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Gothic PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
17.06.2006

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Orks sind die Standardgegner eines jeden Rollenspiels, so auch in Gothic, wo sich der König von Myrtana sehr schwer im Kampf gegen diese Ungetüme tut. Seine Hauptwaffe ist magisches Erz, das sich nur aus den Minen der Insel Khorinis fördern lässt. Damit die Erzförderung schneller vonstatten geht, teilt er alle gefangenen Verbrecher des Landes zum Dienst ein. Um zu verhindern, dass die Bösewichte nicht irgendwann selber eine Armee bilden und den König stürzen, raten ihm einige Magier dazu, am besten eine magische Kuppel um das Gebiet der Minen zu erzeugen. Bei deren Erstellung geht aber etwas schief und so sind plötzlich auch die Magier und große Teile des Landes unter der Kuppel eingeschlossen. Die bösen Gefangenen nutzen die Gunst der Stunde und planen einen Aufstand. Die stärksten von ihnen werden zu den neuen Herrschern unter der Kuppel, den so genannten Erzbaronen. Diese sind dann aber doch zu machtgeil, was nicht alle Gefangenen mitmachen wollen und deshalb verschwindet ein großer Teil aus dem Lager und gründet ein eigenes, das neue Lager. Andere wieder rum schließen sich dem Guru Y’Berion an. Diese selbsternannte Bruderschaft des Schläfers glaubt daran, dass eben dieser Schläfer sie aus der Kuppel in die Freiheit führen wird. Der König muss daraufhin mit den Erzbaronen des großen alten Lagers gemeinsame Sache machen. Im Austausch gegen das wertvolle Erz liefert er Nahrungsmittel, Frauen und alles andere, was der Unterhaltung dient. Eines Tages wird auch unser namenloser Held hinter diese Barriere befördert, ungerechtfertigt wie er selbst sagt. Schon bald wird er mitten in die Kämpfe des neuen und des alten Lagers gezogen und kriegt die Vorbereitungen auf die Ankunft des Schläfers mit. Einer der Magier, Xardas, weiß genau was vorgeht und mit unserem Held versucht er nicht nur die Barriere zu zerstören sondern auch den Schläfer zu besiegen.

Gothic ist kein Rollenspiel im eigentlichen Sinne, sondern mehr eine Art Action-Rollenspiel. Die Hauptfigur ist fest vorgegeben, man kann nicht, wie in vielen anderen Rollenspielen, beispielsweise die Rasse oder Fähigkeiten auswählen. Auch im Spiel selbst wird die Charakterentwicklung nur am Rand behandelt. Man kann eben einige Fähigkeiten wie Einhand- oder Fernkampfwaffen erlernen und natürlich die Magie. Mir ist das ja ganz recht, weil Rollenspiele a la Baldurs Gate mir persönlich einfach viel zu überladen mit unnötigem Charaktermist sind.

Man steuert den Helden aus der 3rd Person Perspektive und startet erstmal in der Nähe des alten Lagers. Im Spiel kann man sich dann entscheiden, ob man sich dem alten oder dem neuen Lager anschließt oder man gar zur Bruderschaft wechselt. Große Auswirkungen auf die Story hat das allerdings nicht, die ist doch recht linear vorgegeben und auch wenn man sich z.B. dem alten Lager anschließt, wird man über kurz oder lang auch beim neuen Lager landen. Dafür ist die Welt sehr groß und es gibt noch viele andere Orte, als lediglich die Lager. Man kriegt sehr viele Haupt- und Nebenquests aufgebrummt und auch sonst hat man zumindest einige Freiheiten, welche Quests man nun machen will oder wie man sich verhält.

Die KI ist ganz gut geworden. Die NPCs haben meist einen festen Tagesablauf und auch in Kämpfen verhalten sich Tiere, Monster und Menschen recht intelligent. Eine Sache die mir nicht wirklich gefallen hat, war der Autofokus, wo sich die Spielfigur im Kampf automatisch auf einen Gegner ausrichtet. Die ist einfach zu schlecht umgesetzt und meistens schlägt man tatsächlich am Gegner vorbei, statt ihn zu treffen.

Auch die Steuerung und vor allem die Menüführung ist sehr umständlich. Vor allem bei den Händlern ist das Kaufen/Verkaufen Menü absolut undurchsichtig, verwirrend und total unkomfortabel. Was auch daran liegt, das man ständig Tauschhandel macht, also z.B. dem Händler ein Schwert gibt und man dann sich vom Händer selbst entweder den Tauschgegenstand oder Erz holt.

Trotz dieser kleinen Nervigkeiten macht Gothic echt sehr viel Spaß, unterhält mit einer dichten Story und einzigartigen Charakteren, die man sehr schnell lieb gewinnt (oder hasst).

Grafisch hat das Spiel zur damaligen Zeit mit einer unglaublichen Weitsicht protzen können, ansonsten war die Grafik zumindest gut, wenn auch nicht perfekt. Das war dann aber die musikalische Untermalung, die dem Thema absolut gut angepasst wurde und die klasse ist. Auch die Soundeffekte klingen sehr realistisch. Die Sprachausgabe ist auch sehr gut und die Sprecher wurden gut gewählt. Hier hat man ganze Arbeit geleistet.

Gothic ist auf jeden Fall ein RPG das man mal gespielt haben sollte. Selbst Leute die sonst kaum etwas mit Rollenspielen anfangen können, werden ihren Spaß haben.

Grafik: 7,5/10
Sound: 9/10
Gameplay: 7/10
Spielspaß: 8,5/10

Publisher: Shoebox
Developer: Piranha Bytes
Erscheinungsjahr: 2001
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Mittel

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Grafik7,5/10  Spielspass
Sound9/10
8,5/10
Gameplay 7,5/10
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Letzte Aktualisierung ( 27.02.2007 )
 
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