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Heroes of Might and Magic 3: The Restoration of Erathia PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
16.01.2008

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Es gibt Momente im Leben eines Spielefans, wo man sich denkt “Verdammt, warum hab ich all die Jahre dieses tolle Spiel ignoriert?!”. Jeder hat das schon mal erlebt, wenn er nach Jahren auf ein Spiel stößt und es genial findet. Passiert ist mir das mit Heroes of Might and Magic und dort mit dem dritten Teil. Die ersten beiden Teile waren mir dagegen praktisch insgesamt unbekannt und der dritte Teil ist diesen klar vorzuziehen.

Rundenstrategie. An sich ein interessantes Genre und aus meiner Sicht wesentlich taktischer als sein echtzeitiger Bruder. Für mich gab es jahrelang nur zwei wirklich gute Rundenstrategiespiele: X-Com und Jagged Alliance. HoMM dagegen fand ich immer uninteressant, wobei ich auch nicht so wirklich weiß warum. Vielleicht weil man langsam auf einem Pferd durch die Pampa reitet oder weil mir die vielen verschiedenen Völker zu konfus erschienen. Richtig angesehen hab ich es nie, bis ich eines Tages der Propaganda unterlag. Das Spiel ist toll, das Spiel ist genial, ich spiel es schon seit Jahren. Ich hab es mir angesehen, eigentlich nur damit endlich mal Ruhe mit all den Lobpreisungen ist. Das Ende vom Lied sind unzählige Stunden, wohl schon im dreistelligen Bereich, die ich in dieses Spiel gesteckt habe. Es hat etwas Magisches und einzigartiges an sich.

The Restoration of Erathia, so lautet der Untertitel des dritten Teils. Es gibt sogar eine recht ausführliche Handlung, die sogar Verbindungen zu Might and Magic VI hat. Aber eigentlich ist sie ganz einfach: Königin Catherine Ironfist von Erathia kehrt nach ihrer Heirat mit König Roland Ironfist von Enroth nach Hause zurück und stellt fest das Erathia von bösen Feinden überrannt wurde. Natürlich darf das nicht sein. In sieben Kampagnen, die man natürlich am besten der Reihe nach spielt, wird die Geschichte bis zur Befreiung Erathias weitererzählt, zumeist in Texten, bei jedem Kampagnenstart gibt es aber auch ein kleines Video.
In der Kampagne gibt es neben dem üblichen „Vernichte alle Feinde“ Missionsziel auch andere. So muss man in einer Mission mal alle Minen bzw. Resourcenpunkte erobern oder ein bestimmtes Artefakt oder den Gral finden um zu gewinnen. Vor jedem Missionsstart gibt es eine Übersichtskarte der Map und man kann eine Starthilfe wählen, meist sind dies drei verschiedene Gegenstände wie Einheiten oder ein besonderes Artefakt. Die Wahl dessen kann den Ausgang der Mission durchaus beeinflussen.

Die Kampagne ist an sich ganz nett und man sollte sie durchaus mal spielen. Wirklich lustig ist aber erst der Scenariomodus oder eben Skirmish. Hier hat man je nach Map unterschiedliche Spielmodi, von jeder gegen jeden bis Teamkampf und natürlich wird das Ganze erst so richtig spaßig wenn man es mit Freunden spielt. Hier erlebt man dann auch das volle Gameplay von Homm3.

