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Black Mesa und kein Ende. Im ersten offiziellen Add-On zu Half-Life kehrt man zurück auf die von Aliens verseuchte Forschungsstation, dieses Mal auf Seiten der Marines. Adrian Shephard ist der Name der Hauptfigur. Dieser sitzt am Anfang noch mit seinen Kollegen im Hubschrauber, als dieser von den ankommenden Xen-Monstern abgeschossen wird. Ganz allein und erstmal ohne richtige Bewaffnung macht man sich auf die Suche nach anderen Überlebenden.
Rein vom Gameplay her, gibt es keine großen Änderungen. Mit einem großen Waffenarsenal ballert man sich durch 12 Kapitel und besucht dabei neben einigen neuen, vor allem altbekannte Schauplätze. Einige neue Waffen ersetzen im Arsenal ältere. So hat man jetzt eine Desert Eagle statt der Colt Python und einen Schraubenschlüssel statt der Brechstange. Ein weiteres neues Arbeitsgerät ist die Barnacle Gun. Barnacle sind die fiesen Viecher, die an den Decken hängen und ihre lange Zunge zum Boden runterhängen lassen. Verirrt man sich in die Nähe davon, wird man aufgesaugt und nach dem gleichen Prinzip arbeitet die Gun, nicht als Waffe sondern als eine Art Transportmittel. An bestimmten Punkten kann man sich mit der Waffe festsaugen um größere Höhen oder Abgründe zu überwinden. Durch die altbekannten Lüftungsschächte wird auch wieder geklettert. Neben der Taschenlampe hat man allerdings nun ein Nachtsichtgerät, mit dem man wesentlich mehr sieht. Auch neue Gegner tauchen auf. Man bekommt es mit einer neuen, mysteriösen Rasse außerirdischer Invasoren zu tun, welche die Erde bevölkern wollen.
Shephard ist zum Glück nicht der einzige Überlebende und so trifft man auf unterstützende Helfer. Die alten Wachleute haben ausgedient und man trifft nun auf neue (Otis mit Namen). Diese sind etwas besser ausgerüstet und fallen nicht ganz so schnell tot um. Und dann sind da natürlich die anderen Marines. Nicht alle konnten fliehen und sie suchen nun auch nach einem Weg aus Black Mesa. Die Marines sind in 3 Klassen unterteilt: Heavy Gunner, Engineer, Medic. Die ersten sind fürs grobe da und kämpfen recht passabel. Die Engineer öffnen verschlossene Türen und die Medizinleute helfen natürlich den Verletzten. Auf dem Papier klingt das alles recht gut, leider ist das ganze aber nur recht halbherzig im Spiel umgesetzt. Zum ersten, ist die Wegfindung dieser KI-Kämpfer absolut grausam. Sie bleiben oft einfach irgendwo stehen, schauen blöd zu oder gehen gar zwei Räume zurück. Treppen und Türen mögen sie gar nicht. Manchmal ist es nervig, das man die Marines gar zu dem Punkt schieben muss, wo man sie hinhaben will. Das zweite Problem: Man kämpft nur ganz selten mit ihnen und schon bald verhindert eine Leiter oder ein Seil, das sie dem Spieler folgen und schon ist man wieder auf sich allein gestellt. Es wäre eigentlich eine schöne Abwechslung gewesen, längere Zeit mit computergesteuerten Soldaten zu agieren. Allerdings hätte dafür dann auch die KI besser sein müssen. Lebendig wird die Welt auch durch einige Funkgeräte, die rumstehen. Geht man zu diesen hin, kann man den Funksprüchen der Marines lauschen. Durchsagen, einige davon auch an Shephard gerichtet geben auch Aufschluss darüber, was passiert ist.
Die meisten Schauplätze, die man betritt, kennt man schon aus dem Hauptprogramm und die Macher haben auch dran gedacht, alles ungefähr zur gleichen Zeit wie die Ereignisse von Half-Life ablaufen zu lassen. So kann man durch eine Tür Gordon Freeman dabei beobachten, wie er nach dem missglückten Experiment nach Xen geschickt wird. Aber es finden sich auch einige völlig neue Orte, die sich recht nahtlos in die bisher bekannte Spielwelt einfügen. An einigen Stellen haben sich die Aliens schon ausgebreitet und es sieht teilweise ein wenig wie auf Xen aus, so ist man in einem Kellerraum, wo man sich an Flammen vorbeikämpfen muss und trifft auf Xen Vegetation. Kleine Rätsel- und Geschicklichkeitsübungen gibt es auch wieder. So muss man eine Kiste zu einer Teströhre schieben, um diese zur Explosion zu bringen, wodurch sich im Boden der weitere Weg öffnet. Wobei das alles recht linear ist und man eigentlich immer weiß, was man machen muss, um weiter zu kommen. Anders als bei Blue Shift, gibt es hier auch einen richtig guten Endkampf, gegen ein böses Vieh, welches man mit Hilfe zweier stationärer Laser bekämpfen muss. Das ist gut inszeniert.
Anspielenswert ist auch das Boot Camp. Selbst wenn man die Steuerung beherrscht, sollte man da mal einen Blick reinwerfen, denn der sehr an Full Metal Jacket erinnernde Seargant ist recht lustig.
Grafisch gibt es keine großen Überraschungen. Opposing Force sieht natürlich aus wie Half-Life und man kann das High Definition Pack von Blue Shift nutzen, wodurch das ganze etwas verbessert wird. Auch bei Musik, Soundeffekten und Sprachausgabe hat sich im Vergleich nicht wirklich viel ändert. Die Musik ist ganz nett, kommt aber nicht ganz an die atmosphärischen Stücke des Hauptspiels ran.
Insgesamt ist Opposing Force ein gutes Add-On mit einigen Neuerungen, die aber eben nicht ganz perfekt ausgearbeitet wurden. Fans von Half-Life werden mit Opposing Force aber trotzdem ihren Spaß haben.
Publisher: Sierra/Valve Developer: Gearbox/Valve Erscheinungsjahr: 1999 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 8,5/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 7,5/10 |
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