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An sich hätte man nach dem Ende von Half-Life 2 ja annehmen können, das es mit Gordon Freeman vorbei ist. Aber wie alle Superhelden überlebt auch er die größte Explosion, wenn auch mit ein wenig Hilfe. Episoden scheinen derzeit recht beliebt in der Spielewelt zu sein. Sam & Max gibts in Episodenform, American McGee veröffentlicht Märchenepisoden und Half-Life 2 hat es auch erwischt. Was wohl schon bei dieser Bezeichnung klar sein sollte: Ein komplettes Spiel bekommt man hier nicht vorgesetzt. Stattdessen eben eher die Fast Food Version eines Spiels. Episode One setzt dabei direkt an das Ende von Half-Life 2 an. Zuerst sieht man nichts, dann sieht man Dog, das monströse Robotervieh. Von diesem wird man aus einem Haufen Geröll befreit. Alyx ist auch dabei und das Ziel wird schnell klar: Flucht aus City 17, die wohl sehr bald vor die Hunde gehen wird. Der größte Unterschied zu den beiden „vollwertigen“ Half-Lifes ist jener, das man nun in ständiger Begleitung von Alyx ist und auch sehr häufig über Kampfgefährten, darunter natürlich auch Barney, stolpert. So kämpft man sich erstmal wieder zurück in die Citadel um die Explosion zumindest ein wenig rauszuzögern. Unterbrochen wird man hier wieder von den bösen Combine attackiert. Ihr Ziel ist es, das der Reaktor so schnell wie möglich in die Luft fliegt. In diesem ersten Abschnitt gilt es in erster Linie einige Rätsel zu lösen. Die erste und für lange Zeit einzige „Waffe“ ist die Gravity Gun, die in der Citadel etwas an Leistungsfähigkeit gewinnt. So muss man mit dieser Energiekugeln sammeln um verschiedene Geräte zu aktivieren. Von der Citadel geht es weiter und das in erster Linie durch Kanalisationen, Keller, dunkle Gebäude und nur ganz selten darf man mal unter freiem Himmel kämpfen. Episode One wirkt um einiges düsterer als der Vorgänger und wartet auch mit einem neuen horrorartigen Gegnertyp an, den Combine Zombies. Diese Combine sind natürlich von den Headcrabs befallen und recht aggressiv. Interessant hierbei ist auch zu beobachten, das die Combines mittlerweile gegen alles und jeden kämpfen. So wird man desöfteren mitten in bereits laufende Kämpfen zwischen Combines und Combine Zombies oder den Antlions. Da man am Anfang keine richtige Waffe hat, muss man sich auf Alyx und deren Pistole verlassen. Man selbst ist hier eigentlich nur dazu da, mit der Taschenlampe auf die Gegner zu leuchten, damit Alyx diese angreifen kann. Zum Glück findet man später ein paar Waffen und kann selbst auf Jagd gehen, denn Alyx ist alles andere als eine gute Schützin – oder ihre kleine Pistole ist einfach ein schlechter Witz. Was mir ein wenig negativ auffällt, ist eben die ständige Düsternis am Anfang und das dadurch ständig gleiche „Such den Elektrokasten und mach das Licht an“. Spätestens nach dem 2. Mal nervt es ein wenig. Zwar auch sehr repetiv aber zumindest um einiges spannender ist gegen Ende die Rettung der letzten paar Menschen aus City 17. Diese Zivilisten und Widestandskämpfer muss man von einem Gebäude zum Bahnhof leiten. Immer in kleinen Gruppen und jedes Mal greifen Combines an. Die Seilen sich von Gebäuden ab, nutzen Sniperwaffen oder rücken direkt mit einem Panzervehikel an. Nicht fehlen darf am Ende natürlich noch ein spannender Kampf, nachdem es dann zum Cliffhanger geht. Vom Gameplay hat sich gegenüber dem Hauptspiel nichts verändert. Alles ist das gleiche und es wurden eben alle „Trademarks“ der Serie eingebaut. Auch in Episode One kommt das Brecheisen zum Einsatz und man darf mal wieder durch Lüftungsschächte klettern. Grafisch wurde die Source Engine ein wenig aufgemöbelt. Das von Lost Coast bekannte HDR kommt zum Einsatz, ein paar Texturen sind besser, aber im großen und ganzen war es das dann auch. Sieht immer noch recht nett alles aus. Die Soundeffekte, vor allem die Waffen sind sehr wuchtig und die Musik wird nach wie vor sehr spärlich, nur an bestimmten Stellen eingesetzt. Bei der Sprachausgabe sei jedem geraten, sofort auf englisch zu stellen, denn die Synchro ist erbärmlich schlecht. Aber ich denke mal, das sowieso jeder Steam auf englisch stehen hat. Die Originalvertonung ist gelungen. Ein nettes Feature ist die Kommentarfunktion. Aktiviert man diese im Optionsmenü stolpert man laufend über benutzbare Symbole. Nach Aktivierung erzählt uns einer der Macher etwas über die jeweilige Stelle an der man sich befindet, wie es zur Entwicklung kam oder was sich im Vergleich zur Beta verändert hat. Interessant ist das auf jeden Fall, sollte aber nicht beim ersten Mal durchspielen aktiviert werden, da diverse Szenen so gespoilert werden. Natürlich ist die Spielzeit zu kritisieren. Denn selbst wenn man sich viel Zeit lässt, benötigt man wohl kaum 5 Stunden bis man das Ende gesehen hat. Auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad kann man gar schon in locker 2 Stunden durchrennen. Da die Episode aber mittlerweile sehr günstig zu haben ist, sollte das nicht weiter stören. Spaß macht es schon. Publisher: Valve Developer: Valve Erscheinungsjahr: 2006 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 9/10 | | Spielspass | | Sound | 8,5/10 | 8/10 | | Gameplay | 8,5/10 |
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