Zuerst wählt man seine Stadt oder kriegt diese vorgegeben. Im Hauptspiel gibt es acht Stück, die in neutrale, gute und böse unterteilt sind. Die guten sind Castle, Tower und Rampart, die bösen Necropolis, Inferno und Dungeon und die neutralen nennen sich Fortress und Stronghold. Sie alle bieten 7 verschiedene Kreaturen an denen man auch die Zugehörigkeit direkt sieht. So besteht Castle aus den Menschen, die mit Lanzen und Armbrüsten angreifen, Ritter und Mönche haben und von Greifen und Engeln Unterstützung erhalten. Die böse Necropolis Stadt setzt sich aus Horrorfiguren zusammen: Skelette, Zombies, Vampire. Inferno stellt mit Teufeln, Imps und Dämonen die Hölle dar, während Rampart mit Pegasi, Einhörnern und Zwergen wohl die ultimative Fantasymärchenstadt stellt. Natürlich dient die Stadt nicht nur der Rekrutierung neuer Einheiten, man kann sie auch großflächig ausbauen. So gibt es ein Hautpgebäude, das man in drei Stufen ausbauen kann, dies bringt Geld. Dann gibt es eine Art Burg, je besser die ausgebaut ist, desto mehr Einheiten kriegt man (Das Spiel ist in Wochen unterteilt, an jedem ersten Tag der Woche gibt es frische Einheiten – oder auch nicht, denn jede Woche hat einen Event. So gibt es mal mehr Einheiten von einer bestimmten Sorte oder eine Plage rafft alle dahin) und desto „sicherer“ wird die Stadt, weil vor die Mauern Fallen aufgestellt werden und die Türme mit Einheiten bestückt sind. Dann gibt es noch die Gebäude für die Einheiten selbst und neben Standardgebäuden wie Marktplatz, Schmiede und Magiergilde noch städtespezifische Gebäude. So kann die Castle Stadt z.B. einen Hafen bauen, während die Infernostadt einen Transmitter hat, mit deren Hilfe Helden von einer befreundeten Infernostadt zur nächsten springen können. Wie man die Gebäude am besten baut und ausbaut muss jeder für sich selbst rausfinden und darin liegt einer der großen Reize des Spiels. Wie ist die beste Taktik? Wie bau ich am schnellsten aus? Einige Gebäude sind auch miteinander verbunden. Ein Capitol kann man z.B. erst bauen, wenn man Schmiede, Marktplatz, Magiergilde und die Burg ausgebaut hat. Auch die Einheiten kann man aufwerten und das geschieht natürlich, in dem man ihre Behausungen erweitert. So werden aus den normalen Bogenschützen der Castlestadt z.B. verbesserte Bogenschützen (Marksmen genannt), die im Kampf zweimal schießen. Die Greifen werden königlich und verrichten so mehr Schaden. Andere Einheiten wie die Giganten werden zu Titanen und erlernen dadurch einen Fernangriff.
Im Verlauf eines Spiels erobert man meist unterschiedlichste Städte und wird über kurz oder lang seine Einheiten vermischen, auch hier steht wieder die Taktik an erster Stelle. Welche Einheitenmischungen ergeben am meisten Sinn? Bedenken muss man hier den Status einer Stadt. Gute und Böse Städte passen nicht zueinander. Die Engel und Teufel hassen sich, hat man Untote in seiner Armee, hat man sogleich Pech im Kampf. Die perfekte Mischung zu finden ist schwer, hat man sie aber einmal gefunden, kann man auch zahlenmäßig überlegene Armeen besiegen.

