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Grand Theft Auto IV PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
21.12.2009

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Mittlerweile hat die kontroverse GTA-Reihe schon über 10 Jahre auf dem Buckel und obwohl GTA IV die vier im Titel trägt, ist es bereits der neunte Teil der Reihe. Nach dem zumindest für mich arg enttäuschenden GTA – San Andreas war ich gespannt, ob man mit diesem Teil an geniale Vorgänger wie Vice City oder dem ersten anschließen kann.

Seit dem dritten Teil ist es üblich, dass sich die Handlung um eine Hauptfigur dreht, die der Spieler steuert und das ist dieses Mal nicht anders. Niko Bellic heißt er und guckt ziemlich grimmig aus der Wäsche. Er hat auch allen Grund dazu, war er ja Soldat im Kosovokrieg und entkam nur knapp einem Verrat. Es trieb ihn nach Liberty City, wo der amerikanische Traum genauso lockte wie die Erzählungen seines Cousins Roman. Jene entpuppen sich aber nur zu schnell als Schaumschlägerei. Denn weder hat er 2 Frauen noch zig Whirlpools und auch keine 15 Autos. Er schwimmt nicht im Geld sondern betreibt knapp an der Armutsgrenze ein kleines Taxiunternehmen. Trotzdem gibt Niko nicht auf. Er hilft Roman und will den damaligen Verräter finden.

Interessant ist natürlich der Schauplatz Liberty City, der bereits in GTA 1 und 3 Verwendung fand. Allein die Unterschiede zwischen GTA 3 und GTA 4 bei der Stadt sind aber bereits drastisch. Während es in Teil 3 noch eine Fantasiestadt hergestellt aus verschiedenen „Sehenswürdigkeiten“ großer amerikanischer Städte war, so hat man nun praktisch New York City nachgebaut. Vorbei die Zeiten, als man durch Shoreside Vale oder Staunton Island fuhr, nun geht es durch Algonquin (Manhattan), Bohan (Bronx), Broker (Brooklyn), Dukes (Queens) und Alderney (New Jersey). Viele Gebäude wie das Empire State Buildung oder das Chrysler Building wurden nachgebaut, auch der Time Square erstrahlt in voller Neonpracht und nur einige wenige Details wurden verändert, meist mit dem für Rockstar typischen Humor. So ist die Freiheitsstatue zwar auch vorhanden, hält aber keine Fackel sondern einen Pappbecher in der Hand.

Durch dieses riesige Gebiet fährt und ballert sich Niko in einer von Intrigen, Morden und Skrupellosigkeiten durchzogenen Geschichte. Es ist ja klar, dass man nicht auf ewig den Taxifahrer für Roman spielen wird. Schon bald kommen Gangster und alte Bekannte Nikos, die eine Rechnung begleichen wollen. Romans Taxigeschäft und sein Apartement werden abgefackelt und beide Cousins flüchten, nur um dann vollends im von Mafiaclans besetzten Gangstergeschäft zu landen.
In der Folge trifft man nicht nur auf ehrenwerte Mafiosi wie die Ancelottis oder die Pegorinos sondern auch auf böse Russen, Triaden und korrupte Cops wie Francis McReary.
Von allen nimmt man Aufträge an, was natürlich dazu führt, das man über kurz oder lang mitten in den Konflikten steht. So soll man Diamanten stehlen, die man dann an einen anderen Clan verkaufen soll, wobei dann ein dritter eingreift und die klaut, am Ende arbeitet man dann für die und dann wieder für einen anderen Clan der ebenfalls die Diamanten wollte, die zwischenzeitlich aber hoffnungslos verschollen waren.
Die Dialoge sind wie immer klasse, vor allem, wenn man von einem Clan angemacht wird, weil man für die bösen Feinde arbeitet, was Niko meist damit erklärt, dass er Freelancer ist und für die arbeitet, die ihm ordentlich Geld bieten. 

