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Half-Life PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
13.11.2008

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Viele Spiele werden Kult, aber nur ganz wenige Spiele werden zu Legenden. Half-Life ist eines der wenigen Spiele, die man wirklich als Legende bezeichnen kann. Erschienen am 19. November 1998 hat es sich jahrelang im Handel gehalten und hatte maßgeblichen Einfluss auf die Mod- und Onlinecommunities.
1996 startete das neu gegründete Unternehmen Valve die Arbeiten an diesem Spiel. Aus heutiger Sicht unverständlich, hatten sie damals große Probleme einen Publisher zu finden, der das Spiel veröffentlichen würde. Ich wette die ärgern sich heute so richtig darüber…
Die restliche Geschichte von Half-Life dürfte bekannt sein. Es erschienen zwei offizielle Add-Ons, ein Nachfolger und allein für Half-Life 1 hunderte Mods, die von Fans erstellt wurden. Counter-Strike wurde selbst ein legendärer Titel, viele weitere Mods wie etwa USS Darkstar, Poke646 oder They Hunger richtig bekannt und neben diesen beiden gibt es noch weitere, die sogar besser als so manches kommerzielle Spiel sind.

Dr. Gordon Freeman ist schon ein armes Schwein. Da sitzt er nun in der Transportbahn und denkt sich nichts böses. Ein weiterer Arbeitstag in Black Mesa bricht an und es könnte ja alles so wie immer laufen.  
Black Mesa ist eine geheime Forschungsstation. Als er allerdings an seinem Arbeitsplatz ankommt, wird er von einigen Kollegen informiert, dass es wohl kleinere Probleme gibt. Nichts Schlimmes und deshalb soll das Experiment zur Erschließung neuer Energiequellen außerirdischen Ursprungs auch wie gehabt starten. Doch als Gordon Freeman das Experiment startet, geht so einiges schief. Die ganze Forschungsstation wird in das reine Chaos gestürzt und außerirdische Monster dringen durch ein Portal auf die Erde vor.
Das geniale hierbei ist: Als Spieler erlebt man das alles real mit. Man selbst ist Gordon Freeman, findet sich am Start in dem kleinen Transportvehikel und lauscht den Sicherheitswarnungen einer monotonen Stimme. Als der Wachmann herantritt und den Zug öffnet und man durch das große Tor Black Mesa betritt, wird man von den Arbeitskollegen begrüßt. Man bewegt sich völlig frei durch die einzelnen Räume. Wissenschaftler und Sicherheitsleute sitzen in der Cafeteria oder in den Umkleideräumen und reagieren auf den Spieler.

Seinerzeit, damals, war das Intro phänomenal und noch nie zuvor, hat man in einem Shooter eine so extrem realistische und lebendige Welt erlebt. Duke Nukem 3D oder System Shock versuchten zwar auch, alles realistischer darzustellen, aber Half-Life übertrifft diese Titel um ein vielfaches.
Auch als das Chaos losbricht, ist man nicht auf sich allein gestellt. Überlebende Wissenschaftler kann man auffordern mitzukommen, um Türen zu öffnen und die Sicherheitsleute bieten zumindest für einige Zeit Unterstützung gegen all die Monster, die nur nach der Zerstörung und Eroberung der Erde trachten.
Ausgestattet ist man Anfangs nur mit dem HEV-Anzug, der zumindest ein bisschen wie ein Schutzschild fungiert und natürlich der Brechstange als erste Waffe. Später findet man ein reichhaltiges Waffenarsenal. MP5, Glock, Shotgun, Granaten aber auch außerirdisches Spielzeug wie die Hive-Hand oder die Snark kann man im Kampf gegen die Aliens einsetzen.
Als Sniper fungiert gar eine Armbrust, sehr wirksam aber eben auch ein wenig merkwürdig. Wohl nur im Multiplayer Modus wirklich wirksam sind die platzierbaren Sprengladungen mit Laserbarriere.

Wobei nicht nur die außerirdischen Kreaturen von Xen eine Gefahr darstellen, man trifft auch auf Marines, die Freeman feindlich gesonnen sind und dann gibt es natürlich noch den mysteriösen G-Man.
Und man betritt eben auch die Xen Welt. Ein außerirdischer Planet wo andere Gravitationsregeln gelten, wo scheinbare Pflanzen für Licht sorgen und eben alles reichlich merkwürdig aussieht. Das ist ein schöner Kontrast zu all den Lüftungsschächten und Räumen die man in Black Mesa sieht. Wobei man sagen muss, dass Black Mesa insgesamt eben auch sehr realistisch und gelungen in Szene gesetzt worden ist. Recht gruselig wird es dann, wenn man auf die von Headcrabs befallenen Menschen trifft, die durchaus Zombies ähneln oder den Barnicles. Hässliche Monster, die an der Decke kleben und ihre langen Zungen runterhängen lassen. Gerät man diese wird man sofort heraufgezogen und von den Monstern gefressen. Zum Glück halten sie aber nur wenige Treffer aus.