Natürlich spielen die Helden dabei auch eine Rolle. Jede Stadt hat eine Zahl eigener Helden. Sie alle haben eine Spezialfähigkeit. So gibt es Helden unter denen Fernkampfeinheiten besonders stark sind oder die spezielle magische Fähigkeiten besitzen. Die Helden tragen die Einheiten quasi im Gepäck, man sieht immer nur den Held auf seinem Pferd und diesen steuert man durch das Land. Ein Fog of War ist auch in Homm3 angesagt und so muss man erkunden. Auf den Karten gibt es Minen, die Ressourcen bringen, auch hier gibt es einige unterschiedliche wie Holz, Schwefel, Kristalle und natürlich Gold. Das braucht man alles zum Gebäudeausbauen, Einheitenaufrüsten usw. Auf der Map finden sich neben den Minen und Städten noch zahllose weitere Gebäude. Da wären z.B. Arenen, Türme, Magierhüten durch die man seinen Helden aufleveln kann. Denn Homm3 bietet auch einige Rollenspielelemente und es geht eben auch darum, seinen Helden aufzuwerten. Jeder Held kann unterschiedliche Fähigkeiten erwerben. Diplomatie sorgt beispielsweise dafür, dass sich Monster, die auf der Karte frei herumstreunen anschließen, man kann die Helden auf Angriff und Verteidigung trainieren, ihre Magieresistenz steigern oder sie in bestimmten magischen Bereichen ausbilden. Die Zahl dieser Sekundärfähigkeiten ist unglaublich enorm und meist muss man sich entscheiden was am meisten Sinn macht. Auch hier sind wieder einige Fähigkeiten miteinander verlinkt. Weisheit sorgt dafür, dass der Held magische Sprüche eines höheren Levels lernen kann. Mit Weisheit auf der zweiten Stufe kann man so z.B. Stadtportal erlernen und sich von einem Punkt der Karte zur nächsten beheimateten Stadt beamen. Beherrscht man zusätzlich noch Erdmagie auf der höchsten Stufe, wird man nicht zur nächstgelegenen Stadt gebracht, sondern man kann sich aus einer Liste aller Städte verbündeter Spieler die aussuchen, zu der man will.
Sekundärfähigkeiten deuten natürlich auch an, dass es Primärfähigkeiten gibt. Diese sind zum Glück begrenzt: Angriff, Verteidigung haben direkten Einfluss auf die Einheiten, die dadurch mehr Schaden ausrichten und einstecken können und dann gibt es noch zwei Fähigkeiten welche bestimmen wie stark die magischen Fähigkeiten sind und wie viele Manapunkte man hat. Magie kann im Kampf recht nützlich sein, so kann man eigene Einheiten schützen oder verstärken oder natürlich den Feind angreifen. Die Magie ist in mehrere Level unterteilt und ganz am Ende finden sich die lustigsten Sprüche wie Chain Lightning oder Armageddon.
Dann gibt es noch Gebäude, die einfach Herausforderungen sind, wie das Drachenutopia. Ist man so mutig, es zu betreten, steht man unzähligen verschiedenen Drachentypen gegenüber und muss diese besiegen. Dafür wird man dann aber auch ausreichend belohnt.

Wo wir schon bei den Kämpfen sind, diese laufen in Runden ab. Auch hier können am Anfang die Fähigkeiten des Helden eine Rolle spielen. Ist dieser ein guter Taktiker darf man seine Einheiten noch postieren. Dann geht es auf in den Kampf, es wird rundenweise gezogen und gekämpft bis eine Armee besiegt ist. Taktik steht auch hier im Vordergrund, bei der Frage wie weit sollte man seine Einheiten vorrücken lassen oder sollte man eine Einheit am besten mal stehen lassen? Für Taktiker bieten sich unglaublich viele Möglichkeiten. Leider gibt es hier auch den großen Schwachpunkt der CPU. Denn die KI ist alles andere als gut, gerade bei Angriffen auf Städten passiert es, dass sie sich absolut dämlich verhält und in Fallen rennt oder einfach totalen Unsinn macht. Bei den normalen Kämpfen die im freien Feld stattfinden fällt auch auf, das die KI auf höheren Schwierigkeitsgraden meist feige flüchtet. Abhilfe schafft hier nur ein bestimmtes Artefakt, das den Gegner zwingt bis zum Ende auf dem Schlachtfeld zu bleiben. Ansonsten ist man schnell genervt von den feigen Schweinen.
Auch sonst geht die KI recht konfus zu Werke, reitet an Städten des Spielers vorbei auch wenn sie mehr Einheiten hat und sie so leicht erobern könnte oder greift an, auch wenn sie nur wenig Streitkräfte im Gepäck hat. Dann gibt es aber auch Momente, wo sie wie eine Macht über das Feld rollt und alles erobert. Es ist ziemlich unausgeglichen und man kann wohl sagen: Gut ist die CPU nur wenn sie vom Start weg einige Vorteile wie mehrere Städte oder Goldminen hat. Auch scheint sie immer genau zu wissen, welche Städte vom Spieler am schwächsten verteidigt sind. Denn auch das ist eine der großen taktischen Fragen des Spiels: Wie viele Einheiten lass ich zur Sicherung in der Stadt und wie viele nehme ich mit auf den Eroberungsfeldzug?
Richtig spaßig wird das Ganze aber sowieso erst, wenn einige Monate ins Land zogen. Dann hat man unzählige Einheiten, die CPU ebenso und wenn dann zwei Helden mit mehreren tausend Einheiten aufeinander treffen, kann der Spaß erst beginnen. Denn dann verwandeln sich auf die schwachen Level 1 Einheiten in fiese Gegner da sie eben unglaublichen Schaden anrichten können.

