt viel Spaß, das Gameplay ist gut, die Sprachausgabe  perfekt und es macht einfach Spaß.
Ich kann mir aber gut vorstellen, das Leute, die mit den Ghostbusters nichts anfangen können oder die Filme weniger als 100x gesehen haben, weniger Spaß damit haben werden. Am Ende ist es eben ein Produkt für Fans. Deshalb dürfen alle Nicht-Ghostbusters Fans auch 2 Punkte von meiner Wertung abziehen.

Publisher: Atari
Developer: Terminal Reality
Erscheinungsjahr: 2009
Erschienen für: PC, PS 2, PS 3, Xbox 360, Wii
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik8/10  Spielspass
Sound9,5/10
9/10
Gameplay 8,5/10
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Letzte Aktualisierung ( 24.07.2009 )
 
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