Das schöne an Half-Life war damals wie heute, die realistische Welt und die Handlung, denn die Geschichte des Spiels wird nicht in Videosequenzen, Cut-Scenes oder Texttafeln erzählt, sondern im Spiel. Man spricht Wissenschaftler an und hofft, das diese neue Infos haben, sie erzählen von den bizarren Ereignissen, den Monstern, den Marines und der Flucht und so fühlt man sich sofort als  Teil dieser Welt und nicht einfach nur als Spieler vor dem Monitor.  
In Kauf nehmen muss man dafür die Ladezeiten. Es gibt keine Level, sondern einfach nur eine Welt, unterteilt in mehrere Kapitel und noch mehr Ladezeiten. Dank der heutigen PCs sind diese Ladezeiten natürlich relativ gering, trotzdem nerven sie ja schon ein wenig. Das Leveldesign ist auf jeden Fall großartig und Valve sorgte auch dafür, dass es an vielen Stellen zumindest zwei Wege gibt, um weiter zu kommen. Zumeist eben einen brachialen direkten und einen, der etwas mehr an Denk- und Sprungvermögen erfordert.

Vom Gameplay her ist Half-Life ein First Person Shooter und doch so viel mehr. Kleinere Rätselaufgaben und noch mehr, teilweise schwere Sprungpassagen aber auch die Tatsache, dass man nicht mit Dauerfeuer durch die Welt rennen kann, sorgen dafür, dass dieses Spiel nicht zu eintönig wird. Gleichzeitig wird aber auch das Kunststück vollbracht, dass diese „Nebensächlichkeiten“ eben genau das bleiben und der Kampf gegen Aliens und Mariens an erster Stelle steht. Wo ein Deus Ex schon fast zu viel Wert auf Rollenspielelemente und „Setz um Gottes Willen nicht deine Waffen ein, denn das ist böse“ legt, darf man in Half-Life den Raketenwerfer einsetzen, den man gefunden hat. Man darf auch ruhig alle Wachen und Wissenschaftler umlegen, ansonsten würden sie wohl eh nur dumm in der Gegend rumstehen und warten, bis sie von einer Headcrab angesprungen werden.  

Grafisch kann man Half-Life in drei unterschiedlichen Richtungen bewerten. Da wäre zum ersten die Originalfassung. Half-Life basiert auf der Quake 1 Engine, die allerdings stark erweitert wurde und das sieht man auch. 1998 war das Klasse.
Mit Blue Shift kam das High Definition  Pack, das die Grafik sehr stark aufgewertet hat. Alles, von den Charakteren zu den Waffeneffekten sieht um ein vielfaches besser aus.
Seit es den Nachfolger gibt, gibt es auch eine Source Version von Half-Life, die in etwa auf dem Level von Half-Life 2 ist. Das sieht natürlich noch besser aus.
Aus eigener Erfahrung kann ich aber nur sagen, das Half-Life auch mit dem High-Definition Pack von Blue Shift noch heute eine unvergleichlich dichte, tolle Atmosphäre aufbaut und mit einer glaubwürdigen Welt überzeugt.
Die Musik kam seinerzeit von CD und die einzelnen Tracks, die nur an bestimmten Stellen eingespielt wurden, sorgten für Atmosphäre. Die Soundeffekte der Waffen sind gut gelungen und die Sprachausgabe ist auch sehr gut.

Weltweit wurde Half-Life 52x zum Spiel des Jahres ausgezeichnet. Es gewann unendlich viele Awards und hatte einen unglaublich großen Einfluss auf die Spielewelt.  
Trotzdem ist auch dieses Spiel eben einfach nicht ganz frei von Kritik, auch wenn sich die einzige Kritik auf die kleinen Ladezeiten stützt, die eben dann und wann schon mal ein wenig die Atmosphäre zerstören können.
Abseits dessen hat man es einfach mit dem perfekten First Person Shooter zu tun. Half-Life bietet dem Spieler viel Abwechslung, eine packende Handlung und vergisst trotz allem nicht, dass es ein Shooter ist.

Publisher: Sierra/Valve
Developer: Valve
Erscheinungsjahr: 1998
Erschienen für: PC, Mac
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik8,5/10  Spielspass
Sound9/10
10/10
Gameplay 9,5/10

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