Bei den Missionen gab man sich Mühe für Abwechslung zu sorgen. So bestreitet man in der Hauptstoryline viele Verfolgungsjagden und Feuergefechte, die aber auch durch reine Mordaufträge oder einen groß angelegten Bankraub aufgelockert werden. Dieser etwa zieht sich von einer Strassenschlacht nach dem Bankraub durch die Gassen runter in die U-Bahn wo man auf den Gleisen nicht nur auf die Züge achten muss. Danach gibt es wieder Strassenkämpfe mit der Polizei, ehe man in einem Auto flüchtend davonfährt. In einer anderen Mission etwa muss man einen Kriminellen erschiessen. Man steht auf der anderen Strassenseite auf dem Hausdach und zieht mit der Sniperwaffe, nur muss man irgendwie das Opfer an das Fenster bekommen. Hier wurden dem Spieler drei Möglichkeiten gegeben, dieses Vorhaben zu erzielen, was sehr schön ist.

Auch bei den Mordmissionen hat man meist die Wahl ob man sein Opfer laufen lässt oder tötet oder man muss sich zwischen zwei Kandidaten entscheiden. Alles hat Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. So muss man sich im späteren Teil des Spiels zwischen zwei ehemaligen Freunden entscheiden, die mittlerweile eher verfeindet sind. Tötet man den einen, kriegt man viel Geld, tötet man den anderen bekommt man ein neues Safehouse und freundet sich eng mit dem anderen Kandidaten an. Die Entwickler nutzten das Ganze auch für 2 unterschiedliche Enden, so dass man das Spiel problemlos ein zweites Mal spielen kann. Auch während der Missionen gibt es viele spannende Szenen, so muss man auf einem fahrenden Laster nicht nur mit der Schwerkraft kämpfen und aufpassen, dass  Niko nicht in einer Kurve runterfliegt, sondern auch Stück für Stück nach vorne zur Fahrerkabine kriechen. Neben den normalen Strassenfahrzeugen gibt es auch Boote und Hubschrauber, die in einigen Missionen eingesetzt werden.

Neben den ganzen Hauptmissionen gibt es natürlich auch eine ganze Menge nebenbei zu tun. Rockstar hat sich viel Mühe gegeben, um den Spieler von der Geschichte abzulenken. So gibt es einen mysteriösen Anrufer für den man verschiedene Attentate vollführen muss. Auch findet man an manchen Strassenecken Charaktere für die man kleinere Missionen erledigt. Wer mal die andere Seite des Gesetzes kennenlernen will, schnappt sich einfach ein Polizeiauto, schaut dort in den Computer und kann sich auf zur Jagd von Schwerverbrechern machen oder gerade passierende Kriminaltaten auflösen. Das suchen nach speziellen Stunts gibt es auch und statt Paketen zu suchen, gilt es nun 200 Tauben zu finden und zu erschießen. Als wäre das alles nicht genug, gibt es auch noch verschiedene Achievements, die man erreichen kann.
Auch neu sind die Beziehungen. Niko freundet sich im Verlauf mit einigen Leuten an, wobei die meist die schrägsten Vögel sind, wie der steroidabhängige Brucie der völlig überdreht ist oder Little Jacob, ein absolut klischeebeladener Rasta. Während man mit Brucie an Strassenrennen teilnehmen kann, kann man mit ihm und den anderen in zahlreiche Örtlichkeiten gehen um etwas Spaß zu haben. In die Bars kann man zum saufen gehen, der Strip Club ist auch eine nette Option oder man geht Billard, Darts oder Bowling spielen. Die drei Minispiele sind recht nett und machen allein schon viel Spaß, auch wenn Darts leider viel zu simpel und Billard dafür etwas zu schwer geraten ist.
Neben den männlichen Freunden kann man auch Frauen daten. Man trifft die entweder in Missionen oder lernt sie im Internet über eine Datingplattform kennen. Alle haben einen anderen Charakter, mögen andere Kleidung an Niko oder bestimmte Autos und  haben Vorlieben und Abneigungen was die Locations für Dates betrifft. Manche gehen gern Bowlingspielen, andere mögen das nicht, es gibt sogar welche die den Strip Club mögen. Auch diese Frauen sind nicht ganz nutzlos, so gibt es eine, die, wenn man sich gut mit ihr versteht, durch einen Anruf die Lebensenergie auffrischt oder eine die gegen die Polizei hilft.

