|
Der Mann mit der Peitsche ist wieder da. Rund 3 Jahre nach dem letzten Kreuzzug erfolgte die Rückkehr, allerdings nicht auf der großen Leinwand, sondern auf dem kleinen Monitor. Nach dem schon der Film mit Adventure und Actionspielen versorgt wurde, entstand die Suche nach Atlantis ohne direkte Vorlage aus Film oder Buch und trotzdem ist gerade die Geschichte die ganz große Stärke des Spiels. 1939: Ein geheimnisvoller Fremder, der sich als Professor ausgibt, bittet Indy eine kleine Statue aus dem Besitz des Barnett College zu suchen, welche er bereits im (spielbaren) Intro findet und jenem zeigt. Ganz plötzlich stellt sich der Fremde natürlich als Spion der Nazis heraus und stielt die Statue. Da jene wohl kaum an Geschichte und Kultur interessiert sind, muss es einen anderen Grund für diesen Diebstahl geben. Die Lösung liegt in dem versunkenen Kontinent Atlantis. Man übernimmt nun erst mal die Rolle von Indiana Jones, um dessen alte Bekannte Sophia Hapgood zu finden und dann stürzt man sich schon mitten ins Abenteuer, das um die ganze Welt führt. Allerdings stellen sich die Reisen nach Island und Tikal erst mal nur als eine Art Tutorial dar. Denn hat man an diesen Orten einige Rätsel gelöst, wird man vor die Wahl gestellt, wie man den großen Rest des Spiels spielen will und das ist ein echtes Novum im Adventuregenre gewesen. Man hat die Wahl zwischen dem Denkerweg, mit besonders vielen und fiesen Rätseln und dem Actionweg, wo Fäuste die Lösung sind. In beiden Fällen spielt man mit Indy allein. Als dritte Option gibt es den so genannten Teamweg, wo man mit Indy und Sophia spielt und beide auch mal abwechselnd steuert. Kämpfe und Rätsel halten sich da ungefähr die Waage und so ist das besonders für Anfänger die beste Option. Gesteuert mit dem LA-typischen Scumm - System. Am unteren Rand hat man Verben zum Anklicken und rechts daneben ist das Inventar. Altbewährt und immer noch sehr gut. An der Steuerung gibt es eigentlich kaum etwas auszusetzen, ausser vielleicht im späteren Spielverlauf die Steuerung des U-Bootes, welches man in einen kleinen Schacht am Grund des Meeres befördern soll. Der Schacht ist bei jedem Spielstart wo anders und meistens ist es sehr schwer, das Boot da reinzukriegen. Ähnliche Schwierigkeiten, wenn auch nicht ganz so nervig, bietet die Ballonfahrt. Aber hier reicht etwas Übung aus, um das Ding an jedem Nomadencamp landen zu können. Die Rätsel sind meist logisch, aber trotzdem recht herausfordernd, gerade die Steinscheiben sind eine recht harte Nuss. Aber mit etwas Nachdenken und ausprobieren kommt man meist sehr schnell auf die richtige Lösung. Es ist auf keinen Fall frustrierend, sondern ich würde sagen, man hat hier die richtige Mischung aus Herausforderung und Logik gefunden. Aufgelockert wird das Spiel durch viele lustige Charaktere, wie der Souvenirverkäufer in Tikal und auch die Gespräche, vor allem zwischen Indiana und Sophia sind meist sehr nett, gerade am Anfang, wo sie sich noch nicht wirklich ausstehen können. Auch die Nazis haben einige abgedrehte Leute in ihren Reihen, wie der singende Muskelprotz Arnold. Grafisch sieht das Ganze sehr schön aus. Vor allem die Hintergründe sind hübsch gezeichnet und es kommt auf jeden Fall das typische Indy-Feeling auf. Dies macht auch vor der Musik nicht halt. Das berühmte Titellied gibt es ebenso zu hören, wie viele andere, passende Musikstücke. Im englischsprachigen Raum wurde nach einiger Zeit auch eine Talkie Edition veröffentlicht. Diese bot Sprachausgabe, auch wenn es leider nicht die Stimme von Harrison Ford war. Auf Deutsch erschien diese Version allerdings nicht. Indiana Jones and the Fate of Atlantis ist genial. Trotz einiger kleiner Mängel, wie die Steuerung von Ballon und U-Boot stimmt hier von der Atmosphäre über das Gameplay bis hin zur gelungenen Story einfach alles. Dass auch noch 3 verschiedene Spielmöglichkeiten geboten werden, ist schon fast zu viel des Guten. Auf jeden Fall ist das Spiel absolute Pflicht für jeden, der auch nur ein klein wenig für Adventures übrig hat. Im gleichen Jahr erschien auch noch Indiana Jones and the Fate of Atlantis – The Action Game. Das hat die gleiche Geschichte, aber dafür ein sehr schlechtes Gameplay und ist nicht wirklich empfehlenswert. Publisher: Lucas Arts Developer: Lucas Arts Erscheinungsjahr: 1992 Erschienen für: PC, Amiga, Apple, FM Towns Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Herausfordernd
  | Grafik | 9/10 | | Spielspass | | Sound | 9/10 | 10/10 | | Gameplay | 9/10 |
Im Forum kommentieren |