Home arrow Spiele arrow PC arrow Gunman Chronicles 03 September 2010  
Kingdom of Desire
HomeForumImpressum
Spiele
Bücher
Filme
Hardware
Musik
Konzerte
Artikel
Wrestling
 
Gunman Chronicles PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
21.12.2008

Image 

Space-Western waren vor allem in den 80ern angesagt, man denke an Zeichentrickserien wie Saber Rider, Galaxy Rangers oder Marshall Bravestarr. Cowboys die durch den Weltraum springen, stehen auch bei diesem Spiel im Mittelpunkt.
Dabei hat Gunman Chronicles sogar noch eine interessante Entstehungsgeschichte zu bieten, sollte es ja zuerst ein Mod für Quake werden, dann für Quake 2 und am Ende kam es dann auf Basis von Half-Life heraus, wurde von Valve entdeckt und kommerziell vermarktet. Bedenkt man die vielen hochklassigen Mods für Half-Life wie They Hunger oder USS Darkstar, muss Gunman Chronicles ja eigentlich etwas Besonderes bieten oder ganz besonders genial sein, denn die zuvor genannten Mods wurden nie kommerziell vermarktet. Für das Entwicklerteam hat es sich aber gelohnt, die arbeiten mittlerweile an großen Titeln wie Unreal Tournament mit.

Man selbst spielt einen Gunman namens Major Archer. Was hat es eigentlich mit dem Namen Archer auf sich? War der um 2000 irgendwie beliebt? Von Cate über Major hin zum Captain von Star Trek Enterprise tragen sie alle diesen Namen…
Major Archer schlug eine Schlacht, bei der seinen führenden Offizier zurückließ weil er dachte dieser wäre tot. Der schlicht auf den Namen General lautende Offizier überlebte allerdings und will sich an den Gunman rächen. Dies macht er, indem er einfach mal eine Rasse von Super Aliens namens Xenome erschafft und wahrscheinlich auch gleich noch das Universum erobern will.
Die Handlung ist alles andere als einfallsreich oder spektakulär.

Nicht gerade einfallsreich ist auch der Rest des Spiels. Das fängt schon beim Intro an, das direkt von Half-Life geklaut wurde und lediglich den Zug ersetzte man durch ein Shuttle. Auch hierbei kann man das ganze nicht abbrechen und es nervt.
Dann erfolgt ein Zwangstutorial, wo man sich mit den Waffen vertraut machen muss und laufen und springen lernt, als könnte man das nicht eh schon. Zwangstutorial sind eine nervige Unart. Wobei zumindest das Waffentraining schon Sinn macht, denn – und das ist das einzig besondere an diesem Spiel – die Waffen lassen sich nämlich modifizieren. So hat man den normalen Standardphaser. Drückt man nun die rechte Maustaste, erscheint ein Menü, wo man auswählen kann, ob er ein normaler Phaser sein soll, Rapid Fire einsetzen oder gar als Sniper verwendet werden soll. Auch einige andere Waffen lassen sich so umbauen. Beispielsweise kann man bei der Pumpgun einstellen, wie viele Shells gleichzeitig abgefeuert werden und beim Raketenwerfer kann man zwischen normalen Raketen oder zielsuchenden wählen, die entweder beim Aufprall explodieren oder als Cluster mehrere Gegner gleichzeitig aufs Korn nehmen.
In der Theorie klingt das alles recht nett, in der Praxis allerdings ist das wahnsinnig umständlich. Denn wo ich bei einem normalen Shooter beispielsweise nur die Taste 9 drücke und ich hab die Sniper schon in der Hand, muss ich hier die rechte Maustaste drücken, mit dem Mausrad die Sniperfunktion auswählen, die linke Maustaste zur Bestätigung drücken und dann auch noch warten bis sich die Waffe transformiert hat. In den Gefechten hat man so viel Zeit nun mal nicht.
Vor allem aber im beigelegten Multiplayer nervt es noch mehr, das sich die Einstellungen die man einmal vornahm, nicht speichern. So muss man ständig in Deathmatchkämpfen an den Waffen rumbasteln.
Das Waffenbalancing ist auch nicht gerade gelungen. Die Pumpgun ist selbst aus nächster Nähe noch viel zu schwach, wogegen der Raketenwerfer alles mit einem Schuss vernichtet. Auch bei den Gegnern gibt es einige Ungereimtheiten, denn einigen kann man die Köpfe abschießen, anderen nicht und bei denen führt auch ein direkter Headshot nicht zum sicheren Tod, die brauchen noch einen zweiten oder gar dritten.