Artefakte spielen auch eine große Rolle. Diese findet man meist freiliegend auf dem Feld, da sind sie aber meist von vielen Einheiten geschützt, die man erst besiegen muss. Artefakte sind praktisch Ausrüstungsgegenstände wie Schwerter, Schilder, Rüstungen und Helme, welche die primären Fähigkeiten steigern. Allerdings gibt es auch andere Artefakte, die dafür sorgen dass man Resourcen kriegt oder dass beispielsweise Fernkämpfer mehr Schaden anrichten. Die Zahl der Artefakte ist ebenso wie die der Sekundärfähigkeiten unglaublich enorm. Als wäre das nicht genug gibt es noch den Gral. Auf den Karten sind Obelisken verteilt die man anreiten muss, dadurch deckt sich langsam eine Schatzkarte auf die anzeigt, wo der Gral vergraben ist. Hat man ihn bringt er enorme Vorteile, hauptsächlich Gold und Einheitenwachstum.

Grafisch sieht man dem Spiel natürlich sein Alter an. Es ist in 2D gehalten, die Grafik eher comichaft auch wenn es etwas „ernster“ aussieht als bei den Vorgängern. Als Pixelbrei wurde die Grafik bei einem Test zu Homm5 von der PC Action denunziert. Ich dagegen sage, dass die Grafik eben zweckmäßig ist aber durchaus hübsche Momente bietet. Die Grafiken der Städte ist sehr stimmungsvoll und die Einheiten sind auch hübsch gezeichnet. Einzig an den Animationen mangelt es etwas und die Zaubersprüche könnten auch spektakulärer sein. Aber das Spiel kam 1999 raus, was will man erwarten? In jedem Fall sollte man nicht erwarten, dass man alle Einheiten sieht. Auf dem Schlachtfeld wird nur der Einheitentyp gezeigt und eine Zahl gibt an, wie viele man davon hat.
Die Musik ist an sich ganz nett. Jede Stadt hat eine eigene Hintergrundmusik auch in den Kämpfen gibt es Musik. Diese ist gut geklaut, denn eine Kampfmusik klingt absolut wie der Imperial Death March aus Star Wars. Passt aber auch irgendwie. Soundeffekte sind recht realistisch und die Sprachausgabe auf Englisch kann auch überzeugen.

Heroes of Might and Magic 3 ist göttlich, genial, unglaublich. Ich könnte wohl noch seitenlang weiter schreiben, denn das Spiel bietet eine unglaubliche Fülle an Optionen und Möglichkeiten. Aber ich mache es an dieser Stelle eben mal kurz und sage dass dieses Spiel ein absolutes Must-Have ist. Im Einzelspielermodus ist es toll, im Multiplayer unglaublich geil und dank einer seit Jahren aktiven Community gibt es tausende zusätzlicher Maps, die meist mit viel Liebe zum Detail erstellt wurden.
Zwar gibt es mittlerweile zwei Nachfolger, aber Teil 4 wird eigentlich von allen gehasst weil er völliger Käse ist und Teil 5 ist in 3D und zeigt eigentlich nur sehr deutlich, das manche Spiele eben doch in einer 2D Welt bleiben sollten. Also holt euch Teil 3 mit beiden Add-ons, werdet glücklich damit und macht die Nacht zum Tag. So ging es mir schließlich auch.

Publisher: 3DO
Developer: New World Computing
Erscheinungsjahr: 1999
Erschienen für: PC, Mac
Anzahl Spieler: 1-8
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik7/10  Spielspass
Sound8/10
9/10
Gameplay 9/10
Multiplayer 10/10

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