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Ähnlich wie seinerzeit beim ersten Grand Theft Auto ging man auch beim offiziell vierten Teil wieder mal den Weg des Add-Ons, auch wenn die heute DLC genannt werden. Zuerst auf Konsole kamen The Lost and Damned und The Ballad of Gay Tony heraus, für den PC packte man beide zusammen und brachte sie unter einem neuen Titel heraus. Insofern werde ich auch beide Titel getrennt besprechend. The Lost and Damned Irgendwann als GTA San Andreas rauskam, meinte ich, das es genial wäre, wenn es mal ein GTA gibt, das in den 70ern und im Bikermillieu spielen würde. Die 70er gingen nicht in Erfüllung, aber zumindest kann ich jetzt mit einer Bikergang die Nachbarschaft unsicher machen. Der Bikerclub The Lost wurde schon im Hauptspiel erwähnt, als man ein Mitglied davon umlegen musste. Ebenfalls traf man in einer Zwischensequenz auf Jonny Klebitz. Diesen spielt man nun in dieser Episode. Er ist der zwischenzeitliche Anführer der Gang solange Billy Grey im Gefängnis sitzt. Die Episode startet als just jener aus dem Knast kommt und die Geschicke der Bande übernimmt. Während Jonny mehr das friedliche Weichei spielt, ist Grey der klischeehafte Rocker: Drogenabhängig, ständig voller Whiskey und Frauen sind für ihn nur Löcher. Er ist so fies und gemein, dass ich mir fast wünschen würde, dass man ihn spielen könnte. Irgendwie wäre das mal eine Abkehr von den sauberen Gangstern des GTA Universums. Gerade in dieser Episode wird das so deutlich wie schon seit Vice City nicht mehr und ich frage mich, was Rockstar für ein Problem hat: Tausende Leute kann man umbringen, kein Problem. Man tötet für Geld. Kein Problem. Aber Drogen? Das geht ja nicht. Das ist ja das große Tabu, genauso wie es ein Tabu zu sein scheint, richtig böse zu sein. Unter dem neuen, alten Boss nämlich werden The Lost wieder zur aggressiven Bikergang die einen offenen Krieg gegen die andere Bikergang, Angels of Death (Kreativ, nicht?) führt. Was Jonny so gar nicht gefällt. Schon bald entbrennt der Kampf zwischen ihm und dem Chef von The Lost. Man hat also wieder eine typische GTA-Storyline voller Verrat, Eifersucht und scheinheiliger Doppelmoral vor sich. Der Schauplatz ist natürlich Liberty City und viel verändert hat sich nicht. Es gibt nun das Hauptquartier von The Lost, ein mehrstöckiges Haus das als Safehouse genutzt wird. Im Spielverlauf kommt lediglich ein weiteres Safehouse dazu, dass am Ende der Story auch das einzige bleibt. Etwas schwach, nichts nervt mehr als die GTA-Speicherart und wenn es nur einen einzigen Ort in dieser großen Stadt gibt, wo man speichern kann, nervt das schon etwas. Die Missionen folgen dem üblichen „Fahr hin, töte alle, fahr weg“-Schema, auch wenn es aufgelockert wird durch Missionen wo man mal Motörräder klauen soll oder Bandenkriege, wo man unterstützt von CPU-gesteuerten The Lost Mitgliedern gegen die Angels kämpft. Das erinnert stark an die Bandenkämpfe von GTA San Andreas, funktioniert nun aber nun wesentlich besser, da die KI nicht mehr ganz so verblödet ist. Damit man noch etwas Zeit mit der Episode verbringt, gibt es eine große Ladung neuer Minispiele. In den Bowlingbahnen gibt es nun Air Hockey, das recht lustig ist. Im Hauptquartier von The Lost kann man auch Armdrücken spielen (Nahezu unspielbar mit Tastatur) und „High and Low“ ein Kartenspiel. Einige neue Webseiten im Internet der Spielewelt gibt es genauso wie neue Musik. Vor allem Liberty Rock wurde um viel gute Musik erweitert, die gerade in den Cutscenes gut eingesetzt wird. Es ist einfach klasse, wenn man den alten Boss aus dem Gefängnis abholt, dann im Motorradkorso fährt, während Deep Purples Highway Star läuft oder nach dem ersten großen Bandenkrieg, wenn Wanted Dead or Alive von Bon Jovi kommt. Rockstar schafft es einfach immer wieder, gekonnt die passende Musik zu passenden Spielmomenten zu liefern. Insgesamt ist The Lost and Damned ein kurzes aber sehr spaßiges Vergnügen in der rauen und sehr offensiven Bikerwelt. Nur schade, dass die Spielfigur so ein verdammtes Weichei