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Blue Shift ist das zweite offizielle Add-On zu Half-Life und hat eine recht kuriose Entwicklung hinter sich. Ursprünglich war Blue Shift als Bonuskampagne für die Dreamcastversion von Half-Life geplant. Diese wurde entwickelt, als der Dreamcast gerade den Bach runterging, was Valve und Sierra dazu brachte, diese Version komplett einzustellen. Blue Shift wollte man aber wohl trotzdem nicht in die digitale Mülltonne werfen und brachte es eben auf dem PC heraus. Um das Ganze noch etwas aufzumotzen legte man ein so genanntes High Definition Pack bei, welches Half-Life, Opposing Force und Blue Shift grafisch recht stark aufwertet. Man kann es nun mit der Half-Life Version auf der Playstation 2 vergleichen.
Barney Calhoun ist der Protagonist in Blue Shift. Er ist einer der Wachmänner in Black Mesa und muss auch an dem Tag arbeiten, als dort das Chaos losbricht. Nach einem wie immer recht langen Intro, in dem man durch die Gegend fährt, steht man vor einer Tür und kommt nicht rein. Es gibt eben Probleme. Während man wartet, sieht man Gordon Freeman in einem anderen Zug vorbeifahren. Das ist nett gemacht, da man im Intro zu Half-Life eben den Wachmann vor der Tür sieht. Blue Shift beginnt noch recht ruhig, man holt sich seine Ausrüstung, seine Waffe und kann erstmal ein bisschen auf Pappziele schießen. Dann wird man dazu abkommandiert zu einem Aufzug zu gehen und diesen zu reparieren. Auf dem Weg dorthin begegnet man vielen Wissneschaftlern die nicht gerade nett sind und auch dem mysteriösen G-Man. Beim Aufzug angekommen stürzt dieser natürlich prompt ab, da zu der Zeit das fatale Experimente beginnt, das einige ungebetene Gäste nach Black Mesa holt. Gameplaytechnisch ist Blue Shift im Vergleich zu Opposing Force ein Schritt zurück. Da es nur die Waffen aus Half-Life gibt und auch nur die Aliens und ein paar böse Marines. So wandert man als Barney abermals durch dunkle Gänge und Ventilationsschächte, verfolgt von fiesen Aliens. Rätsel gibt es auch wieder einige, wobei die nicht sonderlich kompliziert sind. Das einzige nennenswerte war hier wohl die Sprengung einer Tür, die dadurch verhindert wird, dass die Zündschnur durchgetrennt ist, die Lösung steht aber gerade mal ein paar Meter entfernt.
Aufgelockert wird das durch verängstigte und von den Marines eingesperrte Wissenschaftler die man befreien muss. Sehr nett fand ich hier den ganzen Level auf einer Art Bahnhof. Die Wissenschaftler sind in Zügen eingesperrt und Marines kommen von allen Seiten an. Hier kann man auch mal ein stationäres Geschütz bedienen, mit dem man in bester Rambomanier unzählige Gegner beseitigt. Und dann trifft man auch noch auf einen Panzer. Leider ist dies der größte Feind in diesem Spiel. Persönlich hätte ich mir zumindest am Ende noch mal einen Endkampf mit einem dicken, bösen Alienmonster gewünscht. Aber leider enttäuscht hier Blue Shift sehr. Das ganze Ende ist absolut unspannend und man hat einfach das Gefühl, dass etwas fehlt.
Lediglich einer der Wissenschaftler ist wirklich von Bedeutung: Rosenberg, mit dem man zu einer geheimen Prototypanlage flüchtet die zur Rettung beiträgt.
Leider ist nicht nur der fehlende Endkampf Grund zur Kritik. Denn Blue Shift ist noch dazu sehr kurz, man kann es in wenigen Stunden durchspielen. Auch ist es nicht sonderlich herausfordernd und selbst die meisten Rätsel sind irgendwie öde. Die größte Herausforderung war es noch, eine Batterie für die Wissenschaftler zu finden, damit man fliehen kann. Ich hab mich in den Gängen jedenfalls erstmal ein wenig verlaufen.
Sehr nett fand ich dagegen den Aufenthalt auf Xen, da es grafisch eine nette Abwechslung darstellt. Hier springt man wieder sehr viel zwischen Plattformen herum und muss sich gegen viele Aliens zur Wehr setzen um ein Gerät einzuschalten.
Grafisch hat sich gegenüber Half-Life durch das High Definition Pack natürlich so einiges getan. Die Grafik ist wesentlich hübscher, die Animationen sind etwas flüssiger und die Aliens sehen noch eine Spur widerlicher aus. Aber aus heutiger Sicht ist das Spiel natürlich trotzdem recht veraltet, was aber nicht allzu sehr stört. Was mich bei Half-Life schon immer gestört hat, war die CD Musik, die sehr laut aus den Lautsprechern kracht und Soundeffekte sowie Sprache recht deutlich übertönt. Soundeffekte und Sprachausgabe sind wie immer gut. Dank der Radios der Marines und dem neu eingeführten Wissenschaftler Rosenberg wird auch recht viel gesprochen.
Half-Life: Blue Shift ist kurz und recht unspektakulär. Allerdings vereint es trotzdem noch einige der Stärken von Half-Life. Der Kampf gegen die Aliens und Marines macht Spaß, trotzdem bleibt am Ende einfach das Gefühl das die Entwickler wesentlich mehr hätten machen können. Opposing Force bleibt das deutlich bessere Add-On und selbst einige Community Mods wie etwa They Hunger oder Poke 646 bieten bessere Unterhaltung. Für Fans ist es aber einen Blick wert.
Publisher: Valve/Sierra Developer: Gearbox Erscheinungsjahr: 2001 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 7,5/10 | | Spielspass | | Sound | 7/10 | 6,5/10 | | Gameplay | 7/10 |
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