Das Internet ist auch eine neue Geschichte. In Liberty City gibt es Internet Cafes und die besseren Safehäuser bieten Computer an, das Internet ist unglaublich umfangreich. Die Entwickler haben unzählige Webseiten produziert, die meist extrem witzig sind. Auch einen E-Mail Service gibt es und neben interessanten Mails wird man sogar mit nutzlosem Spam bombardiert.
Das Mobiltelefon ist ebenfalls wieder dabei und wurde stark überarbeitet. Man kann Leute anrufen oder wird angerufen, man bekommt SMS, man kann Fotos und Videoaufnahmen machen und natürlich kann man sich verschiedene Hintergrundbilder und Klingeltöne kaufen. Ebenso dient es zum schnellen Neustart einer misslungenen Mission.
Bei all der Abwechslung ist es schon fast gar nicht mehr so schlimm, das „nur“ ein einziges Videospiel den Weg in die GTA 4 Welt fand. QUB3D ähnelt dabei ein wenig Columns.

Ein großes Waffenarsenal darf natürlich auch nicht fehlen. Baseballschläger, Messer, Pistolen, Sturmgewehre, Raketenwerfer, Granaten und Schrotflinten gibt es. Das Arsenal ist diesmal etwas klein geraten und ich vermisse so nette Sachen wie das Katana aus GTA Vice City oder die mächtige Minigun.
Dafür kann man bei Feuergefechten nun in Deckung gehen und aus dieser heraus attackieren, was dem ganzen etwas mehr taktische Tiefe verleiht.

Die Spielwelt insgesamt ist sehr realistisch und glaubwürdiger als jedes GTA zuvor. Passanten verhalten sich recht real, die Autofahrer bauen auch schon mal Unfälle und es dreht sich nicht mehr alles nur um die vom Spieler gesteuerte Figur. So kann es passieren, dass man an einer Strasse entlang kommt, wo sich gerade ein paar Gangster Feuergefechte mit der Polizei liefern, mitunter wird man sogar selbst attackiert und freut sich dann vielleicht, wenn die Cops zur Hilfe eilen. Die Passanten geraten auch gern in Panik, wenn man sich mal wieder böse verhält und immer wieder spaßig ist es, mit einem Auto Fahrt aufzunehmen und dann einen Motorradfahrer zu rammen, der dann meterweit durch die Luft fliegt. Niko kommentiert das meist mit einem lakonischen „Sorry, my mistake“.
Neben Geschäften in denen man Kleidung kaufen kann, gibt es auch Taxis, Züge und die U-Bahn um sich schneller durch das große Gebiet zu bewegen.

Was bei Grand Theft Auto natürlich nicht fehlen darf, sind die Radiosender. Insgesamt 16 Radiostationen gibt es, wobei zwei davon die Talkshowsender sind, die teilweise sehr witzige Segmente enthalten. Auf den restlichen wird praktisch jedes Musikgenre abgedeckt, von Rock über Hip Hop zu Punk und Disco oder Jazz gibt es viel zu hören. Abgerundet wird das ganze von Fakewerbespots und Nachrichtensendungen die zumeist über abgeschlossene Missionen berichten. Unter den Radiomoderatoren befindet sich wieder viel Prominenz wie Karl Lagerfeld, Iggy Pop oder Juliette Lewis. Hat man auf die enthaltene Musik keine Lust, macht man einfach seinen eigenen Sender mit eigenen Musikfiles. Auch hier gibt es einen Radiomoderator der meist sehr zynisch über den Musikgeschmack des Spielers herzieht.
Die hohe Qualität im Audiobereich gilt auch für die Sprecher, welche den Charakteren Leben einhauchen und sie eigentlich erst so richtig interessant machen. Von Nikos osteuropäischem Akzent hin zum (natürlich völlig übertrieben dargestellten) homosexuellen Bernie hat man durchweg gute und passende Sprecher engagiert.
Auch die Soundeffekte sind sehr gut gelungen, wenn mitunter auch nicht ganz realistisch.