ist. The Ballad of Gay Tony Als krasses Gegenstück zur Bikerwelt kann man wohl die fluffig-bunte Welt des Gay Tony sehen. Er leitet einige Clubs in Liberty City, hat aber nicht sonderlich viel Glück mit den üblichen Gangstern, Ex-Lovern und sonstigen Bösewichten. Man selbst steuert Luis, so eine Art Bodyguard, Clubmanager und Freund im nicht-sexuellen Sinne von Tony. Ebenso wie Jonny hat man auch Luis schon im Hauptspiel gesehen, als man mit den McRearys die Bank in der Mission Three Leaf Clover überfiel. Luis ist mal wieder so ein typischer Klischeecharakter aus einem armen Hintergrund, mit schlechten Freunden die von einem Problem ins nächste stürzen. Neben Gay Tony, von dem man einige Aufträge erhält, muss man sich auch noch um Luis Mutter kümmern die Geld von einem fiesen Geldhai angenommen hat und deshalb in der Bredouille steckt sowie um Luis alte Schulfreunde die im Drogenhandel versumpfen, leider aber komplett naiv und dämlich sind. Wie immer ist Luis der typische „Ich mag Drogen nicht, lege aber gern Menschen um und hab deshalb plötzlich kein Problem mit Drogenhandel“-GTA-Charakter. Bei den Missionen wird aber etwas Abwechslung geboten, etwa dann, wenn man einen Typ mit Golfbällen anschießen soll, damit er redet. Dieses Golf-Minigame ist eine der Neuerungen dieser Episode. Eine weitere ist das Paragliding, ebenfalls ein Feature das es schon in schlechterer Form in GTA San Andreas gab. Zusätzlich gibt es noch Missionen im Hubschrauber, die sich leider nach wie vor nicht so gut steuern lassen, während ein Großteil dem üblichen „Geh hin und töte alles“ Schema folgt. Neu ist auch das Club Management. Gay Tony leitet mehrere Clubs, in einem darf man den Rauswerfer vom Dienst spielen. Man steht im Club rum und schaut sich die Leute an, fällt einer negativ auf, wird er rausgeworfen. Macht man das gut wird man von der Club Managerin gerufen und es gibt eine von 3 arg zahmen ‚Sexszenen‘. Was wieder mal die Frage aufwirft: Man tötet tausende Leute, das Blut spritzt auf den Bildschirm, das ist kein Problem….aber Sex ist böse. Diese vollbekleideten Sexszenen sind einfach nur erbärmlich, da sollte man sie lieber gleich weg lassen. Als Club Manager muss man auch kleinere Missionen bewältigen, etwa eine prominente Person vor Paparazzis retten oder Essen für eine besorgen (Die Kommentare von Luis und vom Verkäufer zu deren Bulimie sind recht witzig) In den Clubs gibt es noch einige weitere Minigames, wie das Tanzspiel (tanzt man gut genug gibt es wieder mal eine stark zensierte Sexszene) oder das Saufspiel mit der Champagnerflasche. Das Air Hockey von Lost and Damned gibt es in dieser Episode auch und das ist nach wie vor am spaßigsten. Musik spielt auch in dieser Episode eine große Rolle. Der Discosender wurde stark erweitert und mit Vice City Radio gibt es nicht nur vielleicht einen dezenten Hinweis auf den Spielort des nächsten GTA Titels sondern wieder viel 80er Musik. Eine der besten Zwischensequenzen ist wie einer von Gay Tonys Freunden zu Hall & Oates Maneater rumsingt und falsch singt. Technisch hat sich im Vergleich zum Hauptspiel sonst gar nichts getan. Abgesehen eben von einigen Hauptgebäuden, die es im Hauptspiel noch nicht gab. Welche der beiden Episoden man nun besser findet, ist sicher vom persönlichen Geschmack abhängig. Ich finde The Lost richtig gut, aber auch The Ballad of Gay Tony hat mich sehr gut unterhalten. Leider sind sie jeweils relativ schnell um. Selbst wenn man sich lange mit Air Hockey und Club Management aufhält, sind beide Episoden in jeweils rund 5 Stunden locker durchgespielt. Der Schwierigkeitsgrad ist genauso niedrig wie beim Hauptspiel, was schon etwas schade ist. Insgesamt gilt aber: Mochte man GTA 4 mag man auch diese beiden Episoden.  Publisher: Rockstar Developer: Rockstar Erscheinungsjahr: 2010 Erschienen für: PC, Xbox 360, Playstation 3 Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Niedrig-Mittel
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 10/10 | 9/10 | | Gameplay | 9/10 |
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