Aber zurück zum Einzelspieler. Hat man das Training überstanden, geht es direkt zum ersten Planeten. Eine Dschungelwelt auf der Dinosaurier umherwandern.  Sci-Fi, Western, Dinos…fehlen nur noch Ninjas und Vampire…
Die Dinos verputzen erstmal alle anderen Gunman, so dass man wieder mal auf sich allein gestellt ist und nur ab und zu ein paar verletzte Überlebende findet, die aber lieber weiter herumliegen als sich zu retten.
Das Spiel folgt dem üblichen Shooterstandard, man rennt rum, sammelt Munition, beseitigt Feinde. Zwischendurch gibt es einige Cutscenes, wenn man etwa das erste Mal auf den General trifft und erfährt, was überhaupt los ist. Das ist zumindest recht nett inszeniert, denn danach komm ein riesiger Dino angestampft, vor dem man nun fliehen darf.
Kleinere Schaltersuchereien dürfen ebenso nicht fehlen.
Dieser erste Abschnitt ist in rund einer Stunde zu schaffen und es geht weiter auf den nächsten Planeten. Dieser sieht aus wie Xen, man trifft auf Aliens und einen wütenden Computer, der etwas zu sehr an SHODAN erinnert.
Der einzige Abschnitt, der dann wirklich etwas mit Space-Western zu tun hat, ist der dritte. Hier kämpft man sich durch Canyons und Häuser im klassischen Westernstil und hat es hauptsächlich mit feindlichen Revolverhelden zu tun. Hier macht das Spiel auch am meisten Spaß, zumal man auch noch mit einem Panzer durch die Gegend rumpeln darf, allerdings erst nach dem man das Benzin gefunden hat (Im Gegensatz zu einem durchgeknallten Haus findet man dies aber tatsächlich), andere Fahrzeuge darf man nicht steuern, dafür wird man aber oft genug von Helikoptern und Raumschiffen attackiert.

Leider macht das aber nicht allzu viel Spaß. Die KI der Gegner ist nicht wirklich gelungen, werden sie angeschossen, laufen sie schon mal davon anstatt zurück zu schießen, bleiben dann aber stehen und machen gar nichts mehr.
Einige Suchaufgaben nerven ebenfalls. So muss man beispielsweise einen ewig langen Weg zurücklegen um einen Schalter für eine Brücke zu finden, man geht an der Brücke vorbei in eine Höhle, von dort in ein anderes Haus wo man jede Tür abklappert, bis man den Weg zu einem weiteren Haus findet. Dort ist dann der Schalter, der die Brücke herunterlässt. Dann darf man den ganzen Weg zurücklaufen, in den Panzer klettern und praktisch den Weg noch  ein drittes Mal abfahren. Man hat den Eindruck, die Entwickler haben dies auch nur gemacht, um die Spielzeit künstlich zu strecken, denn sonderlich lang ist das Spiel selbst dann nicht, wenn man jede Munitionskiste sucht.  

Grafisch gibt sich das Spiel im Half-Life Look, vor allem die zweite Welt erinnert sehr an Xen und einige Texturen, vor allem in den Forschungsanlagen wirken etwas deplatziert. Die Charaktere, vor allem die Dinosaurier und die Cowboys sehen aber sehr gut aus.
Beim Sound fällt Gunman völlig ab. Mit EAX hat man viel zu viel Reverb und die Soundeffekte sind generell zu laut und nervig, denn meist wird ein kurzes Loop (etwas das Geräusch das elektrische Geräte abgeben) laufend wiederholt.
Wie bei Half-Life wird Musik nur zu bestimmten Situationen eingespielt und hält sich dezent im Hintergrund. Die Sprachausgabe ist ganz in Ordnung, könnte allerdings sauberer aufgenommen worden sein. Wobei man hier eben ganz deutlich merkt, dass es nur ein Mod ist und kein professionell entwickeltes Spiel.

Aber selbst als kostenloser Mod wäre Gunman Chronicles alles andere als ein Pflichtspiel. Es hat definitiv seine netten Momente, die Westernwelt ist auch recht nett, der Rest dafür aber nur Shooterstandard. Das Waffenfeature würde ich in dieser Form auch eher als misslungen bezeichnen. Heutzutage ist dieses Spiel wohl nur für absolute Shooterfans einen Blick wert.

Publisher: Sierra
Developer: Rewolf
Erscheinungsjahr: 2000
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

ImageImage

Grafik7/10  Spielspass
Sound6/10
5,5/10
Gameplay 5/10
Im Forum kommentieren
 
< Zurück   Weiter >
Top of Page