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Half-Life 2 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
07.01.2009

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Sechs lange Jahre musste man auf den Nachfolger zu einem der besten First Person Shooter warten. Das Jahr 2003 war wohl das interessanteste in der Entwicklung des Spiels, als es auf der E3 vorgestellt wurde und kurze Zeit später der Source Code von einem Hacker geklaut wurde. Das verschob gleich mal das Spiel und erst im November 2004 ist es dann endlich erschienen – und löste direkt neuen Ärger aus. Denn das Spiel funktioniert nur mit Steam und gerade in den Anfangsjahren war dieses Programm so richtig schlecht, mittlerweile ist es zumindest halbwegs erträglich. Die Frage bleibt natürlich, was passiert, wenn Steam irgendwann nicht mehr existiert…
Neben der Tatsache, dass Steam nervt, ist es auch extrem enttäuschend, dass dem Spiel kein Handbuch, sondern nur ein windiger Zettel mit der Standardsteuerung beiliegt. Gut, ein First Person Shooter braucht sicher kein dickes Handbuch, aber zumindest ein paar Seiten, die vielleicht ein wenig zur Handlung beitragen, Gegner und Waffen vorstellen, wäre wünschenswert und eigentlich Pflicht gewesen. Zumal das Spiel trotzdem nicht günstiger als andere mit Anleitung war.

Nach den Ereignissen in Black Mesa tauchte er wieder auf, der mysteriöse G-Man und machte Gordon Freeman ein Angebot, welches ihn viele Jahre in eine Art Stasis befördert hat. 17 Jahre sind vergangen, als Freeman daraus entlassen wird und sich mal wieder in einem Zug befindet. Man landet in einem Bahnhof der recht dreckig und heruntergekommen wirkt. Aber die ganze City 17 ist alles andere als einladend. Die Combine bewachen die Strassen und Dr. Breen scheint der Chef des ganzen Theaters.

Der Anfang des Spiels war damals beeindruckend. Wie schon in Teil 1 hat man es mit einer absolut glaubwürdig wirkenden Welt zu tun, die auch noch mit einer tollen Architektur ausgestattet ist. Der trostlose, osteuropäische Look von City 17 passt zur trostlosen Situation in der sich diese Welt befindet. Die Combinewächter verprügeln Passanten und dann stapfen noch diese Strider herum, riesige roboterhafte Maschinen, die ein wenig an die Tripods erinnern.
Mit den Menschen kann man reden oder man hebt eine Flasche an, knallt sie an den Kopf eines Zivilisten und erfreut sich an dessen Gemecker. Dank der Havok Engine verhalten sich die meisten Gegenstände recht realistisch.

Der erste Weg, den Freeman zurück legt, führt über Dächer und heruntergekommene Wohnungen, gejagt von den Combine, wird er schließlich von Alyx Vance, der Tochter Dr. Eli Vances gerettet. Schon bald klettert man wieder in den altbekannten HEV-Anzug und dann erlebt man die erste Enttäuschung, denn leider hat man es bei Half-Life 2 nicht geschafft auf klischeehafte Szenen zu verzichten. Sobald man nämlich erfährt, dass man mit einer obskuren Maschine zu Eli Vance gebeamt wird, ist klar, dass dies nur schief gehen kann und so kommt es dann auch. Man landet auf der Straße und muss sich per Pedes zu Vance kämpfen. Dieser Weg ist lang, hart und spannend. Man kriecht durch Abwässerkanäle und trifft dort nicht nur auf Leichen sondern auch auf Menschen, die allerdings meist nur einen mehr oder weniger hilfreichen Spruch auf Lager haben. Später ist man dann aber auch mal mit bewaffneten Kollegen unterwegs.
Dann rast man schließlich mit einem Boot durch das Wasser. Später steuert man auch noch ein weiteres Fahrzeug und die Steuerung ist ganz untypisch für Shooter sehr gelungen.
Kleinere Rätsel lockern die ständige Action auf, so steht man beispielsweise vor einer Wand die zu hoch ist, als dass man drauf springen könnte. Kurz dahinter ist allerdings ein Holzbrett auf einer Röhre und einige Steine liegen herum. Man packt also alle Steine auf die eine Seite des Brettes, die andere ist nun hoch genug um zum weiteren Weg springen zu können.

Ein Abstecher zu Black Mesa darf natürlich auch nicht fehlen und hierbei trifft man auf die zweite Stelle, die ein wenig langweilig gelöst wurde. Es führt nämlich ein Weg zur Stadt Ravenholm und man wird gewarnt, dass man da bloß nicht rein soll. Klar, dass man 10 Minuten später genau dort hin muss. Spannender hätte ich es ohne die Warnung gefunden. Ravenholm ist eine atmosphärisch ganz starke Gruselstadt, die von Headcrabzombies überflutet ist. Hier erinnert das Spiel dann schon mal ein wenig an Silent Hill oder Resident Evil.
Neben den Combine trifft man später noch auf die Antlions, fiese Käfer von Xen. Dagegen haben sich die Vortigaunts nun auf die Seite der Menschen gestellt.

Das Waffenarsenal ist reichhaltig, viele altbekannte Waffen finden sich wieder. Die Shotgun darf ebenso wenig fehlen wie die Armbrust oder natürlich die Brechstange. Eine neue, nicht wirkliche Waffe ist die Gravity Gun, mit der man auch größere Kisten hochheben und weit wegwerfen kann. Eingeführt wird dieses Gerät in einem netten Abschnitt wo man mit einem Roboter namens Dog  Kisten fangen spielt.
Auf Zwischensequenzen wird wieder verzichtet, die ganze Handlung findet im Spiel statt und es gibt viele Scriptsequenzen. Combines die sich von Hubschraubern abseilen, herunter krachende Rohre oder sich schließende Tore, während man mit dem Boot unterwegs ist. So muss man erstmal zur Station neben dem Tor, die Combines aus dem Weg räumen um jenes dann zu öffnen. Ein anderer sehr netter Abschnitt am Anfang  sind die heran fliegenden Raketen, die Headcrabs freilassen.
Die künstliche Intelligenz ist recht gelungen. Die intelligenteren Gegner, gehen schon mal in Deckung, ebenso die Mitstreiter die man dann und wann im Gepäck hat. Insgesamt könnte sie allerdings besser sein, wie das einige Monate früher erschienene Unreal Tournament 2004 schön aufzeigt.

Grafisch war das Spiel damals sehr genial. Die Welt ist wie gesagt extrem glaubwürdig und schön in Szene gesetzt, die Animationen der Figuren ist zumeist auch sehr gelungen und die Havok Engine sorgt für die nötige Realität, selbst Schaukeln bewegen sich realistisch wenn man dagegen läuft.
Der Soundtrack ist sehr atmosphärisch, einige Stücke aus Half-Life 1 finden sich auch wieder. Realistische Soundeffekte unterstützen die Grafik, lediglich das laute Piepsen, wenn ein Combine getötet wurde, nervt auf Dauer doch ein wenig.
Die Sprachausgabe ist sehr gut, zumindest in der Originalfassung.

Half-Life 2 ist ein geniales Spiel und steht seinem Vorgänger kaum nach. Mehr braucht man dazu eigentlich nicht mehr sagen.

Publisher: Valve
Developer: Valve
Erscheinungsjahr: 2004
Erschienen für: PC, Xbox, Xbox 360, Playstation 3
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik9,5/10  Spielspass
Sound9/10
9,5/10
Gameplay 9,5/10
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