Dass die Grafik bei einer so riesigen Welt, die ohne Ladezeiten dargestellt wird, nicht perfekt sein kann, ist klar. Trotzdem gibt es einige Momente, wo man von der Schönheit des Spiels fast geblendet wird. Etwa wenn man im Sonnenuntergang über die Manhattan Bridge fährt und die Sonne sich im Fluss spiegelt. Eine Physikengine wird auch eingesetzt, was dafür sorgt dass sich Autos recht realistisch verbiegen und zerstören, was auch das Fahrverhalten beeinflusst. Bei den menschlichen Figuren sieht es dafür manchmal etwas merkwürdig aus, wie sie etwa die Treppe runterstaksen oder sich merkwürdig verbiegen obwohl sie eigentlich tot auf der Strasse liegen.

Die Steuerung ist auch auf dem PC mit Tastatur und Maus recht gut, auch wenn man sich an das Fahrverhalten der Fahrzeuge gewöhnen muss. Auch hier wurde mehr Wert auf Realismus gelegt. Jedes  Auto fährt sich anders und wenn es regnet kommt man schnell ins schleudern. Ist das Auto zu sehr beschädigt, kann es gar passieren, dass einfach der Motor ausgeht und man nicht mehr weiter kommt. Auch explodieren die Fahrzeuge jetzt nicht mehr wenn sie auf dem Dach liegen und wenn sie doch Feuer fangen, dauert es recht lange, bis sie explodieren – außer man nimmt den Raketenwerfer.
Negativ anzumerken ist allerdings, das nur sehr wenige Gamepads unterstützt werden, zumindest meine ganzen PC Gamepads sowie das Playstation 2 Gamepad per Adapter wurden nicht erkannt, scheinbar funktioniert nur das Xbox 360 Gamepad oder dazu kompatible. Das ist ärgerlich, lässt sich aber durch Programme wie Xpadder umgehen.

Auch an den Multiplayer wurde gedacht. Während in der Konsolenversion bis zu 16 Spieler an einem Spiel teilnehmen können, sind es am PC sogar bis zu 32. Sechzehn verschiedene Spielmodi stehen zur Auswahl, neben Rennen etwa auch Coop Missionen oder Spiele wie Cops n‘ Crooks.

Grand Theft Auto IV bietet eine Welt, die bis zum Rand mit Ideen und Features gefüllt ist, die meiste Zeit wird man mit allem, nur nicht den Hauptmissionen verbringen und wie immer macht es auch einfach Spaß durch die Gegend zu fahren, ein paar Drive-bys zu veranstalten oder einen ordentlichen Amoklauf mit anständiger Verfolgungsjagd zu starten.
Aber auch die Missionen an sich sind immer sehr unterhaltsam und interessant gestaltet. Die Handlung ist intelligent und spannend, die Charaktere sind facettenreich gestaltet und wachsen einem entweder schnell ans Herz oder werden zu echten Feindbildern. Das Gameplay ist großartig und die immense Abwechslung einzigartig. Ich hatte selten so enorm viel Spaß und habe nur bei wenigen anderen Spielen so viel Zeit an einem Stück mit einem Spiel verbracht.

Kritik muss sich aber Rockstar für die PC Version gefallen lassen. Neben der Gamepadgeschichte nervt vor allem, dass man den Rockstar Social Club nicht nur jedes Mal vor dem Spiel starten muss, sondern dieser muss auch ständig laufen, wobei das Programm auch gerne mal Ressourcen für sich beansprucht, das man sich zusätzlich noch bei Microsoft Live einloggen bzw. dort überhaupt erst einen Account erstellen muss, nervt zusätzlich und ist nichts weiter als eine dämliche Schikane.
Dazu gibt es einige kleinere Bugs und Probleme wie zu spät nachladende Straßentexturen, dies tritt aber sehr selten auf und bis auf einen Absturz ist mir in 45 Spielstunden nichts schlimmeres begegnet.

Publisher: Rockstar
Developer: Rockstar
Erscheinungsjahr: 2008
Erschienen für: PC, Xbox 360, Playstation 3
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Leicht-Mittel

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Grafik8,5/10  Spielspass
Sound10/10
9,5/10
Gameplay 9/10
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Letzte Aktualisierung ( 21.12.2009 )
 
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